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22.04.2007
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Festplatte, Flash-Speicher und Rohling im Vergleich

Haltbarkeit von Speichermedien: Wo Daten richtig liegen

Benjamin Schnitzler

Festplatten verfügen über ein eigenes Diagnosesystem namens "S.M.A.R.T.". Die Abkürzung steht für "Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology" und soll drohende Defekte frühzeitig erkennen. Entsprechende Programme zum Auslesen der S.M.A.R.T.-Informationen sind als kostenlose Freeware erhältlich und sagen teilweise sogar den ungefähren Zeitpunkt des Ablebens voraus. Wer sich nur darauf verlässt, ist zwar nicht gleich verloren, doch entscheidender ist, was man selbst hört, sieht und spürt. Spätestens wenn die Festplatte seltsame Geräusche produziert, Dokumente nur noch als kryptisches Durcheinander erscheinen oder die Geschwindigkeit abnimmt, sollten wichtige Daten in Sicherheit gebracht werden.

Flash-Speicher: Hart im Nehmen

Der so genannte Flash-Speicher ist so schnell nicht kleinzukriegen. Heutzutage stecken die digitalen Speicher-Chips in USB-Sticks, MP3-Playern und Speicherkarten, früher oder später dürften sie sogar der Festplatte die Daseinsberechtigung streitig machen. Sie brauchen keine mechanischen Bauteile und sind dementsprechend unempfindlicher als mechanisch arbeitende Magnet-Festplatten. Manche USB-Sticks überstehen selbst mehrere Schleudergänge in der Waschmaschine. Doch auch der robuste Flash-Speicher ist nicht frei von Alterserscheinungen.

Ein Flash-Chip besteht aus unzähligen, winzigen Speicherzellen mit einer physikalisch begrenzten Lebensdauer, deren Ansteuerung ein so genannter "Controller" übernimmt. Eine bestimmte, kleine Menge von Speicherzellen wird in Blöcken zusammengefasst. Entscheidend ist die Anzahl der "Schreib-Lösch-Zyklen", sprich wie oft Daten in einem Block gespeichert oder gelöscht werden, das reine Auslesen spielt hingegen keine Rolle. Stößt der Controller in einem Block auf eine defekte Zelle, greift er auf eine Art Notreserve zurück, die meist mehrere Prozent der Speicherkapazität für sich veranschlagt, und überspielt die Daten auf einen Ersatz-Block.

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Je nach Flash-Speicher variiert die
Lebenserwartung um das Zehnfache.

Flash-Speicher: Teurer gleich besser

In Sachen Flash-Speicher konkurrieren derzeit zwei unterschiedliche Technologien, "MLC (Multi Level Cell)" und "SLC (Single Level Cell)". In den meisten Fällen, beispielsweise in MP3-Playern, kommt MLC zum Einsatz. Dabei werden pro Zellenblock zwei Bit an Informationen hinterlegt und die Herstellung ist günstiger, dafür sind Stromverbrauch und Abnutzung höher. Hier ist jede Speicherzelle für mindestens 10.000 Schreib-Lösch-Zyklen spezifiziert.

SLC-Speicher arbeitet nicht bloß effizienter und schneller, sondern mit mindestens 100.000 möglichen Zyklen auch deutlich sicherer. Allerdings kostet er mehr und bietet weniger Platz auf derselben Fläche, da auf jeden Block nur ein Informationsbit kommt. Wegen der klar überwiegenden Vorteile setzen auch die Produzenten reiner Flash-Festplatten auf SLC-Technologie. Jedoch geben die wenigsten Anbieter von USB-Sticks überhaupt an, ob es sich um MLC- oder SLC-Chips handelt, da hilft nur die Anfrage beim Hersteller oder Fachhändler.

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USB-Stick von innen: Nach Möglichkeit sollte der
"Windows-Selbstschutz" auch genutzt werden.

Flash-Speicher: Sichere Windows-Entfernung

Besitzer von Windows-PCs kennen das kleine Symbol mit dem grünen Pfeil in der rechten Ecke der Task-Leiste. Der Dialog "Hardware sicher entfernen" ist eine Art Selbstschutz für das Betriebssystem und sollte bei der Handhabung wichtiger Daten besser ernstgenommen werden. Denn selbst wenn der Kopiervorgang etwa zu einem USB-Stick oder MP3-Player nicht mehr angezeigt wird, könnte Windows im Hintergrund immer noch "heimlich" Schreib- und Lesevorgänge durchführen. Das muss nicht, kann aber zu Datenfehlern führen. Erst wenn die Hardware "sicher entfernt" wurde, ist sichergestellt, dass Windows nicht mehr auf den angeschlossenen Speicher zugreift.

In sehr seltenen Fällen segnet der Controller, etwa eines USB-Sticks, das Zeitliche und die gespeicherten Daten sind zwar noch physikalisch vorhanden, aber nicht mehr ansprechbar. Ebenso selten wie unangenehm sind unterbrochene Leitungen auf der elektronischen Platine mancher Flash-Geräte. Bei artgerechter Behandlung halten die Daten auf einem USB-Stick jedoch mindestens zehn Jahre. Theoretisch funktioniert er jedoch weitaus länger, deshalb werden hier sogar Garantielaufzeiten bis zum hierzulande möglichen Maximum von dreißig Jahren gewährt.


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