Dell Latitude D620 ATG im Test: Naturburschen-Notebook
Akku mal zwei
Wenig Grund zur Negativkritik liefert die saubere Rückmeldung der Tastatur, die weder zu knöchern noch zu verweichlicht arbeitet. Beim geringen Tippgeräusch stechen lediglich die größeren Tasten mit leichten Klappern hervor. Zwischen den beiden Touchpad-Tasten liegt ein Fingerabdruckscanner, dem es zum Testzeitpunkt jedoch noch an Unterstützung für das vorinstallierte Windows Vista mangelte. Dell will diese jedoch in den nächsten Wochen nachliefern. Dann soll es unter anderem möglich sein, oft benutzte Passwörter per Fingerabdruck einzugeben, die Windows-Anmeldung zu vereinfachen oder mit verschiedenen Fingerabdrücken unterschiedliche Programme zu starten.
Mit einer mageren Laufzeit von gerade mal zwei Stunden und 22 Minuten will der mitgelieferte Standard-Akku nicht so recht zum frischluftorientierten Charakter des Extrem-Latitudes passen. Mehr drin ist mit der optionalen, zweiten Batterie, die statt des optischen Laufwerks eingesetzt werden kann, aber neben dem Gewicht auch den Preis in die Höhe treibt. Je nach Durchhaltevermögen schlägt ein weiterer Akku mit derzeit 95 oder 158 Euro zu Buche.
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Subnotebooksträgt das ATG deutlich dicker auf.
Im Normalbetrieb verhält sich das ATG meistens mucksmäuschenstill und schaltet den Lüfter einfach ab. Nach mehrstündiger Vollauslastung des Prozessors dreht die Kühlung zwar auf, bleibt aber auf einem angenehmen Geräuschpegel. Ohne Strom aus der Steckdose entsteht zusätzlich jedoch ein leiser, fiepsender Unterton, den sehr empfindliche Ohren als störend wahrnehmen könnten.
Systemleistung satt
Für einen rauen Gesellen wie das ATG sind Computerspiele nichts weiter als Kinderkram. Denn schließlich geht es ihm nicht ums Vergnügen, sondern um Arbeiten unter allen Umständen. Für ein schnelles Ründchen "Quake 3" reicht die integrierte Grafik aber allemal. Viel interessanter sind jedoch die enormen Leistungsreserven des Intel Core 2 Duo mit satten 2,13 Gigahertz, der Office-Aufgaben fast schon im Schlaf bewältigt und für anspruchsvolle Aufgaben die besten Voraussetzungen mitbringt.
Dell Latitude D620 ATG im Test: Naturburschen-Notebook
Selbst ein kräftiger Schluck Wasser macht dem Outdoor-Notebook nichts aus.
Am schnellsten geht die Navigation mit dem Mini-Steuerknüppel, da die Touchpad-Oberfläche zwar angenehm präzise, aber eher langsam anspricht.
Obwohl Dell das ATG-Notebook im Geschäftskundenbereich ansiedelt, kommt die erhöhte Stabilität auch Frischluft-Fanatikern, Extremsportlern oder ungeschickten Benutzern zugute. Nebenbei erfüllt es sogar den strengen Militärstandard MIL-STD 810F des Developmental Test Command der US-Armee (DLC).
Dank zwei roten Lampen im Display bleibt die Tastatur auch im Dunkeln sichtbar.
Versehentlich verschütterter Kaffee, Cola oder sonstige Flüssigkeiten dürften dem ATG abgesehen von erhöhter Klebrigkeit nicht viel anhaben können, denn eine Gummiwanne unter der Tastatur schützt das elektronische Innenleben.
Geöffnet wird über einen dicken, dunkel verchromten Schieber, der allerdings eine Spur zu locker sitzt. Trotz nur eines einzigen Halte-Hakens liegt der Deckel ohne größere Zwischenräume auf und wackelt lediglich minimal.
Der Deckel ist bloß wenig dünner als das Unterteil und derart steif geraten, dass er sich mit den Händen kaum verbiegen lässt. Außerdem muss man beim Schließen ernsthaft um seine Finger fürchten, so satt fällt das Display ins Schloss.
Die Leuchtkraft des ATG-Displays haut den Betrachter regelrecht um. Kein Wunder, denn die Helligkeit liegt mit 500 Candela pro Quadratmeter sogar deutlich höher als bei den meisten ausgewachsenen Flachbildschirmen.
Die Sicherheitsvorkehrungen fangen bei den rau lackierten Kanten des Deckels an, die gegen Kratzer und Abnutzungserscheinungen schützen, hören bei der staub- und feuchtigkeitserprobten Tastatur aber längst nicht auf.
Dieses Notebook ist soetwas wie ein Masochist unter den tragbaren PCs. Dells Latitude D620 ATG widersteht nicht nur harten Arbeitsbedingungen, sondern auch tollpatschigen Zeitgenossen mit zwei linken Händen, denen die Schwerkraft erhöhte Aufmerksamkeit schenkt.
Manche Menschen ersetzen die Maus am Notebook am liebsten durch ein Touchpad, andere durch einen Trackstick. Dell hat gleich an beides gedacht und steuert zusätzlich zu jeder Mausalternative noch die passenden Tasten bei.
Weder Knarzgeräusche, noch nachgiebige Plastikteile trüben den enorm wertigen Gesamteindruck. Unschönes Detail: Leider stand der Einschub für die sicher in Metall verpackte Festplatte beim Testgerät leicht vom Gehäuse ab.
Den Vorwärtsdrang bei der Audio-, Bild- und Videobearbeitung hemmt allerdings die langsame 1,8-Zoll-Festplatte. Da die Sicherheit vorgeht, liegt ein nur 1,8 Zoll großer Mini-Speicher in einem dämpfenden Gummi-Bett, umgeben von einem stabilen 2,5-Zoll-Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung. Ein wirklicher Geschwindigkeitsmangel ist aber nur in den seltensten Fällen zu beklagen.

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