Fototipp: Available Light-Fotografie
Technisches
Dies bietet sich allerdings nur dann an, wenn Bewegungen des Motivs entweder ausgeschlossen oder für den Effekt erwünscht sind. Zweitens kann er bei gleichbleibenden Verschlusszeiten die Blende weiter öffnen und so mehr Licht sammeln. Damit erhält er sich unter Umständen die kürzere Verschlusszeit, verändert aber die Schärfentiefe und damit die kreative Bildaussage.
Die dritte Möglichkeit, einer Situation mit wenig Licht zu begegnen, ist das Erhöhen der Empfindlichkeit des Sensors, der ISO-Empfindlichkeit. Damit erhält der Fotograf einen größeren Spielraum in der Wahl von Blende und Zeit, muss aber mit einem höheren Rauschen in seinen Bildern rechnen. Auch wenn das Bildrauschen in den meisten fotografischen Genres als sehr störend empfunden wird, kann es in Bildern auch durchaus einen ästhetischen Reiz erzeugen. Wer es möglichst vermeiden möchte, arbeitet auch im Dunkeln mit niedrigen ISO-Werten und setzt ein Stativ ein.
Um kontrollierte Bildergebnisse zu erhalten und keine Glückstreffer zu landen, bietet es sich an, unter niedrigen Lichtbedingungen Halbautomatiken zu verwenden oder ganz manuell zu arbeiten. Die Halbautomatiken haben den Vorteil, dass der Fotograf nur einen Teil der Denkleistung vollbringen muss, den Rest übernimmt die Kamera. Die Digitalfotografie bietet dank des Kamerabildschirms die Möglichkeit der unmittelbaren Bildkontrolle. So kann der Fotograf direkt nach der Probeaufnahme die Parameter anpassen und weiter arbeiten. Ebenso wie die Belichtungszeit können auch die einzelnen Messmethoden zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Aufnahmen desselben Motivs können mit Spot-, Mehrfeld- und mittenbetonter Lichtmessung sehr verschieden wirken. Auch hier bieten sich Experimente an.

Die Symmetrie in der Tiefe dieses Raums und seine Farbstimmung wären von einem Blitz völlig zerstört worden. Mit dem vorhandenen Licht kann die elegante Atmosphäre glaubhafter transportiert werden. Foto: Tamar Zifra Stern (Klick vergrößert.)
Gerade wenn mit niedrigen ISO-Werten oder längeren Belichtungszeiten gearbeitet wird, um die Bildqualität zu maximieren oder Bewegungseffekte wie Lichtspuren von Fahrzeugen kontrolliert einzufangen, ist das Verwenden eines Stativs unerlässlich. Fehlt das Stativ, kann auch ein fester Auflagepunkt in der Umgebung gesucht werden. Das Nutzen eines Kabel- oder Infrarotauslösers verhindert das Verwackeln der Aufnahme beim Auslösen.

Sagen Sie Ihre Meinung!