Legale Plattform mit Einschränkungen

Music Markt: Yahoos Songtext-Datenbank im Test

Die Suche nach Songtexten war für Musikfreunde bisher meist mühselig. Kaum hatte sich eine Webseite oder eine Software-Lösung im Netz etabliert, wurde sie von der Musikindustrie abgemahnt. Jetzt bietet Yahoo eine vollkommen legale Songtext-Datenbank an.

Yahoo Lyrics: Für Hip-Hop-Titel nur bedingt zu gebrauchen. Um jugendfrei zu sein, werden anrüchige Wörter durch Sternchen ersetzt. Vom Text bleibt dann nicht viel übrig.
Yahoo Lyrics: Für Hip-Hop-Titel nur bedingt zu gebrauchen. Um jugendfrei zu sein, werden anrüchige Wörter durch Sternchen ersetzt. Vom Text bleibt dann nicht viel übrig.

Yahoo sicherte sich eigenen Angaben zufolge die Rechte zur Darstellung der Texte von mehreren hunderttausend Songs. Die Firma erklärte dazu, dass man über eine Zulieferfirma Verträge mit über hundert Musikverlagen geschlossen habe - darunter auch die Verlage der großen vier Plattenfirmen.

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Das Songtext-Angebot ist sowohl in die Yahoo Music-Webseite als auch das firmeneigene Abo-Angebot Yahoo Music Unlimited integriert. Yahoos deutsche Musik-Plattform bietet jedoch bisher noch keinen Zugriff auf die Texte.

Das Angebot in der Praxis

Während sich die großen Plattenfirmen langsam aber sich mit einer Welt ohne Kopierschutz-Beschränkungen abfinden, scheinen Musikverlage immer noch große Angst vor dem Diebstahl des gesungenen Worts zu haben. So verfügt Yahoos neues Songtext-Angebot über eine Sperre, die Copy & Paste praktisch unmöglich macht: Alle Liedtexte werden als Grafik dargestellt. Sehbehinderte Surfer und andere Nutzer mit ungewöhnlichen Ausgabegeräten haben also Pech gehabt.

Ebenfalls auffällig: Songtexte werden automatisch in einer jugendfreien Version dargestellt. Dies wäre nicht so schlimm, wenn sich Yahoo einer moderaten Zensur-Variante bedienen würde, die wenigstens den Sinn eines Worts noch erahnen lässt. Stattdessen ersetzt der Internet-Anbieter vermeintlich anstößige Begriffe komplett durch Sternchen - eine Methode, die gerade bei Hip Hop-Tracks zu merkwürdigen Resultaten führt.

Immerhin lassen sich die Songtexte trotz all dieser Einschränkungen im Volltext durchsuchen. Sogar Ferkeleien versteht Yahoo dabei wunderbar. So lässt sich problemlos herausfinden, welche Musiker in welchen Songs wackelnde weibliche Hinterteile besungen haben. Nur dargestellt werden dürfen jene Hinterteile eben nicht - nicht einmal in Schriftform.

Fazit: Verbesserbar

Die Idee einer zentralen und legalen Datenbank für Songtexte ist löblich. Doch die zum Launch integrierten Einschränkungen gehen eindeutig zu weit. Bleibt zu hoffen, dass Yahoo die Plattform bis zu einer Deutschland-Premiere noch einmal kräftig überarbeitet.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Musikdienst hier.

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