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Amazon: Heftiger Flirt mit EMI

Amazon: Heftiger Flirt mit EMI Es war eine der großen Internet-Schlagzeilen in den letzten Tagen. Amazon will noch in diesem Jahr damit beginnen, Musik per Download im Internet zu vertreiben. Bisher verkaufte das größte Internetwarenhaus Musik noch auf CDs. In Zukunft möchte der Konzern Online-Musikdiensten wie iTunes und Musicload Konkurrenz machen. Dabei setzt das Unternehmen auf den weit verbreiteten MP3-Standard und wird auf Digital Right Management (DRM) verzichten. Mit EMI konnte Amazon ein wichtiges und großes Musik-Label an seiner Seite präsentieren, das ab sofort die Philosophie der DRM- freien Musik-Downloads mitträgt. Dabei sind unbeschnittene Musik-Downloads im Internet jedoch gar nicht so neu.

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Apple verkauft EMI-Musik ohne DRM bereits seit April

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Es ist vielleicht kein Zufall, dass EMI den Vertrieb von DRM-freien Downloads nochmals mit dem Einstieg von Amazon in das Musik-Download-Geschäft verkündete. Denn EMI hat den Vertrieb von DRM-freien Musikstücken in Apples iTunes schon Anfang April gestartet. Wahrscheinlich geht das wiederholte Kundtun dieser frohen Botschaft auf das Konto von Marketing-Strategen. Schließlich sind die CD-Verkäufe weiterhin rückläufig und einige Musikliebhaber scheuen den kostenpflichtigen Download von geschützter Musik in den populären Online-Stores. Denn die meisten der dort erworbenen Musikdateien lassen sich nicht auf jedem MP3-Player abspielen. Zusätzlich ist eine durch DRM geschützte Datei nicht beliebig oft kopierbar.

Steve Jobs, Mitgründer und Chef von Apple, machte bereits vor einiger Zeit damit Schlagzeile, als er Musiklabels dazu aufrief, auf den Schutz mittels DRM zu verzichten. Daher könnte man auch behaupten, dass sich EMI zu diesem Schritt entschlossen hat, um noch mehr Kunden vom illegalen Musik-Download weg zu bekommen und diese Musikstücke legal im Internet zu erwerben. Denn der Schutz per DRM war und ist immer noch ein Argument für den illegalen Download in Tauschbörsen wie Emule, Kazaa oder Azureus.

Wasserzeichen als Schutz vor Missbrauch

Dass Amazon früher oder später Musik im Internet genauso vertreiben wird, wie es Apple mit iTunes vorgemacht hat, war eigentlich abzusehen. Die Sensation ist wohl eher, dass EMI so schnell auf den Zug mit DRM-freier Musik aufgesprungen ist. Und so nutzen die Marketing-Strategen und die PR-Abteilungen von Amazon und EMI diese weise Erkenntnis, um daraus eine Schlagzeile zu generieren. Und Amazon mit einer Innovation als neue Größe neben den bereits etablierten Musikläden von iTunes und Musicload zu positionieren.

Dabei ist DRM-freie Musik, legal erwerbbar im Internet, nichts Neues. Es gibt bereits eine große Anzahl an Online-Shops, wie beispielsweise FineTunes, die so genannten Independent- Labels unter Vertrag haben und deren Musikstücke nicht mit einem Schutz mittels DRM verkaufen, sondern im MP3-Format mit einem Wasserzeichen versehen. Dieses Wasserzeichen enthält Lizenz-Informationen. Also zum Beispiel, wo die Datei erworben wurde und die Kundennummer des Käufers. DRM-freie Musikstücke sind so beliebig oft kopierbar und von jedem Player, der das MP3-Format versteht, abspielbar. Bei einem Lizenzverstoß, wie dem unerlaubten Veröffentlichen im Internet, könnte der Besitzer trotzdem ermittelt werden.

Hoffentlich erkennen auch die restlichen Labels den Trend hin zur DRM-freien Musik und weg von proprietären Formaten wie Windows Media Audio (WMA). Die Kunden werden es dankend entgegennehmen und im besten Falle noch mehr Musik legal herunterladen.

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