Test: Radeon HD 2900 XT vs. GeForce 8800
Laut, leise und hungrig
Zusätzlich zur Grafikkarte legt Sapphire noch einen Gutschein für die so genannte "Black Box" aus dem Hause Valve inklusive "Half-Life 2 Episode 2", "Portal" und "Team Fortress 2" bei. Schön und gut, nur müssen diese Spiele erst noch auf den Markt kommen. Dafür kann man mit zwei DVI-Adaptern für analoge Bildschirme, Kabeln für Composite und Component sowie einem HDMI-Adapter sofort etwas anfangen. Selbiges gilt für die mitgelieferte Software zur Videowiedergabe und -bearbeitung und die Vollversion des 3DMark06. Die mitgelieferte "Crossfire"-Brücke geht bei Bedarf eine leistungsfördernde Ehe mit einer zweiten Grafikkarte ein.
Ungefähr gleich klobige Kühler deuten zumindest optisch auf eine vergleichbare Geräuschkulisse hin. Was im Leerlauf noch zutreffen mag, denn dort geht die Lüfter-Lautstärke der HD 2900 XT im Gesamtsystem einfach unter. Sensible Lauscher vernehmen lediglich ein leises, hochfrequentes Pfeifen. Leider weicht die akustische Zurückhaltung spätestens beim Spielen einer schlechten Angewohnheit. Zunächst bleibt die Kühlung für einige Sekunden nahezu unhörbar, anschließend dreht der Lüfter für eine kurze Dauer scheinbar voll auf - mit entsprechend strapaziösen Folgen für die Ohren, denn das unangenehm laute Spektakel wiederholt sich fortlaufend.
Grafikkarten mit Ati Radeon HD 2900 XT lässt sich vielesnachsagen, ein leises Lüftergeräusch sicherlich nicht.
Immerhin pfeifen die Spannungswandler der HD 2900 XT erheblich leiser als die der GeForce 8800 GTX und GTS, was aber nur im unausgelasteten Zustand wirklich auffällt. Keine besonders guten Manieren zeigt sie wiederum beim Blick auf den Strommesser: Im schlimmsten Fall übertrifft sie selbst den ohnehin schon enormen Energieverbrauch der GeForce 8800 GTX noch um satte 45 Watt.
Nachholbedarf
In puncto Performance hinterlässt die HD 2900 XT einen eher halbgaren Eindruck. Bei "Half-Life 2" hinkt sie kilometerweit hinter sämtlicher GeForce-8800-Konkurrenz her, während sie bei "Prey" immerhin zu einer werksübertakteten GeForce 8800 GTS mit 320 Megabyte aufschließen und sie zumindest teilweise auch übertreffen kann. Bei den synthetischen Benchmarks - sofern denn überhaupt möglich - degradiert Atis DirectX-10-Alternative wiederum beide GTS-Varianten mit 640 und 320 Megabyte und schlägt im 3DMark05 sogar die GeForce 8800 GTX.
Test: Radeon HD 2900 XT vs. GeForce 8800
Nachdem die Konkurrenz derart heftig vorlegte, steht dem Radeon HD 2900 XT ein schwerer Kampf bevor. Netzwelt lässt den langersehnten Ati-Boliden auf GeForce 8800 GTX und GTS los.
Nvidia gibt für GeForce 8800 GTX und GTS 128 beziehungsweise 96 Stream Prozessoren an, während Ati von 320 Einheiten spricht. Allerdings lassen die höchst unterschiedlichen Werte noch keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Performance zu.
Mit 740 Megahertz taktet der Grafikprozessor des HD 2900 XT (GPU) deutlich schneller, der Speicher mit 825 Megahertz wiederum etwas langsamer als beim GeForce 8800 GTX.
Die vorliegende Sapphire Radeon HD 2900 XT liegt nicht nur preislich genau zwischen den Testkandidatinnen mit GeForce 8800 GTX und GTS, sondern auch was die Abmessungen angeht. Sie ist nur wenig länger als die GTS, aber deutlich kürzer als die GTX.
Bei den synthetischen Benchmarks - sofern denn überhaupt möglich - degradiert Atis DirectX-10-Alternative wiederum beide GTS-Varianten mit 640 und 320 Megabyte und schlägt im 3DMark05 sogar die GeForce 8800 GTX.
Beim Grafikspeicher greift Ati in die Vollen und verpasst seinem Top-Modell gleich ein halbes Gigabyte, das über einen 512 Bit breiten Datenkanal angebunden ist.
Nach der langen Zeit des Wartens ist es nun endlich soweit. Ati startet seine Gegeninitiative zu Nvidias GeForce 8800: Volles Spiele-Programm für Windows Vista dank DirectX 10 und Leistung am oberen Ende der Messlatte für schlappe 400 Euro.
Die Spannungswandler der HD 2900 XT pfeifen erheblich leiser als die der GeForce 8800 GTX und GTS, was aber nur im unausgelasteten Zustand wirklich auffällt.
Nvidias GeForce 8800 GTX und GTS setzen auf eine 384- respektive 320-Bit-Schnittstelle und 768 beziehungsweise 640 Megabyte RAM, allerdings sind auch preiswertere GTS-Karten mit nur 320 Megabyte erhältlich, von denen wir ebenfalls ein Exemplar in unsere Testläufe einbeziehen.
Wie die Mitbewerber baut der HD 2900 XT auf verkleinerte 80-Nanometer-Strukturen, die sage und schreibe 700 Millionen winziger Transistoren auf einer Grafikkarte unterbringen. Zum Vergleich: Selbst die stärksten PC-Prozessoren mit vier Kernen kommen auf lediglich 582 Millionen Schaltelemente.
So genannte Stream Prozessoren sind der Stoff, aus dem heutzutage virtuelle Traumwelten gemacht werden. Ähnlich einem Ameisenhaufen vereinen sich viele kleine Teile zu einer leistungsstarken Gemeinschaft, im Falle des Radeon HD 2900 XT verteilt auf eine 24 Zentimeter lange Platine.
Entweder veranschaulichen die synthetischen Messwerte das tatsächliche Performance-Potenzial der HD 2900 XT oder sie täuschen über mangelnde Leistungsreserven hinweg. Viel näherliegend als Letzteres sind jedoch unausgereifte Treiber, die auch Grafikkarten-Hersteller Sapphire gegenüber netzwelt einräumt. Hier muss Ati allerdings eine Art dreidimensionales Wunder vollbringen, um die drastischen Defizite durch verbesserte Treiber auszugleichen. Dafür punktet das Testexemplar der HD 2900 XT mit einem üppigen Übertaktungspotenzial, was allerdings von Karte zu Karte variieren kann.
Übertaktungspotenzial
| Temperatur und Übertaktung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Sapphire Radeon HD 2900XT | Asus EN8800GTX/ HTDP/768M | EVGA e-GeForce 8800GTS 640MB Superclocked | BFG GeForce 8800 GTS OC 320MB | |
| GPU-Temperatur | ||||
| Leerlauf | 55 °C | 54 °C | 49 °C | 46 °C |
| Volllast | 64 °C | 78 °C | 67 °C | 65 °C |
| Takt Standard | ||||
| GPU | 743 MHz | 575 MHz | 576 MHz | 550 MHz |
| Speicher | 1.656 MHz | 1.800 MHz | 1.700 MHz | 1.600 MHz |
| 3DMark06 | 10266 3DMarks | 10836 3DMarks | 9653 3DMarks | 9229 3DMarks |
| SM2.0 Score | 4505 | 5091 | 4431 | 4175 |
| HDR/SM3.0 Score | 4916 | 5017 | 4224 | 3984 |
| Takt Overclocking | ||||
| GPU | 850 MHz | 630 MHz | 640 MHz | 650 MHz |
| Speicher | 1.900 MHz | 1.800 MHz (Standard) | 1.760 MHz | 1.800 MHz |
| 3DMark06 | 11013 3DMarks | 11185 3DMarks | 10426 3DMarks | 10374 3DMarks |
| SM2.0 Score | 4919 | 5303 | 4923 | 4887 |
| HDR/SM3.0 Score | 5423 | 5260 | 4670 | 4637 |
Schlusswort
Ein wirklich abschließendes Fazit zum Radeon HD 2900 XT ist im Augenblick leider nur in Teilbereichen möglich - die Ati-Grafik lärmt wie ein hyperaktiver Haarfön und schluckt wie ein deutsches Oberklasse-SUV. Anbetracht der mitunter widersprüchlichen Performance besteht noch keine Gewissheit darüber, ob die GeForce 8800 GTS nun einen wirklich ernstzunehmenden Widersacher bekommen hat oder nicht. Sollte es bei der schwachen Leistungsentfaltung bleiben, sehen wir in dieser Hinsicht aber leider schwarz. Wie die neuesten Ati- und Nvidia-Grafikkarten jedoch auf ihrem eigentlichen Fachgebiet, sprich in DirectX-10-Anwendungen abschneiden werden, bleibt bis zum Erscheinen der ersten Spiele weiterhin offen.

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