Leonidas der Langzeitsparer
Spieletest: Ancient Wars - Sparta
Strategie
In puncto Medienpräsenz geben sich die Spartaner zurzeit gar nicht spartanisch. Nach dem PSP-Titel zum Kinofilm "300" schickt Publisher Eidos das legendäre Kriegervolk erneut in die Schlacht. Das 3D-Strategiespiel "Ancient Wars: Sparta", laut PR-Orakel eine Grafikoffenbarung, hat mit Persern und Ägyptern weitere antike Supermächte im Gepäck.
Spartaner, Perser und Ägypter teilen nicht nur die Solokampagne untereinander auf, sie beharken sich außerdem im Netzwerkspiel via LAN und Internet. Historische Schlachtfelder wie die blutgetränkten Thermopylen sind ebenso Bestandteil des Spiels wie reale Kriegerpersönlichkeiten. Als schwer zu besiegende Helden marschieren Xerxes, Leonidas und Co. dem Fußvolk voran. Entgegen anderen Strategiespielen bringt ein Heldentod nicht zwangsläufig das sofortige Aus. Für eine (große) Handvoll Gold feiern gefallene Elitekämpfer Auferstehung.
Dafür geht so manche Schlacht mit dem Dahinscheiden anderer Schlüsselfiguren verloren, über die der Spieler oftmals keine Kontrolle hat. So kann eine bereits gewonnen geglaubte Mission - beispielsweise das Schleifen eines entlegenen Rebellendorfes - in letzter Sekunde daran scheitern, dass am anderen Kartenende eine Hauptperson versprengten Gegnern zum Opfer fällt. Schon daher ist ein regelmäßiges Zwischenspeichern ratsam, wobei anzumerken bleibt, dass dieses Spiel länger speichert als lädt.
Clips in Spielegrafik dienen als Storyfaden.
Strategie des Sparens
Unter Zeitdruck scheinen die antiken Streithammel aber ohnehin nicht zu stehen. Das Rohstoffmanagement, obwohl langwierig, gleicht dem der meisten historischen Strategiespiele. Zur Gewinnung von Holz, Nahrung und Gold werden Arbeiter delegiert, wobei je nach je nach Zivilisation nur maximal vier Arbeiter pro Quelle Bodenschätze fördern können. Daraus resultiert ein chronischer Goldmangel, der raschen Expansionsbemühungen Grenzen setzt. Selbst wer zwei oder mehr Goldbergwerke in seine Gewalt bringt, muss sehr lange sparen, um die oft vierstelligen Beträge für neue Einheiten oder Bau- und Forschungsprojekte zusammenzukratzen. Als besonders zäh erweist sich der Aufbau in Gefechts- und Mehrspielerpartien, wenn sämtliche Technologien offen stehen.
Ancient Wars: Sparta
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Dafür muss sich der Spieler beim Aufstellen einer Armee nicht mit Fließbandfechtern begnügen. Ein leicht zu bedienender Truppendesigner ermöglicht das individuelle Ausrüsten mit Haupt- und Nebenwaffen samt verschiedener Schilde. Je aufwändiger die Bewaffnung eines maßgeschneiderten Kriegers, desto höher sein Endpreis. Allerdings müssen die jeweiligen Rüstzeuge erst einmal erforscht werden. Billiger ist es, die Waffen von Gefallenen auf dem Schlachtfeld einzusammeln. Für diesen Zweck wurden Arbeiter mit einer betreffenden Automation im Befehlsmenü ausgestattet.
Vorsicht (Physik-)Falle
Steuerung und Gameplay erinnern an "Age of Empires", mit dem Unterschied, dass "Sparta" die Trumpfkarte seines Physiksystems konsequenter ausspielt. Steinfallen oder kollabierende Ruinen können Umstehende beschädigen, Schiffssegel und Fernwaffen profitieren von günstigen Winden. Verbesserungswürdig sind Wegfindung und Computerintelligenz. Feinde, die minutenlang auf Mauern eindreschen, obwohl fünf Meter weiter ein Tor offensteht, erregen weniger Furcht als Mitleid. Schon fast zum guten Taktikton gehört inzwischen die Tatsache, dass Kriegselefanten, Kamelreiter und Konsorten durch gewonnene Kämpfe stärker werden.
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