Voll spieltauglicher 22-Zoll-Flachbildschirm in Edel-Optik
Asus MW221U im Test: Günstige Gamer-Glotze
Monitore
Von Liebe auf den ersten Blick kann trotz der edlen Optik keine Rede sein. Im Werkszustand liefert der 22-Zöller in puncto Kontrast und Farbreichtum eine schwache Vorstellung. Um ihm doch noch eine zufriedenstellende Darstellung zu entlocken, muss der Zuschauer entweder langwierige Experimente mit den zahlreichen Einstellmöglichkeiten in Kauf nehmen oder den sRGB-Modus im Untermenü "Farbtemperatur" anwählen. Der letztgenannte zeigt rein subjektiv das beste Bild, wenn gerade die Zeit für die Geduldsprobe einer Feinjustierung fehlt.
Nachteil: Bei Luminanz und Kontrast muss man mit festen Werten von 90 und 80 Prozent Vorlieb nehmen, die keine nachträglichen Korrekturen nach oben oder unten zulassen. Einerseits leidet dadurch insbesondere die im Normalzustand merklich höhere Helligkeit, andererseits wirken die Farben sofort viel ansehnlicher. Daher beziehen sich die folgenden Aussagen zur Bildqualität ausschließlich auf den sRGB-Modus. Wer das Gerät einfach im Auslieferungszustand belässt, muss mit zum Teil drastischen Einbußen rechnen.

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Erst durch Feinarbeit wird das Bild ansehnlich.
Vor allem die Schärfe überzeugt, wenngleich manch höherwertiger TFT-Monitor hier noch eine Spur "gestochener" abschneidet. Für den MW221U spricht außerdem, dass er entgegen einiger anderer Flachbildschirme mit TN-Panel und vieler Notebook-Displays auf eine spiegelnde Hochglanzoberfläche verzichtet. Für die verwendete Technologie sind die seitlichen Blickwinkel angenehm weitläufig. In vertikaler Hinsicht stünde ihm eine höhere Toleranz jedoch bedeutend besser, denn hier erscheint das Bild recht früh dunkler beziehungsweise heller.
Bei Büroarbeit, Internetsurfen und Spielen können sich die kräftigen Farben durchaus sehen lassen und gemessen am günstigen Preis werden auch unterschiedlich helle Graustufen fein differenziert. Anspruchsvolle Bildbearbeiter und Grafikprofis sollten dennoch besser nach einem anderen Gerät mit VA- oder IPS-Panel Ausschau halten. Denn großflächige Verläufe wirken stets etwas unregelmäßig und Rot erhält einen gewissen Anflug von Orange.
Insgesamt malt der 22-Zöller ein eher mittelmäßig sattes, abgesehen von einem helleren Streifen am unteren und oberen Rand aber noch einigermaßen akzeptables Schwarz. Doch leider bleibt es nicht dabei. Sobald das Umgebungslicht nachlässt oder der Blick nicht in der Ideallinie auf das Display fällt, wirkt die Bildfläche fleckig und zeigt eine sehr inhomogene Ausleuchtung. Immerhin trägt die ordentliche Interpolation ein wenig zur Ehrenrettung bei: Niedrigere Auflösungen werden zwar wie bei jedem Flachbildschirm unschärfer dargestellt, aber trotzdem nicht zu stark verwaschen.
Asus MW221U im Test
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Spätestens beim Spielen offenbart der MW221U seine wahre Bestimmung. So etwas wie Schlieren scheinen ihm völlig fremd, die rasante Reaktionszeit bügelt sie einfach weg. Mit seinem extrem schnellen Ansprechverhalten schließt er beinahe bis zu einem Röhrenbildschirm auf, der bei vergleichbarer Bildgröße gleich viermal so viel Strom verbraucht. Verschiedene Auflösungen beherrscht ein solcher allerdings ohne größere Qualitätseinbußen, was dem schlanken 22-Zöller nicht gelingt. Dennoch bleibt das 3D-Bild ansehnlich, geht aber mit erhöhtem "Treppchen"-Aufkommen einher. Während der anwählbare "Spielmodus" im Normalfall recht unwirkliche Farben erzeugt, macht er Games hingegen gleich noch eine Stufe schöner.
Bei der Videowiedergabe offeriert der flotte Flachbildschirm nicht so viel Unterhaltungswert wie beim Zocken. Die leuchtenden Farben stehen ihm zwar gut, ändern an der etwas stumpfen Optik aber nicht allzu viel. Außerdem werden hier die Defizite beim Schwarzwert umso deutlicher. Dagegen bewegt sich die für TFT-Monitore typische Grobkörnigkeit auf einem noch vertretbaren Niveau. Für empfindliche Ohren sind die in die Rückseite eingelassenen Lautsprecher denkbar ungeeignet, da sie zum Übersteuern neigen und kaum Substanz besitzen.
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