Hörer statt Headset? Philips VOIP080 im Test
In Betrieb
Auf zwei von drei Testrechnern war nach abgeschlossener Installation lediglich der Skype-Client lauffähig - die Treibersoftware fand ihren Weg erst gar nicht auf die Festplatte. Und als ob die Arbeitsverweigerung der VOIP080-Software allein nicht schon genug wäre, mahnte Windows XP in beiden Fällen die mögliche Instabilität des Systems an und verlangte aufgrund unbekannter Dateiversionen nach einer Windows-CD. Zwar machte das Betriebssystem seine Drohungen nicht wahr, trübte damit aber das Vertrauen in die Software des USB-Telefons.
Erst die Verwendung neuer Treiberversionen aus dem Hersteller-Support verhalfen dem USB-Telefon an einem dritten, bis dahin unbehelligten Testrechner zu seiner Funktion. Die beiden zuerst verwendeten Geräte ließen sich jedoch auch damit nicht kurieren. Zwar konnte das ebenfalls im Philips-Support zur Verfügung gestellte Diagnose-Tool die Funktion des Telefons auch an diesen Rechnern eindeutig nachweisen, benutzen ließ sich das VOIP080 an diesen Rechnern im Testzeitraum allerdings nicht mehr.
Wenn die Installation von Hard- und Software geglückt ist, funktioniert das VOIP080 gemäß den Erwartungen: Ein Druck auf die Skype-Taste in der Mitte der Navigationsscheibe ruft den Skype-Client auf, mit den Up- und Down-Tasten kann durch die Kontakte navigiert werden. Die Tasten mit grünem und rotem Hörer-Symbol erklären sich von selbst. Wer es eilig hat, kann gleich eine beliebige Telefonnummer über das Ziffernfeld eingeben, ohne zuerst Skype aufrufen zu müssen. Das erledigt die Software ganz von selbst.
Das VOIP080 kommt ohne Display aus - Dank USB-Kabel ist der PC-Bildschirm sowieso nie weit (Klick vergrößert).
Ein akkustischer Überflieger ist das VOIP080 beim Telefonieren nicht. Zwar ist die Stimmübertragung klar und hebt sich für den via SkypeOut angerufenen Gesprächspartner deutlich von typischen Telefonverbindungen ab. Der Lautsprecher des USB-Telefons gibt allerdings hohe, etwas schrillere Töne nur verzerrt wieder. Das macht sich besonders bei der elektronischen Dame vom Skype-Testservice bemerkbar. Wird der Nutzer des VOIP080 angerufen, sollte er für das Klingelzeichen auf zusätzliche Lautsprecher setzen - der Klingelton des Geräts selbst ist bei mittlerer Umgebungslautstärke nur in direkter Nähe vernehmbar.
Fazit: Abwarten oder dem Headset den Vorzug geben
Das Philips VOIP080 funktioniert nach anfänglichen Startschwierigkeiten im erwarteten Rahmen. Die auf der CD vorhandenen Treiber sollten jedoch gar nicht erst zum Einsatz kommen - wer Ärger vermeiden will, lädt sich lieber gleich aktualisierte Treiber und Software aus dem Support-Bereich von Philips herunter. Zugegeben: Wer auf diese zusätzliche Software-Belastung seines Computers verzichten will, schaut sich auf den Philips-Seiten oder anderswo besser gleich nach einem vernünftigen Headset um.
Dort wären die 30 Euro Anschaffungskosten auch deutlich sinnvoller investiert: Das Headset funktioniert ebenso als Reisebegleiter, außerdem lässt es sich für sämtliche andere Anwendungen nutzen. Produkte wie das VOIP080 oder das Carpophone II machen nach Meinung von netzwelt nur dann Sinn, wenn die Hersteller etwa den Gedanken des Flashphone F1K weiterentwickeln würden: Mit integriertem Flash-Speicher könnten solche USB-Telefone beispielsweise die Skype-Software gleich mittransportieren. Dann wären sie als echte Reisebegleiter an nahezu jedem PC ohne Installationsaufwand einsetzbar.


Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag
Scheint ja praktisch zu sein,aber ich bin für das Headset,denn wenn ich über Skype telefoniere möchte ich ja nicht die ganze Zeit so ein teil in der Hand haben.ich finde headsts einfach praktischer