Onlinesucht: Die verkannte Krankheit

Onlinesüchtig - und nun?

Dr. Platz weiß: "Mehr als fünf Stunden privat genutztes Internet pro Tag gelten bereits als ein sicheres Warnsignal mit den Folgen sozialer Desintegration, Vernachlässigung von Beruf, Arbeit, Studium, Familie et cetera." Wer wissen will, ob er Online-Sucht-gefährdet ist, kann zudem diverse Tests im Internet machen. "Als sicher und praktisch zu verwenden gilt dabei der Fragebogen des Amerikanischen Psychologenverbandes. Wenn von den genannten zehn Fragen vier bejaht werden, kann bereits eine Online-Problematik vorliegen", so Werner Platz. Einen Link zu dem Test finden Sie am Ende dieses Artikels.

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Auf den ersten Blick kurios: Die meisten Anlaufstellen für Online-Süchtige finden sich im Internet. Neben Informationsseiten von Psychologen, Selbsthilfegruppen und Kliniken finden Internetsüchtige vor allem in Online-Foren Infos zum Thema. Das diese Infos gerade in dem Medium zu finden sind, welches für die Betroffenen so schwierig ist, ist dabei kein Problem: "Abstinenz ist, im Gegensatz zu anderen Suchtformen, bei Internet-Dependence ohnehin nicht das Ziel - alleine schon wegen beruflicher Notwendigkeiten. Angestrebt wird stattdessen ein kontrollierter Umgang mit dem Internet", so Dr. Platz.

Zudem ist das Internet oft der einzige Weg für Betroffene Hilfe zu finden. Alleine die Webseite von Gabriele Farkes Verein HSO 2007 verzeichnet zwischen 80.000 und 130.000 Seitenaufrufe pro Monat. Dort können Onlinesüchtige erste Informationen zum Thema, professionelle Ansprechpartner sowie ein Forum mit zahlreichen Einträgen finden.

Hilfe in Form einer Therapie ist hingegem derzeit eher schwieriger zu bekommen. Internetsucht ist als Krankheit nicht restlos anerkannt. Die Krankenkassen kommen deshalb nicht immer für die Behandlung durch einen Psychotherapeuten auf. Doch Besserung ist in Sicht. Gabriele Farke: "An der Anerkennung der Krankheit Onlinesucht arbeiten wir seit zehn Jahren. Derzeit stellt sich ganz unmittelbar bevorstehend die Situation so dar, als wären wir kurz davor eine Anerkennung zu erreichen. Es müssen allerdings noch die Suchtkriterien nach ICD-10 erfüllt sein, was eben immer noch nicht zu Papier gebracht wurde."

Krankenkassen immer kulanter

Immerhin konnte Farke in den letzten Jahren beobachten, dass die Krankenkassen wesentlich kulanter im Bezug auf die Krankheit wurden: "Inzwischen ist es längst nicht mehr so, dass Onlinesucht nicht doch von den Krankenkassen akzeptiert wird. Wir kennen inzwischen auch statioäre Einweisungen in Kliniken mit der Diagnose 'Onlinesucht', bei denen die Krankenkassen anstandslos zahlten. Leider haben viele Therapeuten und Ärzte immer noch Angst, die Diagnose 'Onlinesucht' eindeutig zu stellen", so die Vereinsvorsitzende.

Auch wenn es immer noch verhältnismäßig schwierig ist, professionelle Hilfe bei der Krankheit Onlinesucht zu bekommen: Es tut sich etwas. In wenigen Jahren wird Internetsucht deshalb vielleicht als "ganz normale" Suchterkrankung behandelt - mit spezialisierten Ärzten, guten Therapien und vor allem einer guten Suchtprävention und Aufklärung.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 5 Beiträge

Onlinesüchtig ist man dann, wenn man den AUS Knopf nicht mehr findet, wa? Aber Spass beiseite - das kann schon richtig blöd werden, wenn man seine Alltagsverpflichtungen vernachlässigt und mit Freunden nur...

Online-Sucht googlen nur Leute, denen nachts langweilig ist, die es aber nicht schaffen, den PC auszuschalten. :D

Sitzen zwei Hacker tage- und nächtelang vor ihren PCs. Nachdem sie dann endlich den Pizzaboten kommen lassen geht einer von ihnen an die Tür. Als er zurück kommt fragt ihn der andere wie das...

Wie war das doch gleich: Die Realität ist da, wo der Pizzamann herkommt . :eek: :) :D :rolleyes: (Oder so ähnlich.)

Onlinesucht wird dann zur Gefahr wenn man zwischen virtell und real nicht mehr unterscheiden kann.Man kaspelt sich von seinem Umfeld ab,dies hat zur Folge das man kaum noch reale Kontakte hat. Man vernachlässigt...

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