Hauppauge Nova-TD im Test: Die doppelte Dosis DVB-T

Wiederbelebung

Wohl nicht ohne Grund hat Hauppauge schweres Geschütz in Form eines Deinstallations-Tools auf der CD beigelegt. Damit kann sowohl einer Neuinstallation des Treibers erzwungen werden als auch die Software, Treiber und Registry-Einträge spurlos von der Festplatte radiert werden. Zu diesem äußersten Mittel mussten wir im Test tatsächlich einmal greifen, als WinTV nach Benutzen des "Primary" genannten Darstellungskonfigurators klinisch tot war.

Apropos Darstellung: Dank der von WinTV genutzten VMR-Technik von Windows XP, dem "Video Mixing Renderer", der Video mit Hilfe von DirectX über die Grafikkarte berechnen lässt, ist die Darstellungsqualität des Sticks ausgesprochen gut. Im Gegensatz zu manch anderer DVB-T-Software ist WinTV auch in der Lage, zwischen mehreren Tonspuren zu wechseln, wie dies bei manchen Sendungen möglich ist. Zudem werden die TV-Aufnahmen als "Program Stream" gespeichert, womit MPEG-Software besser umgehen kann als mit den DVB-T-typischen "Transport Streams".

Tonspur

Tonspur wechseln mit WinTV

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Alternativen gesucht

Die mitunter ärgerlichen Mängel der Software sind Anlass genug, sich nach Alternativen umzuschauen. Auf der Produkthomepage verspricht Hauppauge, dass der Nova-TD Mac-kompatibel sei. Grund genug, den Stick erwartungsvoll in einen Apple zu stecken. Tatsächlich: EyeTV erkennt den Nova-TD ohne jegliche Treiberinstallation als "Elgato Diversity". Das Duo arbeitet zusammen, als wären sie füreinander bestimmt. Allerdings mit einer Einschränkung: Die praktische Fernbedienung funktioniert am Mac nicht.

EyeTV

Der Nova-TD arbeitet auch mit EyeTV zusammen

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Dafür gibt es als Entschädigung ein anderes Bonbon. Denn unter EyeTV kann der Nova-TD das, was mit WinTV nicht funktioniert. Wahlweise kann das Tuner-Tandem im Doppelpack mit der gewohnten Diversity-Technik betrieben werden oder als zwei einzelne, unabhängige Empfänger. Mit zwei Tunern separat voneinander aufnehmen, fernsehen - wie es gefällt. Der Haken: EyeTV kostet knapp 80 Euro, das Bundle aus Software und "Elgato Diversity" gar 150 Euro.

Fazit: Viel Licht und viel Schatten

Insgesamt hinterlässt das Hauppauge WinTV Nova-TD einen zwiespältigen Eindruck. "Hardware hui, Software pfui" könnte man zusammenfassend sagen. Das Diversity-Prinzip ist mehr als nur ein Marketingversprechen, sondern macht den Stick dank gutem Empfang in schwierigen Umgebungen oder im Auto und Zug zum zuverlässigen Begleiter. Die Software trübt das Vergnügen jedoch.

Dass der Nova-TD mit Software vom Dritthersteller Elgato besser funktioniert als mit der eigenen, sollte Hauppauge zu denken geben. Mehr Struktur, ein roter Faden im Bedienkonzept und mehr Stabilität wäre wünschenswert. Die unverbindliche Preisempfehlung von 99 Euro ist happig, die Straßenpreise liegen mit 60 Euro jedoch absolut im Rahmen.