Digitalkamera-Technik: Der Messsucher
Bildkontrolle durch den Sucher
Je nach Einstellung der Brennweite werden im Sucher unterschiedliche Bildgrenzen angezeigt, die von einem Leuchtfenster, das zwischen Sucher und zweitem Messfenster angesiedelt ist, eingeblendet werden. Das Umfeld des Bildrahmens ist zu sehen, sodass der Fotograf schnell auf Änderungen im Umfeld des Motivs reagieren und den Ausschnitt anpassen kann.Während das Sucherbild einer Spiegelreflexkamera beim Betätigen des Auslösers vom Spiegel verdeckt wird und der Fotograf keine Chance mehr hat, den Augenblick der Aufnahme zu überwachen, bleibt der Sucher einer M-Kamera vom Auslösevorgang unbeeinflusst, sodass beispielsweise bei Sportaufnahmen noch kontrollierter gearbeitet werden kann.
Kameratechnik: Der Messsucher
Schematische Darstellung des Messsucher-Prinzips nach den Regeln der Trigonometrie: Messbasis und Entfernung zum Motiv bilden einen rechten Winkel, der zweite Winkel ist durch die Stellung des Drehspiegels im Innern bekannt. So wird die Entfernung zum Motiv ermittelt.
Und hier das tatsächliche Bauteil. Der Übertragungsregler von Objektivschnecke zum Drehspiegel ist deutlich zu sehen.
Blick durch den Sucher einer Messsucherkamera: Erst wenn beide Bilder im Zentrum deckungsgleich sind, ist die Tulpe scharf gestellt.
Aufbau eines Messsuchers mit Linsen, Prismen und Leuchtrahmen (hier in der Zeiss Icon), schematisch darstellt.
Die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera, die Kine-Exakta der Firma Ihagee aus Dresden. Gebaut ab Mitte der 30er Jahre.
Fazit
Ob Messsucher- oder Spiegelreflexkamera ist für viele Fotografen eine Philosophiefrage. Da sie keinen Autofokus bieten, werden Messsuchersysteme in der aktuellen Pressefotografie, einer ehemaligen Bastion des M-Systems, kaum noch verwendet. Doch in der Theater-, Reise- oder Reportagefotografie hat das System noch viele Liebhaber. Durch das Einführen der ersten digitalen Messsucherkamera mit weitreichender Kompabilität zu den Optiken analoger M-Hersteller hat die Firma Epson 2004 den Grundstein für das Fortbestehen des Systems in der Zukunft gelegt. Nach der Einführung der Leica M8 ist endgültig klar: Der Messsucher wird nicht verschwinden und weiterhin Fotografen begeistern.
