Chatsucht: Wer ist hier gefährdet?
Chatsucht: Wer ist hier gefährdet?
Petzold: Es gibt sicher eine kleine Teilgruppe von Menschen, die zusammen mit einer psychischen Störung irgendeiner Art dann das eine oder andere bevorzugen. Die Alkoholabhängigen, die eben auch ein solches Kommunikationsbedürfnis haben, gehen in die Kneipe. Jemand der Schwellenangst hat, sich in diverse Etablissements oder allgemein außer Haus zu begeben oder vielleicht irgendwelche Ängste wie Platzangst in Menschenmengen oder Vergleichbares hat, der wird sich mit Kommunikation eher zu Hause beschäftigen.
Netzwelt: Das Internet ist ja als Kommunikationsplattform besonders interessant, da man anonym in ganz unterschiedliche Rollen schlüpfen kann.
Petzold: Sicher, das ist natürlich ein interessanter Aspekt. Im Internet ist die Hürde sehr gering. Das tun andere Leute in realen Fantasy-Rollenspielen zwar auch, indem man sich verkleidet und etwas anderes darstellt. Die viel einfachere Form ist natürlich, das in virtuellen Welten im Internet zu tun. Das ist eine neue Faszination, die Online-Rollenspiele möglich machen.
Netzwelt: Die Kommunikation per Textzeile kann natürlich einfacher manipuliert werden als Gesten, Gesichtsausdruck und Stimmlage im realen Gespräch. Zum Stichwort virtuelle Welten: In beispielsweise Second Life oder There kann sich der Internet-Nutzer komplett neue Identitäten aufbauen. Haben solche 3D-Umgebungen prinzipiell mehr Anziehungskraft als zum Beispiel ein einfacher Bildschirmchat? Ist deren Suchtpotenzial sogar höher?
Petzold: Nein, das Suchtpotenzial geht nicht von einer anderen oder besseren graphischen Umgebung aus, das Suchtpotenzial hängt ab von Persönlichkeit und Nutzungsfaktoren. Nur zu einem ganz geringen Teil muss natürlich auch eine Faszination von dem Medium selbst ausgehen.
Netzwelt: Stellen virtuelle Kontakte für Betroffene eher Ergänzung oder Ersatz für echte Kontakte dar?
Petzold: Virtuelle Kontakte werden sehr häufig in Form von echten Kontakten weitergeführt oder sind begleitend zu tatsächlichen, echten Kontakten. Dass sie als Ersatz gewählt werden, ist eher eine unübliche Form, die nur in Einzelfällen auftritt.
Netzwelt: Wenn es nun jemanden wirklich erwischt hat, wo findet der oder die Betroffene Hilfe?
Petzold: Die Internetseite Onlinesucht.de ist eine ganz gute Anlaufstelle. Weitere Informationen befinden sich auch auf meiner Internetseite. (Die genannten Adressen befinden sich in der Linkbox am Ende des Artikels).
Netzwelt: Vielen Dank für das Gespräch.

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Sucht ist es dann, wenn das reale Leben darunter leidet und wenn aus Spaß ein Zwang wird. Also nicht mehr chatten, weil es Spaß macht und es mir dabei gut geht, sondern weil ich muss, nicht mehr anders kann. Wer...
Chat und Foren können schon zur Sucht werden aber nur dann wenn man das reale völlig vergisst. Ich bin mal mehr oder weniger in Foren oder Chatte,kommt auch darauf an wieviel Lust ich dazu habe, Es gibt auch tage da...
Ich würde es auch nicht als Sucht bezeichnen, was wir hier machen, eher als Hobby. Mache es auch nur auf Arbeit so zwischendorch. Zu Hause gehe ich kaum an den PC - also nicht suchtgefährdet.:confused:
Ich finde den Begriff "Sucht" auch etwas -naja- unpassend. Es gibt sicher Einzelfälle, die nicht mehr ohne Netz leben wollen (von "können" möchte ich da gar nicht reden!) . Aber nur weil man...
Ich bin auch in Foren unterwegs und habe auch ein Messi der regelmäßig benutzt wird,bin aber nicht süchtig da ich durchaus auch ohne kann:winker: