NEC MultiSync LCD2470WNX im Test: Scharfmacher
Bildschön
Daneben punkten die leicht vom Bildschirm abgesetzten Bedienelemente mit satten Klickgeräuschen, besitzen aber zu viel Spiel und sitzen sehr locker. Immerhin ist die Handhabung herrlich einfach - bis auf eine Ausnahme. Die direkte Kontrast- und Helligkeitseinstellung über eine Art eingebauten Joystick kann ungeübte Anwender regelrecht in den Wahnsinn treiben: Während Änderungen im Helligkeitsmenü per Seitwärtsbewegung vorgenommen werden und ein Vertikal-Manöver das Kontrast-Fenster öffnet, funktioniert es beim Kontrast nur in der genau umgekehrten Reihenfolge.
Beim Anblick des eingeschalteten Displays gerät die oberflächliche Kritik schnell in Vergessenheit oder zumindest weit in den Hintergrund. Einerseits überstrahlt die enorme Helligkeit jeden Zweifel und sorgt bisweilen für schwarze Flecken auf der Netzhaut, zumal schon die Hälfte der Leuchtkraft in den meisten Fällen völlig ausreicht. Eine bestechende Schärfe wie mit dem Laserstrahl geschnitten kommt andererseits hinzu, doch das soll noch längst nicht alles gewesen sein. Nach dem Umstieg von einem minder- bis mittelwertigen Büroflachbildschirm macht der hohe Kontrastreichtum selbst feinste Details sichtbar, die dem Auge zuvor nie wirklich aufgefallen sind.
Dass sogar Grafik-Profis mit dem LCD2470WNX glücklich werden können, zeigen auch die zugleich intensiven und ausgesprochen gleichmäßigen Farben. Lediglich an den äußersten Rändern erscheint die Kolorierung rein subjektiv ein Quäntchen dunkler. Eine nicht ganz perfekte Vorstellung liefert er auch bei Graustufen, hier entstehen bei einem möglichst homogenen Verlauf von Weiß nach Schwarz in den sehr dunklen Bereichen deutlich sichtbare Längsbalken. Bei der unabhängigen Betrachtung der Graustufen differenziert das S-PVA-Panel wiederum sehr fein zwischen sehr hellen und dunklen Werten.
Bei Bedarf steht das Display hochkant.
Schwarz satt
Meckern auf hohem Niveau: Die maximale Leuchtkraft setzt dem satten Schwarz gehörig zu, doch selbst dann dürfte es noch das der meisten preisgünstigeren Geräte übertreffen. Ab einer Helligkeit von etwa 80 Prozent und darunter erinnert die komplett verdunkelte Bildfläche dafür an den sternenlosen Nachthimmel während einer Mondfinsternis. Unregelmäßig ausgeleuchtete Stellen sucht man indessen vergeblich. Um den Blickwinkel muss man sich keine allzu großen Sorgen machen, da die Anzeige auch bei extremen Abweichungen bloß eine Spur matter erscheint.
Mehr durch Zufall machen wir beim Qualitäts-Check noch eine zwar unscheinbare aber gleichermaßen unschöne Entdeckung: Nachdem der 24-Zöller eine ganze Nacht lang eingeschaltet blieb und nur die Windows-Oberfläche anzeigte, bildete sich eine Art Wasserzeichen aus Desktop-Symbolen und Teilen des Hintergrundbildes. Glücklicherweise fällt dieser Effekt nicht im Normalbetrieb, sondern bloß bei bestimmten Grautönen der Test-Software und konzentriertem Hinsehen ins Auge. Erst nach einer gewissen Auszeit erscheint das Bild wieder so, wie es aussehen sollte.
NEC MultiSync LCD2470WNX im Test
Mit dem überbreiten MultiSync LCD2470WNX bringen sie nun einen ernstzunehmenden Konkurrenten für die heimkinotauglichen 24-Zöller aus dem Hause Dell und Eizo an den Start.
Für hochauflösende Bilder von Blu-ray, HD DVD und HDTV ist er bereits bewappnet, aber auch für Broterwerb und Spiele?
Abgesehen von den ausladenden Abmessungen ist die Riesenmattscheibe kein Freund des Dickauftragens, sondern vielmehr des Understatements. Lediglich der schmale Bildrahmen in Silber durchbricht die mattschwarze Einheits-Optik.
Ergonomisch wertvoll bezeichnet die Verstellmöglichkeiten überaus treffend. Denn das NEC-Breitbild rangiert auf dem Flexibilitäts-Niveau des Dell UltraSharp 2407WFP und kann den Eizo FlexScan S2411W mit einer Pivot-Funktion ausstechen, sprich einer möglichen Drehung vom Quer- ins Hochformat.
Die enorme Helligkeit überstrahlt fast jeden Zweifel und erzeugt bisweilen schwarze Flecken auf der Netzhaut.
Mit weniger als der Vollausstattung gibt sich der LCD2470WNX erst gar nicht zufrieden, so bringt er außer einem digitalen und analogen Signaleingang noch vier praktische USB-Ports mit. Die passenden Kabel sind dabei reine Ehrensache und verschwinden geschickt hinter einer großen Abdeckung im Standfuß.
Dass NEC in der Riege der High-End-Flachbildschirme ganz vorne mitspielen kann, stellten die Japaner auf dem netzwelt-Prüfstand schon mehrere Male unter Beweis.
Zwar arbeitet die Mechanik nicht völlig makellos, hinterlässt in den entscheidenden Disziplinen dennoch einen durweg ordentlichen Eindruck. Für die bereitstehenden Verstellmöglichkeiten ist nicht mehr als eine Hand notwendig und lediglich Neigung und Pivot-Option verlangen nach einem beherzteren Zugriff.
Nach dem Umstieg von einem minder- bis mittelwertigen Büroflachbildschirm macht der hohe Kontrastreichtum selbst feinste Details sichtbar, die dem Auge zuvor nie wirklich aufgefallen sind.
Mit Vergnügen
In Sachen digitaler Freizeitspaß besticht das Display unter anderem durch seine üppige Bildfläche und das 16:10-Format, das schwarze Balken bei der Video-Wiedergabe auf ein erträgliches Maß reduziert. Zusätzlich werden bewegte Bilder durch die prächtigen Farben aufgewertet. Auf kurze Distanz präsentiert es diese jedoch etwas grobkörnig, zudem deckt es Artefakte eher auf als ab - wie es bei manchen, qualitativ weniger hochwertigen TFT-Monitoren mit TN-Technologie zu beobachten ist.
Mit seinem S-PVA-Panel will der LCD2470WNX gar kein Gerät für hypersensible Hardcore-Gamer sein, denen es auf die letzte Millisekunde Reaktionszeit ankommt. Als vielseitiger Allrounder meistert er aber auch diese Disziplin mit Bravour. Der angenehm plastischen Darstellung steht allerdings ein erhöhtes Aufkommen von Kanteneffekten entgegen, bei dem das Antialiasing der Grafikkarte Abhilfe schafft. Beim Zocken müssen aber nicht zwangsläufig die vollen 1.920 x 1.200 Pixel ausgereizt werden, denn bei niedrigeren Auflösungen interpoliert der NEC-Flachbildschirm hervorragend. Alternativ können geringere Pixel-Aufkommen über einen Menübefehl als verkleinerter Ausschnitt angezeigt werden.

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