Hewlett Packard: Billigtinte aus der Originalpatrone
Neue Strategie mit Vorgeschichte
Die Neustrukturierung des Tintenpatronen-Angebots ist für HP ein weiterer Schritt auf einem Weg, den das Unternehmen bereits vor 18 Monaten eingeschlagen hat. "Damals erkannten wir eine neue Entwicklung: Bereits innerhalb ein und derselben Druckerplattform bestehen ganz verschiedenartige Anforderungen", erklärt Vincent Vanderpoel, Vize-Präsident der HP-Sparte "Imaging and Printing Group EMEA (Europe, Middle East and Africa)". "Um unseren Kunden eine optimale Auswahl der Druckverbrauchsmaterialien für ihren jeweiligen Bedarf zu ermöglichen", so Vanderpoel weiter, "haben wir damals reagiert und unser Portfolio um eine Reihe von Fotosets, 2-Packs und andere Mehrfachpackungen und spezielle Druckpatronen erweitert - alle für bestimmte Anforderungen optimiert."
Mit den neuen Standard-, Vorteils- und Spezialpatronen geht HP jetzt noch einen Schritt weiter: "Das bisher gültige Prinzip für den Nachkauf von Patronen 'one size fits all' ist überholt", erläutert Ralf Groh, Vertriebsdirektor Zubehör bei HP Deutschland, auf Anfrage von netzwelt. "Wir haben auf das veränderte Druckverhalten unserer Kunden reagiert und bieten jetzt generell Alternativen für viel bzw. weniger viel druckende HP-Kunden."
Konkurrenz zeigt sich unbeeindruckt
Während HP zuversichtlich ist, dass das neue Angebot bei den Kunden gut ankommen wird und sich einiges von der neuen Strategie erhofft, bleibt die Konkurrenz gelassen. Immerhin ist ein solches Konzept nicht neu: Epson verfolgt schon lange eine ähnliche Strategie und bietet ebenfalls Patronen ab 9,99 Euro an; und auch Canon hat günstige Patronen für Wenigdrucker sowie Sparpacks für Vieldrucker im Sortiment. HP hat also keinesfalls das Rad neu erfunden.
Auch die Anbieter von wiederbefüllten Patronen machen sich keine Sorgen, dass Ihnen die Kundschaft wegbleibt. HPs Entscheidung, günstigere Patronen anzubieten, wird von Cartridge World, der weltweiten Nummer eins unter den Vor-Ort-Refill-Anbietern, sogar ausdrücklich begrüßt: "Das kann unser Geschäft nur beflügeln, wenn Anbieter wie HP auf die Bedürfnisse des Marktes eingehen", so Daniel Stroh, Geschäftsführer von Cartridge World Deutschland gegenüber netzwelt.

Fazit
An der Tatsache, dass Druckertinte eine der teuersten Flüssigkeiten der Welt ist und sogar Parfüm und Champagner preistechnisch in den Schatten stellt, ändert sich leider auch mit Hewlett Packards neuen Günstig-Patronen nichts. Der niedrige Preis wird schlicht durch eine geringere Füllmenge erzielt. Der wirklich preisbewusste Kunde muss sich somit nach wie vor mit der schwierigen Frage herumplagen, ob man lieber den etwas teureren Original-Tinten der Hersteller vertraut, alternativ zu einer günstigeren Variante der Refill-Anbieter wechselt oder sogar selbst die Spritze in die Hand nimmt, um die Patrone selber wieder aufzufüllen.

Sagen Sie Ihre Meinung!