Der Edel-Netzwerkplayer
AppleTV im Test: Apfel-Streamer im Check-up
Patrick Woods
Apple hat jetzt auch einen Netzwerkplayer für Video und Musik - Punkt. Klingt soweit kaum erwähnenswert, wäre da nicht die Vergangenheit, die gezeigt hat, dass die Kalifornier ein Händchen für den Massenmarkt haben. Sie steigen zwar recht spät in ein neues Marktsegment ein, können ihn dann aber doch dominieren. Einfache Konzepte mit kinderleichter Bedienung. Der iPod hat es vorgemacht. Ist AppleTV der Netzwerkplayer fürs Volk?
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- Anatomie: Technische Daten
- Die Diagnose: Fazit
- Der iPod unter den Netzwerkplayern
Wie bei jedem neuen Bekannten stellt sich zunächst die Frage nach der Anrede. Nicht um dem Gerät das "Du" anzubieten, sondern die Frage danach, ob es wohl der, die oder das AppleTV heißen müsste. Streng grammatikalisch ist es wohl "der Netzwerkplayer", also der AppleTV. Aber bleiben wir lieber neutral-distanziert und erklären es zur Sache. Apple selbst umgeht dies, indem sie den Artikel einfach weglassen.
Oberflächliches
Hier ist es also, "das AppleTV", die kalifornische Interpretation eines Netzwerkplayers. Das Design wirkt sehr vertraut. Kein Wunder: Das AppleTV gleicht einem Mac mini - zumindest einem geplätteten. Denn es ist flacher und breiter als der Zwergencomputer aus gleichem Hause. Quadratische Maße mit abgerundeten Ecken, keine Haken, an denen sich die Augen verfangen können, knapp 20 mal 20 Zentimeter Fläche auf weniger als drei Zentimeter Höhe, eine schlichte LED zur Statusanzeige - das muss reichen.
Schlicht, schlank, schön?
Sogar die WLAN-Antenne wurde unsichtbar ins Gehäuse verlagert. So durchdesignt ist kein anderer Netzwerkplayer. Ein Werber würde das Aussehen vermutlich mit "schlichter Eleganz" zusammenfassen. AppleTV muss jedenfalls nicht versteckt werden, sondern es darf stolz und gut sichtbar im Wohnzimmer thronen. Aber mit Vorsicht, denn die Oberfläche ist kratzempfindlich, als Abstellplatz für Blumenvasen sollte sie nicht missbraucht werden.
Aussehen hin oder her, funktionieren soll es. Und das tut es. Die Einrichtung ist denkbar einfach. Hinstellen, anschließen, starten. Einzige Voraussetzungen: ein Flachbildfernseher oder Monitor mit Komponenten- oder HDMI-Eingang. Mittels eines Adapters können aber auch DVI-Inputs gespeist werden. Punkt zwei ist ein Computer mit iTunes 7.1 oder neuer. Denn ohne die Zwangssoftware geht nichts. Sobald das AppleTV an das lokale Netzwerk angeschlossen ist, werden iTunes auf dem Computer und die Mitteilung auf dem Fernseher melden, dass sie sich gefunden haben und durch Eingabe eines Codes miteinander verbunden werden möchten. Fertig.
Niemand muss auf Systemebene mit Freigaben hantieren oder UPnP-Server konfigurieren. Alle iTunes-Inhalte stehen für das AppleTV zum Abruf bereit. Die Festplatte des Players wird ähnlich einfach befüllt. iTunes behandelt die multimediale Außenstelle AppleTV wie einen iPod: Auf wenigen, übersichtlichen Reitern werden die zu synchronisierenden Medien ausgewählt.
Für iTunes ist AppleTV ein iPod.
Der Netzwerkplayer kann also nicht nur vom Computer streamen, sondern die Inhalte auch an sich reißen und auf die interne 40 Gigabyte große Festplatte kopieren. Nicht besonders viel, aber immerhin kann der Rechner so auch aus bleiben, statt die ganze Zeit laufen zu müssen wie bei anderen Netzwerkplayern.
Das iTunes-Sharing hat den Vorteil, dass nur die verbundene AppleTV-Box auf die Medien zugreifen kann. Man muss nicht seinen Medienordner im gesamten LAN freigeben, um den Netzwerkplayer im Wohnzimmer zu versorgen. Das ist bei vielen anderen Modellen der Fall. Nur wo sind die Haken? Die gibt es: Die Vielfalt der unterstützten Formate ist leider sehr übersichtlich.
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