Erste Quad-Core-CPUs vom Intel-Konkurrenten

AMD: Ein phänomenaler Angriff

AMD: Ein phänomenaler Angriff Einfach den Kopf in den Sand stecken und auf bessere Zeiten warten ist eine Möglichkeit, der Überlegenheit eines Konkurrenten zu begegnen. AMD geht im Fall von Intel jedoch einen anderen, offensiveren Weg. "Wir legen die Hände nicht in den Schoß, sondern arbeiten an Lösungen, die das Blatt wieder wenden werden", kündigte AMD bereits im netzwelt-Interview an. Den Worten folgen nun Taten.

AMD verspricht eine "phänomenale Erfahrung"

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Schritt für Schritt tastet sich der Chipfabrikant aus dem kalifornischen Sunnyvale derzeit an seinen Erzrivalen Intel heran, um ihm die Führungsposition im Prozessormarkt streitig zu machen: Chipfertigung in 65-Nanometer-Strukturen kann AMD neuerdings auch; als nächstes soll der Markt für Quad-Core-CPUs in Angriff genommen werden. Intel ist in diesem Bereich schon länger unterwegs und hat bereits Prozessoren mit vier Kernen - sowohl für Server als auch für Desktop-Rechner - unters Volk bringen können. In der zweiten Hälfte dieses Jahres wird der Chipgigant jedoch Konkurrenz von AMD bekommen - und zwar in Form der Vierkern-Server-CPU "Barcelona" und der jetzt neu vorgestellten "Phenom"-Reihe für Desktop-Rechner.

Phenom steht in der Langform für "phenomenal experience" (phänomenale Erfahrung). Klingt hochtrabend, ist laut AMD aber durchaus gerechtfertigt. Zur Untermauerung ihrer Versprechungen führen die Kalifornier ins Feld, dass sich hinter Phenom die ersten "echten" Quad-Core-Prozessoren verbergen würden. Man wolle die "Schwachstelle bei anderen Produkten, die zwei Dual-Core-Chips zu Quad-Core-Prozessoren kombinieren", vermeiden und stattdessen vier Kerne erstmals direkt auf einem einzigen Chip unterbringen. Das ist natürlich als direkter Seitenhieb in Richtung Intel zu verstehen, hinter deren Vierkern-Prozessoren sich in Wirklichkeit zwei separate Dual-Core-Chips verbergen, die in einem gemeinsamen Prozessorgehäuse untergebracht sind. Für die Kommunikation zwischen den Chips ist hier ein externer Front-Side-Bus notwendig. Auf den kann AMD bei seiner geplanten Architektur verzichten; dadurch soll eine deutlich bessere Performance im Vergleich zu Intels Vier-Kern-CPUs erreicht werden.

Topmodell der neuen Phenom-Prozessorreihe ist der Phenom FX (Codename "Agena FX"), der speziell für die High-End-Gaming-Plattform Quad FX konzipiert wurde. Quad FX wurde von AMD ursprünglich als erste Antwort auf Intels Vierkern-Prozessoren eingeführt, um zwei Dual-Core-CPUs auf einem Board unterbringen zu können, sodass auch Systeme auf AMD-Basis in der Lage waren, mit der Kraft der vier Herzen zu arbeiten. In der Kombination zweier Quad-Core-Prozessoren vom Typ Phenom FX wird das Ganze zurzeit als "FASN8" (vom engl. "fascinate" = faszinieren) bezeichnet. Bestandteil dieser Achtkern-Plattform sind zudem die neue DirectX-10-fähige ATi Radeon HD 2000-Serie sowie ein neuer Hochleistungschipsatz, zu dem AMD bislang aber noch keine näheren Informationen enthüllt hat.

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