Ultraflache Ästheten-Tastatur
Logitech diNovo Edge im Test: Eingeben für Angeber
Wer hier am Drücker ist, hält eine der teuersten und wahrscheinlich schönsten Tastaturen in den Händen. Ob die diNovo Edge von Logitech auch zu den besten zählt, zeigt der netzwelt-Testbericht. Orangefarbene Lichteffekte hinter schwarz verspiegeltem Acrylglas, eine Handballenauflage aus Aluminium, berührungsempfindliche Sensoren und ein eingebautes Touchpad sind nur einige Eckpunkte der knapp einen Zentimeter flachen Extravaganz.
Inhaltsverzeichnis
- 1Notebook-Nachahmer
- 2Orangen und rund
- 3Nichts für Kassenkräfte
- 4Volle Ladung
- 5Logitech kontra Microsoft
Obwohl im Auftritt eher schlicht, umweht die diNovo Edge ein edler Hauch von Luxus. Mit der harmonischen Kombination von Klavierlack-Optik und gebürstetem Leichtmetall kann man kaum etwas falsch machen, in dieser Hinsicht wagt Logitech also keine risikoreichen Design-Experimente. Dennoch ist die aggressiv-orangene Beleuchtung von recht seltener Natur, da die Hersteller effektheischender Eingabegeräte in der Regel auf kühles Blaulicht setzen.
Inhalt
Notebook-Nachahmer
Nicht nur äußerlich erinnert das nahezu perfekt verarbeitete Edel-Keyboard an die Tastatur eines Notebooks, es fühlt sich auch genauso an. In puncto Ansprechverhalten hat Logitech alles richtig gemacht - besser geht es kaum. Sämtliche Tasten bestechen durch ihre ausgesprochen wertige und exakte sowie angenehm leise Rückmeldung, mit der das Tippen gleich doppelt so viel Spaß macht. Etwas problematisch dürfte es sich jedoch gestalten, wenn die Aufmerksamkeit des Schreibers mehr dem Keyboard selbst als dem Inhalt des Bildschirms gilt.
Was durchaus passieren könnte, auch wenn Ergonomie-Experten etwas anderes empfehlen würden. Denn laut Bildschirmarbeitsverordnung sollten Tastaturen eine reflexionsarme Oberfläche aufweisen, was dieses spezielle Exemplar aber herzlich wenig interessiert. Im Test gereicht dies der diNovo Edge aber keineswegs zum Nachteil. Abgesehen von der hohen Anfälligkeit für Schmutz, Staub und Fingerabdrücke versteht sich, doch immerhin gehört auch ein überaus sinnvolles Wischtuch zum Lieferumfang.
Animation: TouchDisc und Lautstärkeregler
Orangen und rund
Beim Entwurf wurde scheinbar penibelst darauf geachtet, dass keine unnötige Beschriftung das Understatement verfälscht. So leuchten die Piktogramme für die sekundäre Konfiguration der F-Tasten 1 bis 12 beispielsweise erst nach dem Betätigen der entsprechenden "Fn-Taste" am unteren Rand. Nicht viel mehr als eine Spielerei, aber eine äußerst sehenswerte. Gleiches gilt auch für den gekonnt versteckten Lautstärkeregler, der erst beim Kontakt mit der berührungsempfindlichen Sensorleiste zwei kleine Lichtpunkte offenbart.
In der unteren rechten Ecke bietet die so genannte TouchDisc sowohl viel fürs Auge als auch für die Finger. Ein sanfter Druck genügt, um ihr eine grell-orangene Korona zu entlocken. Funktional entspricht sie dem Touchpad eines gewöhnlichen Notebooks, der einzige Unterschied besteht im runden statt rechteckigen Format. Auf diesen Mausersatz wäre mit Sicherheit so mancher Mobilcomputer stolz. Das Fingerfeld arbeitet zwar reaktionsschnell und zackig, lässt es aber trotzdem nicht an Präzision mangeln.
Selbst an zwei sauber ausgewiesene Bereiche fürs horizontale und vertikale Scrollen wurde gedacht, in deren Mitte eine winzige Halbkugel treffsicheres Feedback vermittelt. In unmittelbarer Nachbarschaft sitzen zudem zwei vollwertige Alternativen zu den Maustasten, weiterhin bietet sich ein weiterer Linksklick am linken Rand für die beidhändige Bedienung an.
Tiefgelegt und abgehoben
Zweifellos hat die diNovo Edge nicht bloß einen schönen Schein zu bieten. Dank des durchdachten Layouts überzeugt sie auch in Sachen Ergonomie. Einen Beitrag dazu leistet die integrierte Handballenauflage aus Aluminium, bei der lediglich die kühle Materialanmutung manchen Eingeber stören könnte. Derart tiefergelegt war bisher noch keine Tastatur auf dem netzwelt-Prüfstand: Mit einer Höhe von gerade einmal 1,1 Zentimetern unterbietet sie außer dem Microsoft Wireless Entertainment Keyboard 7000 sogar die bis dato flachsten Vertreter Cherry eVolution Stingray und Barracuda.
Ganz im Gegensatz dazu tragen die Standard-Tasten in der untersten Reihe alle etwas dicker auf als gewöhnlich. Dadurch müssen die Finger einerseits eine leicht kürzere Distanz zurücklegen und können den ein oder anderen Sekundenbruchteil flotter reagieren, andererseits bietet die erhöhte Leertaste den beiden Daumen einen angenehm entspannten Liegeplatz. Zwei ausklappbare Standfüßchen für eine komfortable Schräglage stehen ebenfalls bereit. Doch auch wenn diese gerade eingefahren sind, lässt die Rutschfestigkeit des Keyboards auf glattem Untergrund stark zu wünschen übrig.
Animation: Doppelt belegte F-Tasten
Insgesamt kann die diNovo Edge dennoch auf dem Schreibtisch glänzen, allerdings leidet die Alltagstauglichkeit unter dem fehlenden Nummernblock. Dafür fällt der Unterhaltungswert umso höher aus. Dank Bluetooth 2.0 erzielt Logitechs Luxus-Gerät eine hohe und gegen Störungen weitgehend gefeite Reichweite von satten zehn Metern. Zudem funktioniert die Touchdisc selbst auf dem gemütlichen Wohnzimmer-Sofa, den Oberschenkeln oder im Stehen noch einwandfrei und eignet sich somit bestens zum Steuern von digitalen Medienspielern.
Nichts für Kassenkräfte
Beim Kauf der diNovo Edge muss anbetracht des derzeitigen Mindestpreises von sage und schreibe 140 Euro natürlich die Kasse stimmen. Verkäufer und Verkäuferinnen im Einzelhandel dürfte ihre Akustik höchstwahrscheinlich etwas zu sehr an Arbeit erinnern, denn beim Aktivieren der Feststelltaste für die Großschrift piepst sie wie der Strichcode-Scanner einer Supermarktkasse. Logitechs beiliegende SetPoint-Software verfügt zwar über eine entsprechende Abschaltfunktion, die im Test unter Windows XP und Verwendung der neuesten Programmversion jedoch leider wirkungslos blieb.
Ansonsten leistet sich das altbekannte Konfigurationswerkzeug keine nennenswerten Schnitzer. So funktioniert das Deaktivieren der optischen Statusmeldungen auf dem Bilschirm wiederum völlig problemlos, ebenso wie das individuelle Belegen der programmierbaren Tasten. Einzig bei der TouchDisc sowie dem Lautstärkesensor und den drei Zoom-Schaltern muss mit den voreingestellten Standardfunktionen Vorlieb genommen werden, dafür lassen sich hier immerhin Empfindlichkeit und Bewegungsbeschleunigung justieren.
Volle Ladung
Wie es bei den höherwertigen Mäusen aus eigener Produktion bereits gang und gäbe ist, gibt Logitech bei der diNovo Edge nun zum ersten Mal einer Tastatur eine Ladestation mit auf den Weg. Das hochglänzende Stück Kunststoff erinnert an eine bekannte Schokolade in Zackenform und sorgt mit einem Gewicht von beachtlichen 385 Gramm für einen sicheren Stand. Allerdings wäre eine Möglichkeit, die Tastatur während des Betriebs mit frischer Energie einzudecken, bedeutend sinnvoller gewesen. Andernfalls gäbe es aber wohl kaum Gelegenheit, die auffällige Rückseite in dunklem Orange zu bewundern. Im Hochformat rastet das Keyboard sauber ein und startet den Ladevorgang mit dem bereits bekannten Piepton.
Logitech gibt die Leistung der eingebauten Lithium-Ionen-Batterie mit 950 Milliamperestunden an, was in etwa der eines besseren AAA-Akkus entspricht. Nach zwei Stunden soll der Akku komplett geladen und für eine Betriebsdauer von zwei Monaten gewappnet sein. Klingt nicht nach besonders viel, doch möglicherweise wurde hier vorsichtshalber untertrieben: Im Test attestierte die Energieanzeige selbst nach einem kompletten Arbeitsstag immer noch einen hunderprozentigen Ladestand.
Links zum Thema
- Tastatur-Konfigurator von netzwelt
- Logitech
- Schöner schreiben: Enermax Aurora und Crystal im Test
- Ultraflache Funk-Tastaturen: Cherry eVolution Stingray und Barracuda im Test
- Test: Microsoft Wireless Entertainment Desktop 7000
- Edel: Logitech diNovo Media Desktop 2.0 im Test

da kann ich allerdings nicht zustimmen . Hier mag das Preis leistungs verhältnis nicht ganz stimmen aber Logitech hat endlich den alten apple schrott in ein hochwertiges logitech model umgewandelt.Nutzer die wie ich...
ok, vieleicht ist der vergleich nicht ganz sauber, aber die apple-taststur aus alu kostet auch nur nen bruchteil, aber so langsam bekommt die windowswelt ein wenig von der qualität mit die apple-nutzer schon lange...