Besonders edel: Nokia 8800 Sirocco Edition im Test
Guter Druckpunkt aber ungünstige Positionierung: Die Tastatur hinterlässt einen gemischten Eindruck.
Vor allem der unterhalb des Display angebrachte Fünf-Wege-Joystick muss sich negative Kritik gefallen lassen. Wer mit seiner Hilfe durch das Menü klickt, wird sich abwechselnd kleinere Finger oder besser mitdenkende Konstrukteure wünschen. Denn das Steuerkreuz ist nach oben hin viel zu dicht am Fixpunkt des Sliders angebracht und lässt sich in diese Richtung nur mit extrem angewinkelter Fingerkuppe bedienen. Dank der gleichmäßigen Beleuchtung sind die Tasten dafür auch im Dunkeln sicher zu finden.
Die Sprachqualität ist auf beiden Seiten gut und nahezu frei von störenden Nebengeräuschen. Lediglich bei Telefonaten in fremde Netze ist ein metallischer Unterton zu hören, der sich zum Glück nicht allzu penetrant in den Vordergrund spielt.
Beim relativ kleinen Display mit einer Auflösung von 208 x 208 Bildpunkten und über 260.000 Farben gefällt die hohe Leuchtkraft und die detailgetreue Farbwiedergabe. Für aufwändige Multimedia-Anwendungen fehlt aber einfach der Platz. Mit der Menü-Darstellung hat es selbstverständlich keine Probleme.
Exklusiv: Wie sich die Sirocco-Edition abhebt
Dafür entpuppt sich die vom Hersteller als "Exklusiv für die Nokia 8800 Sirocco Edition entworfene Premium-Benutzeroberfläche" als Mogelpackung. Sie funktioniert aufgrund ihrer Sachlichkeit intuitiv und logisch, steckt in der gleichen oder ähnlichen Form aber in zahlreichen, zumeist wesentlich älteren Nokia-Handys.
Allein die Möglichkeiten zur speziellen Personalisierung mit Hilfe unterschiedlicher Themes versprühen einen Hauch von Exlusivität, lassen sich aber auch bei anderen Modellen nachträglich integrieren. Gleiches gilt für die bereits erwähnten Klingeltöne. Die installierten Ruftöne stammen aus dem Komponierbuch von Brian Eno, der sich unter anderem auch für die Startmelodie von Windows 95 verantwortlich zeigt.
Nokia 8800 Sirocoo Edition
Die einzelnen Drücker des Zahlenblockes sind gut ertastbar und weisen einen ordentlichen Druckpunkt auf. Allerdings stößt der eingebende Daumen schnell an die untere Begrenzung des Gehäuses, was öfters zu unbeabsichtigtem Fehleingaben führt. Katastrophal hingegen wurde der Steuerjoystick umgesetzt, nach oben hin ist dieser kaum bedienbar.
Die schicke Ladestation in der auch der mitgelieferte Zweitakku Platz findet gehört zum Lieferumfang.
Ein edler Schutz für ein hochwertiges Handy - auch die Tasche aus Kunstleder gehört zum Lieferumfang.
So viel edles Material hat einen gewichtigen Preis, denn mit knapp 140 Gramm ist das Testgerät alles andere als ein Fliegengewicht. Einerseits trägt die hohe Masse einen guten Teil zum wertigen Gesamteindruck bei. Auf der anderen Seite fordert die Schwerkraft ihren Tribut und zieht gerne Hosen und Hemdtaschen in Richtung Fußboden.
Die integrierte Digitalkamera kommt erst zum Vorschein, wenn der Slider aus dem Gehäuse gefahren ist. Die Auflösung beträgt zwei Megapixel.
Das Nokia 8800 Sirocco Edition ist ein echtes Schmuckstück für Menschen mit Prestige. Dabei beeindruckt die hohe Handwerkskunst weit mehr als die lückenhafte Ausstattungsliste.
Ob die Ruftöne des 8800 Sirocco nun besonders schön sind oder nicht, ist sicherlich eine Frage des Geschmacks. Wenn Sie aber überlegen, ob das vorgestellte Handy zu Ihnen passt, sollten Sie diese Entscheidung nicht auf Grund der Klingeltöne fällen. Sie könnten enttäuscht sein. Auch wenn der Klang aus dem internen Lautsprecher klar und kräftig und nicht der schlechteste ist.
