AMD: Ein phänomenaler Angriff
K10-Architektur bei "Phenom" tonangebend
Neben dem Phenom FX plant AMD den Launch des Phenom X4 ("Agena"), der sich ebenfalls an Konsumenten der High-End-Sparte richtet. Über lediglich zwei Kerne verfügt der Phenom X2 ("Kuma"), der in erster Linie den Massenmarkt bedienen soll. Wie seine Quad-Core-Brüder kann aber auch der Phenom X2 von den Vorteilen der neuen CPU-Architektur auf K10-Basis profitieren. Dazu zählt in erster Linie ein zwei Megabyte großer Level-3-Cache. Das ist ein Zwischenspeicher, den sich die verschiedenen Prozessorkerne teilen können, um gleichzeitig auf gemeinsam benötigte Speicherinhalte zuzugreifen. Daneben verfügt jeder Kern aber nochmals über einen eigenen L2-Cache mit 512 Kilobyte.
Ein weiteres neues Merkmal der K10-Architektur ist die Stromspartechnologie "Enhanced Power Now!", die es unter anderem ermöglicht, die einzelnen Kerne mit unterschiedlichen Taktfrequenzen arbeiten zu lassen, sodass Energie eingespart werden kann, wenn der Prozessor nicht voll ausgelastet ist. Darüber hinaus verfügen die K10-CPUs über die Hochgeschwindigkeitsverbindung HyperTransport 3.0 und die Unterstützung von DDR2-1066-Speicher. Die genannten Vorzüge können allerdings erst in Verbindung mit dem Sockel AM2+ (Phenom X4/Phenom X2) beziehungsweise 1207FX+ (Phenom FX) voll ausgeschöpft werden. Bei den älteren Varianten AM2 und 1207FX, zu denen die CPUs abwärtskompatibel sind, muss darauf verzichtet werden. Die ersten Phenom FX-, X2- und X4-Prozessoren arbeiten je nach Ausführung mit einer Taktfrequenz von 2,2 bis 2,8 Gigahertz sowie einer Verlustleistung zwischen 65 und 89 Watt.
Um zu erfahren, inwiefern AMD in der Aufholjagd gegen Intel mit "Phenom" tatsächlich einige Punkte gut machen kann, ist wie üblich Warten angesagt. Auch Intel selbst wird wohl nichts anderes übrig bleiben. Vorsichtshalber wird der Chipriese jedoch ein wenig an der Preisschraube drehen und seine Vierkern-CPUs demnächst deutlich billiger anbieten. Zumindest ist dies zurzeit aus der Gerüchteküche zu vernehmen. Und daran kann auch wirklich etwas Wahres dran sein. Ein kluger Schachzug wäre es jedenfalls sicher, noch schnell dafür zu sorgen, dass möglichst viele Systeme weltweit auf den eigenen Vierkern-Prozessor setzen, bevor es eine Alternative der Konkurrenz gibt.
