Weiterempfehlen   Leserbrief
31.05.2007
Druckversion
powered by

Die geplatzten Versprechungen des Digitalfernsehens

DVB-T: Die digitale Mogelpackung

DVD-Hardware und Medien

Ein weiterer Trick um Platz zu sparen: Sendungen im Breitbildformat werden statt in echtem Breitbild als "letterboxed" dargestellt. Dabei bleibt das Bild in der normalen Breite, oben und unten sind lediglich schwarze Balken eingeblendet. Insgesamt kleineres Bild - weniger Platzbedarf - aber schlechtere Bildqualität, da der Fernseher das Bild vergrößern muss.

Je nach Aufbereitung des Videomaterials kann hier weitere Bildqualität verschenkt werden. In manchen Signalketten wird das Video gleich zweimal komprimiert. Norbert Riepl von T-Systems: "Zum Teil werden die Sendungen analog, zum Teil digital bei uns angeliefert." Wenn das Material schon zuvor im Sender komprimiert wurde, geht durch die erneute Komprimierung unnötig Qualität verloren.



Bild verkleinernBild vergrößern

Schwarze Balken statt Breitbild

Die Vorteile von DVB-T

Der einzige echte Vorteil, den die aktuelle Übertragung in der Praxis bringt, ist das fehlende analoge Bildrauschen. So ist das DVB-T-Bild weniger körnig und damit klarer als die analoge Variante. Dieser Vorteil wird jedoch in der Praxis mit Komprimierungsartefakten und schwacher Bildschärfe erkauft. Auf kleineren Röhrengeräten ist die Qualität noch ausreichend, für große Flachbildschirme ist DVB-T hingegen ungeeignet. Diese decken die Schwächen der Darstellung gnadenlos auf.

DVB-T hat jedoch gewisse Vorteile in der Benutzung. Durch die digitale Übertragungstechnik gibt es Komfort-Extras wie die elektronischen Programminformationen. Zudem gibt es dank DVB-T kompakte und günstige Empfänger für Laptop und PC. Damit wird der Rechner kostengünstig zum Festplattenrekorder. Da die Videodaten schon digital mit moderater Bandbreite übertragen werden, können Computer sie so speichern, wie sie empfangen werden. Ohne aufwändige Enkodierung.

Kein Dolby Digital mehr bei den Privaten

Besonders für Heimkino-Freunde ist ein bestimmtes Feature von DVB-T interessant. Denn einige Sender übertragen nicht nur eine herkömmliche MP2-Tonspur, sondern auch eine Dolby-Digital-Spur. Damit kommt der Zuschauer günstig in den Genuss von digitalem Surround. Doch die Vorreiter ProSieben und Sat1 haben dies vor wenigen Wochen abgeschaltet.

Auf Anfrage von netzwelt bestätigte ProSieben: "Um die Bildqualität über DVB-T weiter zu verbessern, haben wir uns entschlossen, die für Dolby Digital benötigten Datenkapazitäten zu nutzen." Damit fällt ein weiterer Vorteil von DVB-T weg. Allerdings soll der Digitalton nicht endgültig abgeschafft sein: "Mittelfristig arbeiten wir an einer Lösung, die uns auch die Bereitstellung des Dolby-Digital-Signals ermöglicht", heißt es weiter.

Für wen lohnt sich DVB-T?

Insgesamt lohnt sich DVB-T fast nur für Gelegenheitszuschauer, Laptopbesitzer ohne Fernseher oder Fans der öffentlich-rechtlichen Sender. Denn diese senden fast bundesweit und das in ordentlicher Qualität, da für die wichtigen Hauptsender der größte Teil der kostbaren Bandbreite reserviert ist. Die Privatsender reduzieren den terrestrischen Aufwand wegen der hohen Kosten auf ein Minimum. Heimkinoerlebnis mit dem Flachbildschirm ist so jedenfalls nicht machbar.

Mehr Bitrate bei ARD und ZDF

Bild verkleinernBild vergrößern

Mehr Bitrate bei ARD und ZDF
(Klick vergrößert)

TV-Junkies kommen deshalb kaum an einer digitalen Sat-Anlage oder einem digitalen Kabelanschluss vorbei. Diese senden in deutlich höherer Qualität und zudem gibt es dort auch digitalen Surroundsound. Schuld an der Misere um DVB-T sind aber weder die Anbieter noch die Fernsehsender. Es ist vielmehr die Struktur. Zu viele Sender, zu wenig Bandbreite. Zu hohe Kosten für die Privatsender, jedem ihrer Hauptsender einen eigenen Kanal zu reservieren.

Chancen für die Zukunft

Mit mehr Kanälen und größerer Bandbreite könnte das Bild stark verbessert werden. Laut Norbert Riepl wäre es zumindest technisch machbar, neue Funkkanäle einzurichten. Ein anderer Weg wäre schlicht eine effektivere Videokomprimierung wie beispielsweise H.264. Damit wäre auch schon mit der heutigen Bandbreite ein gutes Bild möglich. Allerdings müssten dann sowohl die Distributoren als auch die Kunden neue Hardware anschaffen.

Die Technik dazu steht mit DVB-T2 schon in den Startlöchern und wird in einigen Gebieten Europas bereits getestet. Besonders die Länder, in denen es bisher noch kein DVB-T gibt, interessieren sich für die neueste Form des terrestrischen Fernsehens. In Deutschland wird es jedoch so schnell keine erneute Umstellung der Übertragungstechnik geben.

Autor/in: (pw)


Weitere Artikel zum Thema

Links zum Artikel

Druckversion | Kommentare

« zurück 1 | 2 


Mehr über: Home Entertainment, DVB-T



Kurzfilme

Kurzfilme

Jede Woche neu! Die interessantesten, kostenlosen Videos im Internet.

DVB-T - Überall-Fernsehen

Über die Zimmerantenne alle Programme empfangen? Das bleibt wohl vorerst ein Wunschtraum. Was wo möglich ist, erfahren Sie im DVB-T-Special auf netzwelt.

Filme aus dem Netz

Kurzfilme

Auf YouTube und Co. werden täglich hunderte Millionen Videos angeschaut. Wo finde ich die meisten Clips? Kann schnell eigene Videos veröffentlichen? Und was taugen Video on Demand Dienste?

Videosoftware-Anleitungen

Für Sie ist DivX etwas zum Essen und AVI ein Rockstar? Wunderbar! Hier finden Sie Begriffserklärung und Hilfe zu Codecs, Formate und Software.

Filesharing

Kurzfilme

BitTorrent, Kazaa, eMule! Die Krise der Medienindustrie hat verschiedene Namen.

Heimkino

DVD, Popcorn, Beamer, Leinwand! Fertig ist das perfekte Heimkino-Vergnügen.

akuma.de - Unser Musikdienst

akuma.de - Das digitale Kaufhaus für Musik

Service-Angebote der netzwelt

Werbung


nach oben
Aktuell
Premiere: Der erste tragbare Blu-ray-Player
CyberLink BD Advisor: Ist Ihr PC fit für Blu-ray?
Legria-Serie: Elf neue Camcorder von Canon
Video on Demand
Video-on-Demand-FAQ
Apple iTunes
Amazon unbox
Videodienste im Vergleich
Internetfernsehen
So umgehen Sie Ländersperren
Hulu in Deutschland empfangen
Alternativen zu PPLive
Bundesliga kostenlos übers Internet
DVB, YouTube und andere Specials
DVB-T Senderempfangsliste
YouTube und Co im Test
Videosoftware-Anleitungen
YouTube Downloader

Dicke DSL-Leitungen haben den Videos im Netz zum Durchbruch verholfen. YouTube und Co. erreichen zig Millionen Nutzer im Monat und regen zu einer neuen Mitmach-Video-Gesellschaft an. Deshalb haben Themen wie YouTube Download, Video on Demand, Internetfernsehen, IPTV und Co einen festen Platz auf netzwelt.

RSS Feed abonnieren Nie mehr ein Update dieser Seite verpassen?
Hier klicken, um netzwelt.de zu abonnieren!

Copyright © 2008 by netzwelt.de - DVB-T: Die digitale Mogelpackung - Die geplatzten Versprechungen des Digitalfernsehens
H2 media factory GmbH Impressum | Presse | Kooperationen | Werbung | Rechtliche Hinweise | Sitemap | Jobs