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Ratgeber: Empfang und Reichweite von WLAN-Routern verbessern
Tipps und Tricks für eine kurze Leitung

von Hannes Rügheimer Uhr veröffentlicht

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Drahtlose Netzwerke versprechen komfortablen Datenaustausch und Internet-Zugriff für Notebook oder Media Center im Wohnzimmer, ohne dass man aufwändig Kabel verlegen müsste. Doch nicht immer klappt das so problemlos, wie es die Hersteller versprechen und die Anwender erwarten. Dann bricht die Datenrate massiv ein, die Reichweite ist geringer als gedacht - oder es kommt schlicht gar keine Verbindung zustande. Will das Funknetz nicht so, wie Sie wollen, sind häufig die physikalischen Eigenschaften elektromagnetischer Wellen oder von Baumaterialien die Ursache.

Drahtlose Netzwerke oder auf Englisch "Wireless LANs" (kurz WLANs) versprechen komfortablen Datenaustausch und Internet-Zugriff für Notebook oder Media Center im Wohnzimmer, ohne dass man aufwändig Kabel verlegen müsste. Doch nicht immer klappt das so problemlos, wie es die Hersteller versprechen und die Anwender erwarten.

Dann bricht die Datenrate massiv ein, die Reichweite ist geringer als gedacht - oder es kommt schlicht gar keine Verbindung zustande. Will das Funknetz nicht so, wie Sie wollen, sind häufig die physikalischen Eigenschaften elektromagnetischer Wellen oder von Baumaterialien die Ursache. Auf den folgenden Seiten zeigt Ihnen netzwelt, wie Sie die häufigsten Probleme mit Wireless LANs in den Griff bekommen.

WLan Nutzung Werbung

Nicht immer ist bei der WLAN-Nutzung so eitel Sonnenschein wie auf den Werbebildern der Hersteller.

Das kennt wohl jeder WLAN-Nutzer: Am gewünschten Ort ist das Funksignal nicht oder nur mit zu geringer Feldstärke zu empfangen. Gemeinerweise verhalten sich die Funkwellen oft sehr launisch. Dann klappt der Empfang mal, ein anderes Mal klappt er wieder nicht.

Die Funksignale von drahtlosen Netzwerken sind sehr empfindlich gegen Abschirmungen, inbesondere durch Wasserleitungen und Pflanzen, aber auch bestimmte Baumaterialien. Das hat einen physikalisch leicht nachvollziehbaren Grund: Das von WLAN, Bluetooth und anderen Funkstandards genutzte "unregulierte Frequenzband" um 2,4 Gigahertz wurde bei allen Frequenz-Vergabeverfahren ausgespart, weil es sich eigentlich für Funkübertragungen nur sehr schlecht eignet. 2,4 Gigahertz ist nämlich die Resonanzfrequenz von Wasser.

Typische WLAN-Killer: Pflanzen, Mikrowelle, Beton

Aus diesem Grund arbeiten auch Mikrowellenherde auf dieser Frequenz und können andere 2,4-Gigahertz-Signale stören. Ebenso lässt sich so erklären, warum Pflanzen sehr effektive WLAN-Blocker sind - nämlich wegen des in ihnen enthaltenen Wasseranteils. Und aus demselben Grund können sogar Regen und Schnee die WLAN-Reichweite reduzieren.

Beton- oder Ziegelwände mit hohem Feuchtigkeitsanteil stören WLAN stärker als trockene Baumaterialien wie Gips oder Schaumstoff. Bei Holz und anderen Materialien hängt ihr Abschirmungsverhalten davon ab, wie hoch ihr Wasseranteil ist. Aber auch Metall und Stahl sind für WLAN-Funkwellen ungünstig, weil sie elektromagnetische Wellen blockieren. Und sogar Glasflächen beeinflussen die Signale, weil sie die Funkwellen zum Teil reflektieren.

Stellen Sie die WLAN-Basis in der Mitte des Versorgungsbereichs und fernab von Pflanzen, feuchten Baumaterialien, Wasserleitungen, Stahlbeton, Metallmöbeln und ähnlichen WLAN-Störern auf.

Diese Faktoren sollten Sie bei der Standortwahl für Ihre WLAN-Basisstation berücksichtigen. Grundsätzlich sollte die Basisstation zentral in der Mitte des Versorgungsbereichs stehen und nicht durch die gerade genannten WLAN-Störer abgeschattet werden. Üblicherweise strahlen WLAN-Antennen in die Breite aus. Sollen sich die Signale - etwa in einem mehrstöckigen Einfamilienhaus – eher in die Höhe ausbreiten, kann es sich lohnen, die Antennen um 90 Grad zu drehen beziehungsweise die Basisstation auf die Seite zu legen.

Die meisten WLAN-Basisstationen stellen 13 Kanäle von Nummer 1 bis Nummer 13 zur Wahl. Für den US-Markt entwickelte Geräte unterstützen möglicherweise nur 11 Kanäle, weil WLAN-Kanal Nummer 12 und 13 außerhalb des dort freigegebenen Frequenzbereichs liegen. Geräte für den japanischen Markt bieten möglicherweise noch einen Kanal Nummer 14 an - dieser darf aber wiederum in Deutschland nicht genutzt werden.

Insbesondere in Innenstadtbereichen oder größeren Wohnhäusern kommt es nun vor, dass viele Nachbarn eigene WLANs betreiben, die sich mit Ihrem eigenen teilweise überdecken. Oder Sie wollen aus bestimmten Gründen zwei unterschiedliche Funknetze in Ihrem Haus einrichten. In solchen Fällen sollte man vermeiden, dass sich physikalisch überlappende WLAN-Netze dieselbe Trägerfrequenz, sprich: denselben Kanal, teilen.

Die Qual der WLAN-Kanal-Wahl

Dabei gibt es eine zusätzliche Schwierigkeit: denn die 13 WLAN-Kanäle sind nicht sauber voneinander getrennt, sondern überlappen sich ihrerseits. Jeder WLAN-Kanal hat eine so genannte Bandbreite von drei Kanälen. Das heißt, dass Kanal Nummer 2 teilweise in die Frequenzen von den Kanälen Nummer 1 und 3 hineinfunkt. Vollkommen überlappungsfrei funken in Europa deshalb nur die WLAN-Kanäle 1, 6 und 11.

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, sich mit den Betreibern anderer WLANs in Ihrer Umgebung abzusprechen und die verwendeten Kanäle wie beschrieben anzupassen. Wenn es zu eng wird, kann man die Übersprech-Effekte zumindest ein wenig dämpfen, wenn man die Netze wie im Abschnitt WLAN-Frequenzen mit unterschiedlicher (horizontaler oder vertikaler) Ausbreitung oder Polarisation betreibt. Sie könnten dann zum Beispiel auf den Kanälen 1, 6 und 11 drei horizontal funkende WLANs und auf Lücke dazwischen (etwa auf den Kanälen 3, 8 und 13) drei vertikale Netze einrichten.

Besonders anfällig für die Störung durch Mikrowellenherde sind im übrigen die WLAN-Kanäle 9 und 10. Ihre Trägerfrequenzen (2,452 und 2,457 GHz) liegen sehr nah an der "Mikrowellen-Frequenz" 2,455 GHz.

Netstumbler-Screenshot
Das Programm NetStumbler hilft beim Analysieren Ihrer Funk-Umgebung: Welche Netze funken mit welcher Feldstärke auf welchen Kanälen?(Klick vergrößert.)

Um zu prüfen, auf welchen Kanälen beziehungsweise Frequenzen die in Ihrer Umgebung funkenden WLANs arbeiten, können Sie zum Beispiel das kostenlose Testprogramm NetStumbler einsetzen. Auf einem Notebook installiert, scannt es die Umgebung und zeigt Ihnen dann alle WLANs, deren Kanalnummer und Feldstärke an. Das Programm hilft auch bei der Optimierung von Antennen- beziehungsweise Basis-Standorten.

Funk-Tuning mit Augenmaß

Zur Steigerung der Reichweite werden Spezial-Antennen mit Verstärkung oder Richtwirkung angeboten. Der jüngste WLAN-Standard 802.11n setzt gar auf Mehrwege-Empfang und gezielte Richtwirkung der Antennen. Doch eine höhere Sendeleistung ist trotzdem nicht immer die beste Lösung.

Ein zu diesem Thema beliebter Vergleich verdeutlicht die Situation: Wenn es in Ihrem Garten nachts zu dunkel ist, können Sie die 100-Watt-Lampe in Ihrem Wohnzimmer natürlich durch 1000 Watt ersetzen und werden so im Garten eine kleine Verbesserung erzielen. Viel sinnvoller wäre es aber natürlich, draußen eine zusätzliche Lampe aufzustellen - zumal dafür dann eine viel geringere Lichtstärke ausreicht.

WLAN-Antenne von Dr. Bott

Spezielle Verstärkerantennen können die WLAN-Reichweite erhöhen - sie sind aber nicht immer die optimale Lösung für Funkprobleme.

Übertragen auf die WLAN-Funktechnik bedeutet dies: Setzen Sie WLAN-Repeater beziehungsweise zusätzliche Basisstationen ein, die das Verfahren "WDS" (Wireless Distribution System) unterstützen. Diese "Brücken-Schaltung" können Sie in modernen WLAN-Basistationen aktivieren. Oder verbinden Sie mehrere WLAN-Access-Points mit einem Netzwerkkabel. Dazu eignet sich zum Beispiel auch Powerline, also die Heimnetzwerk-Verbindung übers heimische Stromnetz.

Kommentare zu diesem Artikel

Drahtlose Netzwerke versprechen komfortablen Datenaustausch und Internet-Zugriff für Notebook oder Media Center im Wohnzimmer, ohne dass man aufwändig Kabel verlegen müsste. Doch nicht immer klappt das so problemlos, wie es die Hersteller versprechen und die Anwender erwarten. Dann bricht die Datenrate massiv ein, die Reichweite ist geringer als gedacht - oder es kommt schlicht gar keine Verbindung zustande. Will das Funknetz nicht so, wie Sie wollen, sind häufig die physikalischen Eigenschaften elektromagnetischer Wellen oder von Baumaterialien die Ursache.

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  • Bachsau schrieb Uhr
    AW: Ratgeber: Empfang und Reichweite von WLAN-Routern verbessern

    WDS ist unsicher und gefährtlich. Repeater funktionieren darüber hinaus auch ohne WDS sehr gut.
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Ratgeber: Empfang und Reichweite von WLAN-Routern verbessern

    Damit ist in erster Linie gemeint: "Stell deinen Router nicht in den Keller, wenn du auf dem Dachboden Empfang haben möchtest." Die Mitte des Versorgungsbereichs ist dabei eher ein Anhaltspunkt. Eine Art Optimum.
  • Yapyap schrieb Uhr
    AW: Ratgeber: Empfang und Reichweite von WLAN-Routern verbessern

    "Stellen Sie die WLAN-Basis in der Mitte des Versorgungsbereichs und fernab von Pflanzen, feuchten Baumaterialien, Wasserleitungen, Stahlbeton, Metallmöbeln und ähnlichen WLAN-Störern auf." Ich kann diesen verschissenen Rat nicht mehr hören. Darüber ist dann auch noch das Bild einer Fritzbox abgebildet, wo nicht ein einziges Kabel angeschlossen ist. Wenn ich ein solches Gerät hätte, das weder Strom noch sonst irgendetwas braucht, würde ich meine Fritzbox auch "in der Mitte des Versorgungsbereichs" aufstellen. Realitätsferne Schreiberlinge!
  • ait schrieb Uhr
    AW: Ratgeber: Empfang und Reichweite von WLAN-Routern verbessern

    Falls die Router-Hersteller wirklich die O-H-Resonanzfrequenz nutzen (wie eine Mikrowelle), ist das doch reine Dummheit. Diese Resonanzen haben doch eine sehr enge Bandbreite – schon knapp daneben ginge es doch viel besser.

    ---------- Doppelpost zusammengeführt ----------

    Nein, das hat erstmal NICHTS mit der Resonanzfrequenz von Wasser zu tun, die liegt um einen Faktor 10 höher. Siehe z.B. hier: wer-weiss-was.de/theme50/article3050651.html Hallo Moimoi: Ja - hab Deinen Eintrag erst später gesehen. - Nur: Wieso stören dann Pflanzen?
  • moimoi schrieb Uhr
    AW: Ratgeber: Empfang und Reichweite von WLAN-Routern verbessern

    Das von WLAN, Bluetooth und anderen Funkstandards genutzte "unregulierte Frequenzband" um 2,4 Gigahertz wurde bei allen Frequenz-Vergabeverfahren ausgespart, weil es sich eigentlich für Funkübertragungen nur sehr schlecht eignet. 2,4 Gigahertz ist nämlich die Resonanzfrequenz von Wasser. Nein, das hat erstmal NICHTS mit der Resonanzfrequenz von Wasser zu tun, die liegt um einen Faktor 10 höher. Siehe z.B. hier: wer-weiss-was.de/theme50/article3050651.html

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Ratgeber: Empfang und Reichweite von WLAN-Routern verbessern
Ratgeber: Empfang und Reichweite von WLAN-Routern verbessern
Drahtlose Netzwerke versprechen komfortablen Datenaustausch und Internet-Zugriff für Notebook oder Media Center im Wohnzimmer, ohne dass man aufwändig Kabel verlegen müsste. Doch nicht immer klappt das so problemlos, wie es die Hersteller versprechen und die Anwender erwarten. Dann bricht die Datenrate massiv ein, die Reichweite ist geringer als gedacht - oder es kommt schlicht gar keine Verbindung zustande. Will das Funknetz nicht so, wie Sie wollen, sind häufig die physikalischen Eigenschaften elektromagnetischer Wellen oder von Baumaterialien die Ursache.
http://www.netzwelt.de/news/75532-ratgeber-empfang-reichweite-wlan-routern-verbessern.html
2007-05-05 12:00:00
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