Klonkrieger im Test: T-Com-Router Speedport W 900V
WLAN & Netzwerk: Interne Uhr ohne Nutzen
USB: Drucker und Speichermedien
Wie auch die Fritz!Box 7170 verfügt der Speedport W 900V über einen USB-1.1-Anschluss für Speichermedien und Drucker. Doch während dessen Übertragungsrate für Drucker angemessen ist, ärgert man sich bei Speichermedien doch über die niedrige Geschwindigkeit. Auf die Datenträger kann ohnehin nur mit Hilfe eines FTP-Clients zugegriffen werden; die komfortablere Freigabe per SMB ist nicht möglich. Das FTP-Protokoll ermöglicht dafür die Nutzung vom Internet aus - sofern auf dem Speedport ein DynDNS-Dienst eingerichtet wird.
Bis zu drei USB-Geräte kann der Speedport über einen angeschlossenen USB-Hub verwalten. Das können zum Beispiel zwei Datenträger und ein Drucker sein. Eine individuelle Rechtevergabe gibt es aber nicht: Der FTP-Zugriff läuft über ein vorkonfiguriertes Nutzerkonto, an dem allein das Passwort geändert werden kann. Multifunktionsgeräte, die Fax, Kopierer, Scanner und Drucker vereinen, lassen sich an den Speedport zwar anschließen, aber ausschließlich als Drucker nutzen.
Sobald der W 900V unter Strom steht, baut sein Funkmodul ein ab Werk verschlüsseltes WLAN-Netz auf. Dieses funkt mit den Standards 802.11 b und g, verfügt über einen MAC-Adressfilter und beherrscht alle gängigen Verschlüsselungsarten bis hin zu WPA2. Darüber hinaus kann es als Basisstation bis zu vier WLAN-Repeater verwalten. Ein- und ausgeschaltet wird das Funkmodul per Schalter am Gerät oder per Telefoncode - eine automatische Nacht- oder Wochenendschaltung fehlt dagegen.
Speedport W 900V
Die Konfigurationsoberfläche präsentiert sich in typischem Telekom-Design.
Aufgrund des breiten Standfußes steht er weit von der Wand ab. Was optisch weniger reizvoll ist, macht die Bedienung der rückseitigen Tasten um so einfacher.
Anders als bei der Fritz!Box wirken die Anschlüsse auf der Rückseite des Speedports weniger gedrungen.
Steht gut: Anstatt ihn auf seine Gummifüße zu stellen, kann vor dem Typenschild des Speedports eine Wandhalterung (im Lieferumfang enthalten) angebracht werden.
Alle Anschlüsse liegen gut geschützt, nur der USB-Port nicht. Das erleichtert zwar das kurzfristige Anstöpseln eines Speichersticks, in den meisten Fällen wird dürfte aber ein Drucker oder ein dauerhaft installiertes USB-Medium zum Einsatz kommen.
Selbstverständlich verfügt der Speedport auch über eine integrierte Firewall, die vom Nutzer erstellte Portfreigaben berücksichtigt. Die Option Standardserver schaltet die Schutzfunktion für eine definierte IP-Adresse im lokalen Netzwerk ab, was etwa für Spielkonsolen nötig sein könnte. Benötigt ein angeschlossener Rechner eine gesonderte Internetverbindung, kann die Option PPPoE-Passthroug aktiviert werden. Auch lässt sich der Router-Betrieb vollständig deaktivieren, sodass sich jeder Rechner direkt mit dem Internet verbinden lässt.
Fazit: Netzwerkbasis für Haus und Büro
Im direkten Vergleich mit der Fritz!Box 7170 fehlen dem Speedport W 900V etliche Einstellungsoptionen, die sich die Fritz!Box Update für Update erarbeitet hat. Hier hätte der Speedport noch einiges aufzuholen. In Sachen Hardware hat er dagegen die Nase vorn: DECT-Basis und Anrufbeantworter werten den Telekom-Hausmarenrouter gegenüber der Fritz!box auf. Betrachtet man den Stromverbrauch, ist der Speedport jeder vergleichbaren Kombination aus WLAN-Router, mehreren DECT-Telefonen und Anrufbeantworter überlegen.
Preislich liegt der Speedport mit rund 150 Euro im Online-Handel gerade einmal zehn Euro oberhalb der Fritz!Box 7170. Allerdings ist der Support der T-Com längst nicht so umfangreich wie der von Fritz!Box-Hersteller AVM. Ein Geheimtipp: Wer Spaß am basteln hat, ein bisschen was von Linux versteht und auf Garantie verzichten kann, zieht sich eine Fritz!Box-Firmware auf seinen Speedport. Auf diesem Wege lässt sich die gute Hardware-Ausstattung mit der bewährten AVM-Firmware nutzen.
