Wann wird Internetnutzung zur Sucht?
Onlinesucht: Die verkannte Krankheit
Internet & Netzwelt
Egal ob Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht - jeder dürfte sich unter diesen Krankheiten sowie deren Folgen etwas vorstellen können. Aber was versteht man eigentlich unter Onlinesucht und welche Folgen hat diese noch verhältnismäßig neue Krankheit? Wann spricht man von einer Begeisterung für das Medium Internet, wann von waschechter Sucht? Welche Formen der Internetsucht gibt es und was kann man im Fall einer Sucht gegen die unkontrollierte Online-Nutzung tun?
Inhalt
- Was ist Onlinesucht?
- "Alle Personen sind gleichermaßen gefährdet"
- Wann wird Begeisterung zur Sucht?
- Onlinesüchtig - und nun?
- Krankenkassen immer kulanter
Was ist Onlinesucht?
Als Internetsucht wird der zwanghafte Drang bezeichnet, sich regelmäßig und maßlos mit dem Internet zu beschäftigen. Dr. Werner Platz ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie am Humboldt Klinikum in Berlin und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der noch jungen Krankheit Onlinesucht: "Die Bezeichnung 'süchtig' ist dabei eine umgangssprachliche Bezeichnung. Nach ICD-10 (International Classification of Diseases, 10th Revision) wird eigentlich von Abhängigkeit gesprochen, die bisher jedoch nur als stoffgebundene Abhängigkeit, zum Beispiel in Zusammenhang mit Drogen, Medikamenten oder Alkohol definiert ist. Als einzige nicht-stoffgebundene Störung gilt bisher 'pathologisches Spielen' - auch bekannt als Spielsucht."
Zu diesen "nicht-stoffgebundenen Störungen" kann auch die Internetsucht gezählt werden (auch wenn dies in der internationalen Krankheits-Klassifikation IDC-10 noch nicht festgehalten wurde - dazu später mehr). Grundsätzlich können dabei drei Arten von Onlinesucht unterschieden werden: Online-Kommunikationssucht, Online-Spielsucht sowie Online-Sexsucht. Als Kommunikationssucht im Internet wird dabei die zwanghafte Kommunikation in Chats, über E-Mail und in Foren bezeichnet, als Online-Spielsucht gilt das zügellose Spielen von Online-Games wie etwa "World of Warcraft". Als onlinesexsüchtig gelten Menschen, die exzessiv Pornoseiten oder Cybersex-Chats besuchen.
"Alle Personen sind gleichermaßen gefährdet"
Allen drei Onlinesuchtarten gemeinsam ist jedoch, dass es in Folge einer übermäßigen Nutzung des Mediums Internet zu verschiedenen Veränderungen kommt, die den Alltag eines Süchtigen immer mehr vereinnahmen. Eine der einschneidendsten Folgen einer Onlinesucht ist oft, dass sich Süchtige nach und nach immer mehr vom realen Leben abkapseln und den allergrößten Teil ihrer Freizeit oder gar ihres gesamten Lebens lieber im Netz verbringen.
Süchtig kann dabei jeder werden, wie Gabriele Farke, Vorstandsvorsitzende des HSO (Hilfe zur Selbsthilfe für Onlinesüchtige) 2007 e.V. weiß: "Es sind alle Personen gleichermaßen gefährdet, egal welchen Alters, welchen Geschlechts, welchen Berufes und welchen gesellschaftlichen Standes." Ähnlich wie bei anderen Suchterkrankungen sind jedoch labile Menschen im allgemeinen eher gefährdet als Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl, die mit "beiden Beinen im Leben stehen."
Wann wird Begeisterung zur Sucht?
Die Frage ab wann man bei einem Betroffenen von Sucht sprechen kann, ist unterdessen schwer zu beantworten: "Die Übergänge von Fazination zu Sucht sind fließend, wie bei allen anderen Süchten auch. Ein Alkoholiker wird niemals beantworten können, wann genau er dieses 'eine Glas zu viel' getrunken hat. Ein Onlinesüchtiger verliert nach und nach sein persönliches Umfeld, seine Freunde, seine Gemeinsamkeiten mit anderen, seine Hobbys, sein Interesse an der Schule oder der Arbeit und an der Familie. Er konzentriert sich auf seine Online-Aktivitäten und spürt nicht einmal, wie einsam er letztlich dadurch wird", so Farke.
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Onlinesucht wird dann zur Gefahr wenn man zwischen virtell und real nicht mehr unterscheiden kann.Man kaspelt sich von seinem Umfeld ab,dies hat zur Folge das man kaum noch reale Kontakte hat. Man vernachlässigt Freunde oder auch Familie und merkt dann auch nicht das die sich zurückziehen,wenn man dann den pc ausmacht merkt man erst wie alleine man ist. Doch dann ist schon zu spät
Wie war das doch gleich: Die Realität ist da, wo der Pizzamann herkommt.
:eek: :) :D :rolleyes:
(Oder so ähnlich.)
Sitzen zwei Hacker tage- und nächtelang vor ihren PCs.
Nachdem sie dann endlich den Pizzaboten kommen lassen geht einer von ihnen an die Tür. Als er zurück kommt fragt ihn der andere wie das Wetter draußen ist.
Er antwortet: "Caps lock"
Grüße Grunzer
PS: das zweite Vorkommen von "ICD 10" heißt im Artikel "IDC 10"
Ach ja für die, die den zugegebener Maßen flauen Wortwitz nicht verstehen:
"Caps lock" ist die Feststelltaste für "Shift". Also es "shift" ohne Unterbrechung...
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