Freeware gibt tiefere Einblicke in Digitalfotos
Digitalkamera: Exif-Daten auslesen mit Exifer
"Mensch, wie hast du dieses Foto nur gemacht?", bekommen Fotografen häufiger zu hören, vor allem wenn die eigenen Fotos richtig gut sind. Gerade in der Digitalfotografie kann sich aber niemand merken, welche Aufnahmeeinstellungen er für jedes Foto benutzt hat. Ein kleines Programm namens Exifer kann hier Abhilfe schaffen: einfach ein Bild auswählen und sofort Bescheid wissen, welche Verschlusszeit, welche Blende oder welche ISO-Empfindlichkeit eingestellt war.
Exif ist ein Dateiformat und steht für "Exchangeable Image File Format". Eine Exif-Datei wird von der Digitalkamera sozusagen in ein Foto hineingeschrieben und landet in der Bilddatei. In ihr werden Informationen zu Aufnahmedatum, verwendeter Brennweite, eingestellter Verschlusszeit und Blende, der gewählten ISO-Empfindlichkeit sowie vieles mehr gespeichert. Die Software Exifer ist eine Freeware, die genau diese Metadaten ausliest und so Einblick in die Aufnahmeeinstellungen eines Bildes gewährt.
Ob nur kurz eine Information zur Verschlusszeit eines bestimmten Bildes gesucht wird oder man genau wissen muss, an welchem Datum um welche Uhrzeit die Sonne an einer bestimmten Position im Foto zu sehen war, die Exif-Daten verraten es. Und so funktioniert das Ganze: Exifer wird gestartet und über den Dateibrowser muss das Verzeichnis ausgewählt werden, in dem sich die Fotos befinden, deren Informationen interessieren. Ein Klick auf ein Foto enthüllt auf der rechten Seite alles, was an Zusatzinformation mit im Foto zu finden ist.

Exifer zeichnet sich durch eine übersichtliche Programmoberfläche und einfache Benutzung aus. Für die schnelle Information zwischendurch genau das Richtige. Die roten Pfeile markieren die gewünschte Information zur Anschaulichkeit des Screenshots.
(Klick vergrößert.)
Im Beispielfall wurden das Aufnahmedatum und die Verschlusszeit für eines der Feuerwerksfotos benötigt. Exifer zeigte schnell an, dass es sich um den 27. August 2006 handelte, als dieses Bild mit sechs Sekunden Verschlusszeit entstand. So konnte für ein erneutes Feuerwerk genau die Aufnahmeeinstellung gewählt werden, um einen ähnlichen Effekt im Bild zu erzielen.
Exifer gibt darüber hinaus Auskunft, welches Kameramodell zum Einsatz kam, welche Brennweite eingestellt, welche Belichtungsmessung aktiv war, welcher Farbraum gewählt wurde und sogar wem die Kamera gehört, sofern dies in der Digitalkamera eingetragen werden kann. So mancher Diebstahl erhielt über in Bilddateien geschriebene Kameraseriennummern schon zusätzliche Brisanz, wenn Bestohlene plötzlich im Internet auf ein Foto aus ihrer Kamera stießen. Leider haben auch Exif-Daten begrenzte Lebensdauer: Spätestens wenn der Bildinhalt schlicht kopiert und in einen neue Bilddatei eingefügt wird, sind sie unwiederbringlich verloren.
