Web 2.0: Der Aufstand der Nutzer

Kommentar: Nutzerrevolte stürzt digg.com in die Krise

Kommentar: Nutzerrevolte stürzt digg.com in die Krise Bis vor kurzem war die schöne neue Web 2.0-Welt noch in Ordnung. User schaffen Inhalte, die Betreiber profitieren von Usern. Internet kann so einfach sein. Was aber passiert, wenn die User nicht so wollen, wie die Betreiber das gerne hätten, zeigt der Eklat um digg.com. Ein bekannt gewordener Schlüssel, um HD DVDs zu knacken, hat nun die Grenzen des "User generated contents" aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Schöne neue Welt
  2. 2Die Revolution frisst ihre Kinder
  3. 3Bestimmendes Thema auf digg: Der Verschlüsselungskey (Klick vergrößert)
  4. 4Sitzblockade 2.0
  5. 5Der Hintergrund
  6. 6Wirtschaftliches Risiko

Schöne neue Welt

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Geschäftsmodelle mit dem modischen Aufkleber "Web 2.0" klingen verlockend einfach: Ein junges, dynamisches Entwicklerteam stellt eine Plattform auf die Beine, auf der sich der kommunikative Surfer des neuen Jahrtausends austoben kann. Egal ob Selbstdarstellung in Bewegtbildern, die liebsten Schnappschüsse oder Persönliches in Form von Nutzerprofilen in Kontakbörsen.

Der Inhalt wächst von alleine, die Nutzerzahlen ebenfalls und nach kurzer Zeit wird aus dem vormals improvisierten Garagen-Startup ein Börsenunternehmen oder die nächste Schlagzeile in einem Wirtschaftsmagazin. So wäre zumindest das Ideal. Dass es aber auch ganz anders laufen kann, zeigt das aktuelle Beispiel von digg.com. Was einst der Vorreiter in Sachen "Social News" - also von Usern empfohlenen Nachrichten - war, ist zurzeit fast in einen Bürgerkrieg zwischen Nutzern und Betreibern ausgeartet.

Die Revolution frisst ihre Kinder

Dass Themen wie Seriennummern, Cracks und P2P für viele Nutzer im Web von besonderem Interesse sind, ist nichts Neues. Dass Betreiber kommerzieller Plattformen wegen ihrer Haftung für ihren Inhalt meist wenig Interesse an solchen Themen haben, ebenfalls. Kritisch wird es, wenn auf scheinbar demokratischen Web 2.0-Plattformen diese Interessen von Betreibern und Nutzern kollidieren.

Großbild

Bestimmendes Thema auf digg: Der Verschlüsselungskey (Klick vergrößert)

Um die Vorgeschichte zu erklären, muss man weit zurück greifen. Es geht um den Kampf um den Nachfolger der DVD. Blu-ray oder HD DVD? Beiden gemeinsam sind jedenfalls die aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen, um zu verhindern, dass die wertvollen Inhalte massenhaft kopiert werden - wie das noch bei der DVD der Fall war. Da erschien es dem Advanced Optical Disc-Konsortium wie ein GAU, dass vor einigen Monaten ein Schlüssel an der Oberfläche der Weböffentlichkeit auftauchte, mit dem die aktuellen Filme von der Disk auf die Festplatte "befreit" werden konnten.

Was hat nun aber eine Nachricht von vor etlichen Monaten mit einer virtuellen Revolte zu tun? Eigentlich wenig. Dieser besagte HD-DVD-Key ist lediglich der Auslöser einer digitalen Straßenschlacht auf digg.com geworden. Er ist inzwischen sogar vielmehr zum Symbol hochstilisiert worden. Denn zahlreiche Nutzer auf der größten Seite für Social News haben es sich zum Ziel gesetzt, die Startseite von digg mit eben diesem Key zu überfluten, oder neudeutsch: "flooden". Denn sie haben die Macht: Sie stellen neue Artikel ein und bringen diese durch positive Bewertung ganz vorne auf die Startseite.

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Guter Artikel übrigens. Ausgewogen dargestellt und ergebnissoffen ohne suggestive Elemente. Sowas ist mittlerweile selten im Netz geworden. Gruss

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