Canon EF 24-105mm L IS USM
Universalzoom: Canons Allround-Objektiv im Praxistest
Tamar Z. Stern
Canon feiert zurzeit das 20-jährige Bestehen des EOS-Systems und bietet für seine digitalen Spiegelreflexkameras und ausgewählte Objektive interessante Preisvorteile im Rahmen einer so genannten Cash-Back Option an. Auch das 24-105 Millimeter Allround-Objektiv wird dadurch immerhin um 45 Euro günstiger. Grund genug, sich das Objektiv einmal genauer anzusehen und zu prüfen, ob die visuelle Qualität der professionell gebrandeten Linse stimmt.
Bildwinkel und Brennweite
Canons Universalzoom aus der professionellen L-Serie vereinigt Weitwinkel und leichte Teleoptik in einem kompakten Objektiv. An einer Vollformatkamera wie der EOS 5D übersetzt sich das in Bildwinkel von 84 Grad im Weitwinkel bis 23 Grad im Telebereich. An anderen Canon EOS-Modellen mit kleineren Sensoren wirken sich die jeweiligen Verlängerungsfaktoren auf die Brennweitenwirkung aus. Beim aktuellen Profimodell EOS-1D Mark III bedeutet der Verlängerungsfaktor von 1,3 eine Verengung des Bildwinkels auf 74 Grad im Weitwinkel und 19 Grad im Telebereich.
Das 24-105 1:4 L IS USM begeistert durch flexible Brennweite bei angenehmer Lichtstärke. Hochwertig verarbeitet und wirksam gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, weist der rote Ring ums Objektiv auf die Zugehörigkeit zur L-Klasse hin.
Damit wirkt das L-Objektiv wie ein 31 bis 137 Millimeter-Zoom. Die Einsteiger-Modelle (wie z.B. die EOS 400D) verlängern die Brennweite in der Wirkung durch den noch kleineren Bildkreis noch stärker: Der Bildwinkel verengt sich auf 53 bis 13 Grad und resultiert in kleinbildäquivalenten 38 bis 168 Millimetern. Um den vierfachen Zoom in dem kompakten Objektiv bieten zu können, hat das Canon EF 24- 105 Millimeter 18 Linsen im Objektivtubus verbaut, die in 13 Gruppen untergebracht sind.
Abbildungsqualität
Technisch erklärt sich die Variabilität eines Zooms dadurch, dass die Linsengruppen im Objektiv zueinander verschoben werden können. Da die Linsen so geschliffen, gerechnet und im Objektiv positioniert sind, dass die Lichtstrahlen optimal gebrochen werden und möglichst senkrecht auf dem Sensor auftreffen, stellen Objektive mit verschiebbaren Linsengruppen stärkere Anforderungen an die Konstrukteure. Im EF 24-105 Millimeter kommt neben drei asphärisch geschliffenen Linsen zur Korrektur von Aberrationsfehlern eine Linse aus stark lichtbrechendem Glas zum Einsatz, welche das Dispersionsverhalten der Lichtstrahlen ändert und so Farbsäume mindern soll.
Ein häufig gesehenes Paar: Die Canon EOS 5D mit EF 24-105 mm 1:4 L IS USM.
In der Praxis zeigt sich bei offener Blende in Telestellung minimale chromatische Aberration. Dieser Fehler lässt sich durch leichtes Abblenden gut kompensieren. Durch die hochwertige Vergütung des Objektivs werden Bildfehler wie Blendenreflexe und Streulicht größtenteils vermieden. So wird auch eine bessere Kontrastwiedergabe gewährleistet. Das Objektiv zeigte in der Praxis sowohl unter Tages- als auch unter Kunstlicht eine gute Wiedergabe des Dynamikumfangs.
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