Ratgeber: Blu-ray oder HD DVD? Oder einfach beides?
Early Adopter kaufen doppelt
Es gibt sie natürlich trotzdem, wenn auch in sehr geringer Anzahl: Technik- und Heimkino-Freaks, die bei den neuen HD-Disc-Formaten von Anfang an dabei sein müssen. Manche haben sich mutig auf eines der beiden Formate gestürzt und einen entsprechenden Player gekauft. Bei der Auswahl ihrer Spielfilm-Discs sind sie nun allerdings davon abhängig, welches Filmstudio seine Titel in welchem Disc-Format veröffentlicht.
Einige wie etwa Paramount oder Warner veröffentlichen ihre HD-Filme kurzerhand in beiden Formaten. Andere haben sich von einer Seite vereinnahmen lassen -so gibt es HD DVDs etwa von Kinowelt, Polygram und Universal, auf Blu-ray-Discs veröffentlichen Fox, Buena Vista und Sony.
Nur echte Freaks werden sich ernsthaft überlegen, sich je einen Player nach beiden Standards ins Wohnzimmer zu stellen. Zwar sind die Preise von angekündigten Empfehlungen um 1.200 bis 1.500 Euro im Markt und insbesondere bei Internet-Anbietern schnell auf 500 bis 800 Euro gesunken - dennoch sind die Edel-Player wegen ihrer aufwändigen PC-Technik recht teuer.
HD-Player aus dem einen, Konsole aus dem anderen Lager
Dass die Blu-ray Disc Association zudem ankündigte, die Spezifikationen für ab Herbst 2007 verkaufte Geräte noch einmal zu überarbeiten, machte die Situation für Kaufinteressenten nicht einfacher. Alle ab diesem Zeitpunkt neu vorgestellten Player müssen nämlich auch Bild-in-Bild-Darstellungen unterstützen und mehr nichtflüchtigen Speicher (mindestens 256 statt bisher 64 oder 128 Megabyte) besitzen. Sofern künftige Blu-ray Discs diese Funktionen ausnutzen, würden sie auf den Playern der ersten Generation nur eingeschränkt laufen.
Eine mögliche Lösung haben allenfalls hartgesottene High-Tech-Freaks ausgemacht, die ohnehin auch eine der neuen Super-Spielekonsolen haben wollen: Sie kaufen sich einen Player aus dem einen Lager und eine Spielkonsole aus dem anderen. Also konkret einen HD-DVD-Player kombiniert mit der als Blu-ray-Player nutzbaren Sony Playstation 3 (ab 600 Euro). Oder einen Blu-ray-Player und dazu eine XBox 360 mit externem HD-DVD-Zusatzlaufwerk (gemeinsam ab 550 Euro).
Zwei Standards auf einer Scheibe - Total Hi Def
Anders als andere Hollywood-Studios legte sich Warner auf keines der beiden konkurrierenden Formate fest. Heute ist das Studio einer der wenigen Anbieter, die fast alle HD-Filmveröffentlichungen parallel in beiden Formaten auf den Markt bringen.
Die dadurch entstehenden unsinnigen Doppelkosten will der Anbieter reduzieren, indem er ein eigenes Hybrid-Format entwickelte: Die von Warner angekündigte "Total Hi Def"-Disc ist prinzipiell nichts anderes als eine HD DVD und eine Blu-ray Disc, die Rücken an Rücken aneinander geklebt wurden. Die "halben" Discs können Single-Layer oder Dual-Layer-Scheiben sein, sodass eine HD DVD mit 15 oder 30 Gigabyte Kapazität und eine Blu-ray mit 25 oder 50 Gigabyte auf einem physikalischen Datenträger kombiniert werden können.

Wegen der unterschiedlichen Authoring-Systeme für beide Formate fallen zwar immer noch einige Vorbereitungs-Arbeiten doppelt an - aber zumindest kann Warner seine Kombi-Discs dann an Besitzer von Playen beider Lager verkaufen. Umgekehrt sind Film-Käufer davor gefeit, aufs falsche Format gesetzt zu haben.

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