Spieletest: Two Worlds

Zwei Welten, drei Thronanwärter

Optisch zeigt die Doppelwelt zwei Gesichter. Prächtige Texturen, realistische Wettereffekte, vielfältige Architekturen und phänomenale Weitsicht einerseits, anorganische Städte, karge Innensansichten und Dungeons auf der anderen Seite. Schwer zu kämpfen hat die 3D-Engine mit peinlichen Clippingfehlern, die der eindrucksvollen Atmosphäre wiederholt Stöße versetzen. Reittiere verschmelzen zwischen Kopf und Schweif mit Baumstämmen, Menschen können in Felsen und Säulen Verstecken spielen.

Gratulieren darf man den Verantwortlichen zur Wahl der Sprecher, die fast ausnahmslos überzeugen, im Falle der Hauptperson (Dietmar Wunder alias James Bond) sogar glänzen. "Two Worlds" ist das richtige Abenteuer für Lesemuffel, alle Dialoge sind vertont. Lobenswert sind die ebenfalls gesprochenen Einführungen in neue Kampftechniken, Diebestricks oder magische Grundlagen, für die der Held tief in die Tasche greifen muss. Die Musik von Harold Faltermeyer, der insbesondere Ü-30-Spielern ein Begriff sein dürfte, ist gefällig, dynamisch, aber nicht immer auf der Höhe des Geschehens. Wenn über den Handelsbildschirm nervöse Kriegsmusik poltert, fühlen sich Volkswirte möglicherweise mitgerissen, als Nicht-Ökonom ist man irritiert.

Spieletest: Two Worlds
Einen baumstarken Helden haben wir uns anders vorgestellt, die Kollisionsabfrage muss dringend überarbeitet werden.
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Dass moderne Games zeitgleich mit einem Patch veröffentlicht werden, daran sind Spieler inzwischen gewöhnt. Gefährlich dünn wird der Geduldsfaden, wenn es dann noch immer nicht rund läuft. Auch nach mittlerweile zwei Updates besteht für die polnischen Macher Nachholbedarf, sollen Aussetzer der Gegner-KI, wacklige Mehrspielerpartien oder Anflüge von Höhlenakustik auf weiter Flur endgültig der Vergangenheit angehören. So heftig wie in "Gothic 3" wütet der Fehlerteufel aber nicht. Abstürze oder spielerische Sackgassen, die zu einem Neustart zwingen, ergaben sich während des Tests keine.

Trotz der angeführten Mängel werden Fantasyfans gut unterhalten, zumindest diejenigen, die lieber jagen und sammeln statt eine Wissenschaft aus Regelwerk und Charakterentwicklung zu machen. Das einsteigerfreundliche "Two Worlds" lässt "Gothic 3" hinter sich, um freie Sicht zu haben auf jenen Thron, den "Oblivion" weiterhin besetzt.

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