ViewSonic V212 im Test: Surfbrett fürs Wohnzimmer
Windows-Fernsteuerung
Fenster oder direktes Sonnenlicht im Rücken sind daher tunlichst zu vermeiden, andernfalls ist bloß noch ein stumpfes Glänzen zu sehen und produktives Arbeiten so gut wie unmöglich. Wenig zu beanstanden gibt es dafür in puncto Helligkeit und Schärfe, zumindest solange das äußere Lichtverhältnis stimmt. Bei den maximal möglichen Sichtwinkel liefert das V212 eine akzeptable, wenngleich nicht überragende Vorstellung und kann in etwa zu einem mittelmäßig bis guten Subnotebook-Display aufschließen.
Dank dem integrierten WLAN oder Netzwerkanschluss an der Dockingstation und dem passenden Router in Reichweite geht einem das V212 schnell ins weltweite Netz. Darüber gestattet es auch das Fernsteuern eines anderen Rechners, am einfachsten gelingt dies mit dem so genannten Remote-Desktop von Windows. Am Zielrechner sollte dafür zunächst ein neues Benutzerkonto mit den gewünschten Systemrechten angelegt werden, das anschließende Einloggen mit dem Digital-Tablett verläuft absolut narrensicher.
Nun können die Programme auf einem entfernt stehenden PC bequem vom Sofa aus bedient werden, wenn die Lieblings-Seifenoper gerade keine Abstinenz zulässt oder die Werbepause zu kurz gerät. Am besten harmoniert das Zusammenspiel mit einem Windows XP-Zielrechner, unter Windows Vista dürfte das lahme Ansprechverhalten aber selbst die geduldigsten Zeitgenossen frustrieren.
ViewSonic V212 Wireless Display im Test
Wer statt des Stifts lieber auf die üblichen Eingabegeräte setzt, kann das digitale Tablett auch hochkant in der mitgelieferten Dockingstation aufstellen. Weiterhin steigert letztere die Kontaktfreude um zwei weitere USB-Ports sowie einen Netzwerk- und Stromanschluss.
Alle Knöpfe für Links- und Rechtsklick, Bildschirmtastatur und Internet-Startseite reagieren leise, kurz und knackig. Von dem kleinen Steuerkreuz am rechten Rand lässt sich das leider nicht behaupten.
Navigiert wird wie bei einem Tablet-PC per Stift und Touchscreen. Als bequeme Möglichkeit, um den heimischen Rechner fernzusteuern, eignet er sich außerdem.
Edel wirkt die schwarz-silberne Plastikwüste nicht gerade, doch die Verarbeitung stimmt und hinterlässt einen robusten Eindruck. Das Display lässt sich allenfalls mit Gewalt verbiegen und verursacht keine unschönen Knarzgeräusche.
Die Dockingstation vermittelt eine ausgesprochen ansehnliche Wertigkeit, nicht zuletzt wegen der dicken Halte-Strebe aus Metall. Das hohe Gewicht von über 770 Gramm und fünf Gummistopper unter dem Fuß sorgen für einen festen Stand.
Für adäquate Leistung sorgt ein besonders genügsamer ARM-Prozessor, der einen lüfterlosen und absolut lautlosen Betrieb gestattet.
Fernbedienung für Fortgeschrittene: ViewSonics Wireless Display V212 wiegt so viel wie ein superleichtes Subnotebook, kostet aber deutlich weniger. Dennoch beherrscht der übergroße PDA auch Büro-Aufgaben und mobiles Internetsurfen via Wireless LAN.
Je nach Bedarf kommt der Strom aus der Steckdose oder für sechs Stunden aus dem herausnehmbaren Akku. Bereits im Gerät inbegriffen sind WLAN-Anbindung, 256 Megabyte Flash-Speicher sowie ein Mini- und zwei ausgewachsene USB-Anschlüsse für MP3-Player, Maus oder Tastatur.
Der Zugriff auf das eigene Musik-Archiv auf der Festplatte und die Klangwiedergabe über den Zielrechner geht ohne größeren Aufwand über die Bühne. Schwieriger gestaltet sich jedoch die Video-Ausgabe auf dem PC-Bilschirm, die mit den vorinstallierten Hausmitteln nicht zu bewerkstelligen war. Für den geschäftlichen Einsatz als Thin Client verfügt das Wireless Display zusätzlich über eine Citrix-Software, welche das Steuern von Präsentationen, Veranstaltungstechnik oder sogar Hauselektronik ermöglicht.
Fazit
Für eine Art Mini-Notebook ohne Tastatur verkörpert das ViewSonic V212 ein durchaus gelungenes Konzept. Es lässt sich einfach bedienen, ist gut verarbeitet und punktet mit einer umfangreichen Ausstattung. Besonders gut gefällt uns der extrem geringe Stromverbrauch von maximal zehn Watt. Wünschenswert wären jedoch ein reflexionsärmeres Display und ein wirklich brauchbarer Ersatz für das gefühllose Steuerkreuz. Für die gebotene Leistung und den mageren Speicherplatz ist eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.150 Euro aber einfach noch zu teuer.
Weitere Informationen
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