Tamron Superzooms
Digitalkamera: Drei Superzoom-Objektive im Test
Die Zeit, in der Kameras mit lichtstarken Normal-Festbrennweiten ausgeliefert wurden, ist lange vorbei. Wo der Fotograf vormals laufen musste, um seinen Bildausschnitt zu finden, reicht heute in der Regel ein Dreh am Objektiv - moderne Zeiten. Doch noch immer gelten Objektive mit variablen Brennweiten unterhalb des Profistandards als Scherben vor der Kamera und werden oft auch abwertend als "Suppenzoom" bezeichnet. Wie aber kommen die variablen Brennweiten zu ihrem schlechten Ruf? Was ist dran am Scherben-Image? Überwiegen tatsächlich die Nachteile der Alleskönner?
Inhaltsverzeichnis
- 1Zoom versus Festbrennweite
- 2Tamron AF 18-200mm F/3,5-6,3 XR Di II Aspherical (IF) Macro
- 3Tamron AF 18-250mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical (IF) Macro
- 4Tamron AF 28-300mm F/3,5-6,3 XR Di LD Aspherical (IF) Macro
- 5Fazit
Trotzdem verkaufen sich diese Objektive gut und viele Fotografen ergänzen ihr Kit-Objektiv durch eine kompakte Superzoomlinse, um den Brennweitenbereich effektiv zu erweitern, ohne schwere Linsen mit sich herumzutragen. Um Licht ins Dunkel zu bringen, stellt Netzwelt drei Superzoomobjektive von Tamron aus dem mittleren Preissegment vor und untersucht ihre Abbildungsleistung: das AF 18-200mm F/3,5-6,3 XR Di II Aspherical (IF) Macro, das brandaktuelle AF 18-250mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical (IF) Macro und das AF 28-300mm F/3,5-6,3 XR Di LD Aspherical (IF) Macro. Denn die erschwinglichen Alleskönner bieten lange nicht die Lichtstärke einer Profilinse, können aber auch für ungefähr ein Viertel des Preises erworben werden.
Superzoom-Objektive im Test
Hohe Zoomfaktoren bescheren dem Fotografen die größtmögliche Flexibilität bei der Bildgestaltung. Die Tamron Reisezooms bieten dabei eine achtbare Bildqualität (Foto: Tamar Zifra Stern).
Tamron AF 18-250mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical (IF) Macro (Foto: Tamron)
Tamron AF 18-200mm F/3,5-6,3 XR Di II Aspherical (IF) Macro (Foto: Tamron)
Tamron AF 28-300mm F/3,5-6,3 XR Di LD Aspherical (IF) Macro (Foto: Tamron)
Zoom versus Festbrennweite
Festbrennweiten sind für einen einzigen Bildwinkel konstruiert. Ausschließlich die Linsengruppe, die im Inneren des Objektivtubus für die Fokussierung verantwortlich ist, bewegt sich. Anders bei Zoomobjektiven: Hier kann der Fotograf durch eine Drehung am Objektiv den Auschnitt ändern, indem er Linsengruppen im Inneren des Tubus bewegt. So werden die Abstände der einzelnen optischen Elemente zueinander verändert: Strahlengang, Bildwinkel und Brennweite sind davon unmittelbar betroffen. Durch die Möglichkeit der Veränderung von Lichtweg und -richtung ist die Konstruktion ein optischer Kompromiss.
Weil alle Stellungen der Objektiv-Elemente ein möglichst optimales Ergebnis, das heißt möglichst viele parallel auf den Sensor auftreffende Lichtstrahlenbündel, liefern sollen. Außerdem ist es bei einer variablen Konstruktion aufwändiger, die vom Objektiv verursachten Abbildungsfehler, wie zum Beispiel die chromatische Aberration, in vertretbaren Grenzen zu halten. Durch Korrektur-Linsen und längere Lichtwege verliert das Zoom an Lichtleistung im Vergleich zu einer Festbrennweite. Lichtstarke Zoomobjektive erfordern größere Linsendurchmesser, sind schwerer und teurer als die kompakten Reisezooms.

Tamron AF 18-200mm F/3,5-6,3 XR Di II Aspherical (IF) Macro
Das elffache Zoomobjektiv macht mit einer Baulänge von 157 Millimetern bei einem Durchmesser von knapp 74 Millimetern eine schlanke Figur. Diese kompakten Abmessungen werden durch die Verwendung von Glas mit hohem Brechungsindex ermöglicht. Auch die beiden anderen vorliegenden Objektive sind mit diesem Glas bestückt. Von den 15 Linsen sind drei asphärisch geschliffen und zwei aus Glas mit besonders niedriger Farbstreuung. Die in 13 Gruppen aufgeteilte optische Konstruktion erzeugt gute Bildergebnisse: Es ist kaum chromatische Aberration zu erkennen und das Kontrastverhalten ist über alle Brennweitenbereiche hin gut. Auf den Fotos zeigt sich für eine Superzoomlinse wenig Verzeichnung.
Zwar ist sie im Weitwinkel deutlich zu sehen, aber für ein elffaches Zoom durchaus in Ordnung. Durch die Gummierung kann der Fotograf das Objektiv sehr gut fassen, das Zoom lässt sich in der 18-Millimeter-Einstellung verriegeln, was den Transport sichert. Beim Fokussieren verändert sich die Baulänge nicht, auch die Frontlinse wird nicht bewegt. Filter lassen sich so mühelos einsetzen. Der Anschluss an das Kamera-Bajonett hat einen Metallkern, ist aber mit Kunststoff überzogen. Das Objektiv ist ausschließlich für digitale Spiegelreflexkameras mit APS-C formatigen Sensoren konstruiert.

Tamron AF 18-250mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical (IF) Macro
Das nach der photokina 2006 vorgestellte 13,9-fache Zoomobjektiv bietet bei gleicher Lichtstärke 50 Millimeter mehr Brennweite im Telebereich als der ältere Bruder. Optisch ist es nahezu ebenso gut wie das 18-200-er, was unter Berücksichtigung des Zugewinns an Brennweite beachtlich ist. Der optische Aufbau wurde um ein Element auf 16 Linsen erweitert, von denen zwei asphärisch geschliffen sind. Anders als das 18-200-er weist das neue Objektiv nur ein Element aus LD-Glas auf, das für geringe Farbstreuung sorgt. Dafür besteht ein Linsenelement aus AD-Glas, das einige Farben anormal bricht und so auch einer Streuung entgegen wirkt.

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Die Qualität der Tamron-Objektive scheint sich - glaubt man dem Test - seit den Analogzeiten deutlich verbessert zu haben. An alle Interessenten: Es gibt erhebliche Preisschwankungen von Anbieter zu...