Similarity-Enhanced Transfer

Filesharing: Neue P2P-Technik beschleunigt Bittorrent um 500 Prozent

"Similarity-Enhanced Transfer" heißt eine neue Technik, mit der Downloads aus Tauschbörsen bis zu fünf malschneller laufen sollen als bisher. Entwickelt wurde die kurz SET genannte Technologie von einigen Wissenschaftler aus den USA, die einen etwas ungewöhnlichen Wunsch haben: Am liebsten sähen sie es, wenn ihre Idee geklaut und in P2P-Netzen wie Bittorrent oder edonkey2000 umgesetzt würde.

Die Forscher selbst hätten ohnehin nicht vor, ihre neue Technik groß heraus zu bringen. Lediglich ein kleines Filesharing-Netz zum Tauschen von wissenschaftlichen Daten wollten sie mit der neuen Technik umsetzen. Schnellere Downloads wollen die Forscher dadurch erreichen, dass die Bandbreiten der User besser ausgenutzt werden. Damit dies geschieht, sollen mehr parallele Downloads gleichzeitig stattfinden als bisher.

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Wird in P2P-Netzen wie Bittorrent oder edonkey2000 eine Datei zum Download angeklickt, versuchen die Filesharing-Clients immer, die angeforderte Datei von mehreren Quellen parallel herunterzuladen. Dazu wird in dem jeweiligen Netz automatisch nach weiteren Quellen gesucht, wobei sich die P2P-Programme jedoch nicht am Dateinamen eines Files orientieren. Schließlich kann sich hinter "Robbie Williams - Shes Madonna.mp3" die gleiche Datei verbergen wie hinter "williams_shes_madonna.mp3". Statt der Suche nach Dateinamen wird eine Prüfsumme, ein so genannter Hash, der angeforderten Datei erstellt. Dieser wird dann mit den Prüfsummen anderer Dateien im Netz abgeglichen, wodurch sich unabhängig vom vergebenen Dateinamen gleiche Dateien finden lassen.

Eigentlich schon ziemlich clever - trotzdem kann man die Suche von weiteren Quellen noch besser machen. Ein Nachteil der Suche über einen Hash: Enthalten beispielsweise zwei eigentlich identische MP3-Dateien auch nur einen einzigen unterschiedlichen ID-Tag, werden auch unterschiedliche Prüfsummen der Dateien erstellt. Das ist vor allem deshalb schade, weil beide Dateien die gleiche Musik enthalten und somit zumindest Teile der Dateien als gegenseitige Downloadquellen in Frage kämen.

Beschleunigung um fünf bis 500 Prozent

Genau an dieser Stelle knüpft das neue System SET an. Anders als die Suche über eine Prüfsumme ist SET intelligenter und liefert nicht nur exakt identische Dateien als Downloadquelle, sondern kann zudem auch Dateiteile im P2P-Netz ermittlen, welche wie bei einem Puzzle in das zum Download angewählte File passen. Das heißt, aus der oben erwähnten Datei "williams_shes_madonna.mp3" könnte SET bei Bedarf die enthaltene Musik extrahieren und herunterladen, während der zur gesuchten Datei unterschiedliche Header inklusive der ID-Tags unangetastet bliebe. Mehr noch: Bei Videodateien wäre es sogar möglich, die meist gleiche Videospur von vielen verschiedenen Quellen gleichzeitig herunterzuladen, während die Tonspuren in den verschiedenen Sprachen außen vor blieben.

Für den Download in einem P2P-Netz würde dies bedeuten, das - zumindest für die meisten Teile einer Datei - wesentlich mehr Quellen und damit meist auch wesentlich mehr Downloadbandbreite zur Verfügung stünde. In ersten Tests der Forscher konnte beispielsweise die Downloadzeit einer MP3 um über 70 Prozent beschleunigt werden, der Download eines Filmtrailers immerhin um 30 Prozent. Allerdings funktioniert der P2P-Turbo nicht immer so gut. Teilweise legt der Download mit Hilfe von SET auch nur um fünf Prozent oder weniger zu. Spitzenwerte wie die gemessenen 500 Prozent bei einzelnen Tests sind also nicht garantiert.

Trotzdem ist SET sicher eine interessante Technik, die Tauschbörsen (auch kommerzielle Projekte) schneller und effektiver machen kann. Ob und wann die Technik zum Einsatz kommt, liegt jetzt an den P2P-Entwicklern. Vielleicht geht der Wunsch der Forscher ja in Erfüllung und ein findiger Programmierer eines P2P-Netzes klaut die Idee tatsächlich.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Filesharing hier.

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Beiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Na, dann hoffen wir mal, daß bald ein Client erscheint, der diese schöne Technik unterstützt. :daumen:

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