Festplatte, Flash-Speicher und Rohling im Vergleich
Haltbarkeit von Speichermedien: Wo Daten richtig liegen
Benjamin Schnitzler
Wissen Sie eigentlich, wo Ihre wichtigen Dokumente, archivierten Musik- und Video-Dateien oder digitalen Fotos am sichersten liegen? Jedes Speichermedium, egal ob CD- oder DVD-Rohling, Flash-Speicher auf dem USB-Stick oder MP3-Player oder PC-Festplatte, hat seine ganz eigenen Vor- und Nachteile. Welche das sind und wo Ihre Daten am besten aufgehoben sind, erfahren Sie im netzwelt-Ratgeber.
Inhalt
- Festplatte: Super-GAU Headcrash
- Festplatte: Immer schön flüssig bleiben
- Festplatte: Prima im richtigen Klima
- Festplatte: Stop and go
- Flash-Speicher: Hart im Nehmen
- Flash-Speicher: Teurer gleich besser
- Flash-Speicher: Sichere Windows-Entfernung
- CD und DVD: Empfindliche Rohlinge
- CD und DVD: Begrenzt haltbar
- Datenrettung und Hersteller-Haftung
Festplatte: Super-GAU Headcrash
Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung besitzt die Festplatte einen gewissen Ausnahmecharakter. Denn sie gehört zu den wenigen Dingen in PCs und Unterhaltungselektronik, die noch mechanisch arbeiten: Eine oder mehrere übereinanderliegende Scheiben, auch als "Platten" oder "Platter" bekannt, drehen ihre Runden in einer stabilen Außenhülle. Je nach Modell 4.200 bis 15.000 Mal in der Minute. Jede dieser festen Platten ist mit einer magnetisierbaren Schicht überzogen, die ihren Zustand je nach Art der zu speichernden Daten verändert. Für die nötige Magnetisierung ist ein so genannter "Schreib-Lese-Kopf", englisch "Head", zuständig.
Wie der Name schon sagt, sorgt dieser sowohl für das Speichern sprich Schreiben der Daten als auch für das Abrufen beziehungsweise Lesen. Dabei hängt er an einem mechanischen Arm und rast mit hoher Geschwindigkeit über die Plattenoberfläche - das menschliche Auge kann da nicht mehr mithalten. Der größte Feind der Festplatte ist die Erschütterung. Bei harten Stößen im Betrieb kann der extrem knapp über der Scheibe schwebende Kopf die Magnetschicht berühren und ernsthaft beschädigen. Ein "Headcrash" ist die Folge, ein Super-GAU. Daten können danach nur noch in den unversehrten Bereichen wiederhergestellt werden.

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"Scratchen": Gut für den DJ, schlecht für die Festplatte
Festplatte: Immer schön flüssig bleiben
Während eine PC-Festplatte in der Regel nur im ausgeschalteten Zustand transportiert wird, ist das Risiko für einen Headcrash normalerweise gering. Anders sieht es hingegen bei den mobilen Magnetspeichern in Notebooks und MP3-Playern aus, die im laufenden Betrieb herunterfallen könnten. Manche tragbare Festplatten verfügen daher über einen "Fallschutz", der den Schreib-Lese-Kopf in eine sichere Position fährt, sobald sich eine unangenehme Bekanntschaft mit der Erdanziehungskraft anbahnt. Allerdings existieren noch andere Umstände, die einer Festplatte ganz schön zusetzen können.
Deshalb sollte beispielsweise die angegebene Umgebungstemperatur keinesfalls über- oder unterschritten werden. Ist es zu kalt, steigt die Viskosität des für die Flüssigkeitslagerung der mechanischen Bauteile benötigten Öls. Das heißt es wird zunehmend zähflüssiger und die Festplatte kann nicht mehr richtig anlaufen. Eine ähnliche Gefahr besteht bei zu langer Lagerung, denn dann kann die Flüssigkeit ebenfalls aushärten und die Funktion beeinträchtigen. Deshalb sollte eine herumliegende Festplatte zumindest einmal im Jahr reanimiert werden. Bei zu hoher Temperatur, etwa in einem schlecht belüfteten PC-Gehäuse, stirbt der Speicher früher oder später den Hitzetod.

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Diagnose-Tools für Festplatten versuchen zwar das Ableben von Festplatten vorauszusagen, wichtiger sind aber erste Anzeichen wie Datenfehler oder Geschwindigkeitsverlust.
Festplatte: Prima im richtigen Klima
Das unscheinbare, winzige Loch im Gehäuse kann eine große Wirkung haben, wenn die diesbezüglichen Warnhinweise missachtet werden. Denn es spielt bei der Kühlung eine entscheidende Rolle. Ist es verstopft, kann die Festplatte nicht mehr "atmen" und überhitzt. Eindringendes Wasser kann bei den metallischen Bauteilen Korrosion verursachen und mindestens ebenso fatale Folgen haben.
Wer seine Festplatte ohnehin nur alle paar Tage zur Datensicherung anschließt und sonst im nur Schrank herumliegen lässt, kann ihr durchaus eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren bescheren. Wie bei manchen Lebensmitteln ist dabei jedoch die richtige Lagerung wichtig - kühl und trocken. Normalerweise arbeitet eine Standardfestplatte bei null bis 60 Grad Celsius noch einwandfrei, am wohlsten fühlt sie sich allerdings bei 35 bis 50 Grad.
Anders als bei einem Auto, dessen Lebensdauer bauartbedingt leidet, wenn es der Fahrer ständig in den roten Drehzahlbereich treibt, wirkt sich die Umdrehungsgeschwindigkeit einer Festplatte nicht auf die Lebenserwartung aus. Anders dagegen der "Stop-and-Go"-Betrieb: Üblicherweise macht eine Festplatte 50.000 so genannte Start-Stop-Zyklen klaglos mit, ein Zyklus entspricht dabei dem Starten und anschließenden Herunterfahren des PCs. Letzteres sollte möglichst ordnungsgemäß geschehen, denn wer bei einer externen Festplatte sehr oft einfach den Stecker zieht oder dem PC im laufenden Betrieb den Strom abschaltet, riskiert Fehler und Datenverlust.
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