Guter Ansatz mit Macken
Foxtorrent: Die Bittorrent-Erweiterung für Firefox
Janko Röttgers
Bittorrent-Downloads direkt mit dem Browser herunterladen: Was für Opera-Nutzer schon eine Weile möglich ist, bietet Foxtorrent ab sofort auch für Firefox an. Die Browser-Erweiterung zeichnet sich durch eine extrem einfache Bedienbarkeit aus - und macht es sich an einigen Punkten noch ein wenig zu einfach.
Als Anfang März die ersten Gerüchte über eine Firefox-Erweiterung namens Foxtorrent im Netz auftauchten, ging es auf P2P-Webseiten hoch her. Die Foxtorrent-Macher waren daran nicht ganz unschuldig. Ein Mitglied des Foxtorrent-Teams hatte gegenüber dem P2P-Magazin "Torrentfreak" erklärt, man arbeite an dem schnellsten und einfachsten Bittorrent-Programm der Welt. Bittorrent-Erfinder Bram Cohen werde sich in die Hosen machen, wenn er Foxtorrent ausprobiere.
Travis Kalanick, Gründer der P2P-Firma Red Swoosh und damit verantwortlich für die Foxtorrent-Entwicklung, beeilte sich daraufhin schnell mit einer Entschuldigung. Der betreffende Mitarbeiter sei wohl ein wenig zu begeistert gewesen, so Kalanick. Seit Donnerstag haben Netznutzer nun Gelegenheit, selbst zu prüfen, ob sie sich für Foxtorrent begeistern können. Das Programm steht seitdem als Firefox-Erweiterung für Nutzer von Windows, Mac OS X und Linux zum Download bereit.
Foxtorrent in der Praxis
Tatsächlich glänzt Foxtorrent durch einen einfachen Minimalismus. Wie die meisten Extensionen erfordert es einen Neustart von Firefox - und bleibt danach erst einmal gut versteckt im Hintergrund. Nutzer bekommen keine laute Startseite und keine überfrachtete Toolbar oder Sidebar zu sehen.
Dass Foxtorrent überhaupt installiert ist, bemerkt man erst, wenn man auf einen Torrent-Link klickt. Die Firefox-Erweiterung quittiert die P2P-Dateien automatisch mit dem Öffnen eines eigenen Browser-Fensters, das dann automatisch den Status des Downloads anzeigt. Foxtorrent kann dabei auch problemlos Torrent-Downloads mit mehreren Dateien abspeichern. Wird das entsprechende Fenster geschlossen, dann geht der Download im Hintergrund weiter.
Diese Web-Oberfläche ist wiederum betont minimal. Foxtorrent macht zwar Angaben zur Übertragungsgeschwindigkeit und zur Zahl der verfügbaren Quellen, doch detaillierte Informationen wie etwa bei Azureus sucht man hier vergebens. Dafür bietet die Firefox-Erweiterung eine Funktion, die anderen Bittorrent-Programmen bisher fehlt: Videos lassen sich über einen Streaming-Button anschauen, bevor der Download beendet wurde. Foxtorrent lädt dazu die Anfangssequenzen des Films zuerst herunter. So zumindest die Theorie. In der Praxis klemmt die Streaming-Funktion bisher noch ein wenig.
Schlechte Manieren
Die Ladehemmungen beim Streaming sind nicht Foxtorrents einziges Problem. Die Software hat auch noch einige Schwierigkeiten mit ihren Manieren. So schnappt sich Foxtorrent automatisch jeden Torrent-Download und macht es damit unmöglich, zwischen verschiedenen Bittorrent-Programmen auszuwählen.
Selbst das manuelle Abspeichern der Torrent-Dateien hilft dabei nicht weiter. Foxtorrent überschreibt automatisch jede Torrent-Datei mit HTML-Code und macht damit eine Nutzung mit Azureus & Co. unmöglich. P2P-Freunde sollten deshalb wohl noch ein wenig abwarten, bevor sie sich an Foxtorrent versuchen.
Druckversion | Links zum Thema | Kommentare
-
Torrents mit Opera herunterladen (Update)
Neue Alpha-Version mit Torrent-Client im Browser -
Podmailing: Bittorrent per E-Mail
Privates Filesharing mit offenen Formaten -
Java-Applet erlaubt Vorhören von Torrents im Browser
Das Bittorrent-Radio Westream
Mehr über: Firefox, Software, Bittorrent, Filesharing
Links zum Thema
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Foxtorrent: Die Bittorrent-Erweiterung für Firefox von netzwelt.de steht unter einer Creative Commons-Lizenz. Sie dürfen die Texte für nicht-kommerzielle Zwecke nutzen, bei Angabe und Verlinkung der Quelle "netzwelt.de".
Klicken Sie hier für weitere Informationen
nach oben










