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Asus G1 im Test: Notebook für Gelegenheits-Gamer
Extravaganter Mittelklasse-Sportler

von Benjamin Schnitzler Uhr veröffentlicht

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Starke Notebooks für Computerspieler müssen nicht immer groß, klobig und verschwenderisch sein. Mit dem G1 verfolgt Asus einen anderen Ansatz und steckt leistungsfähige Hardware in ein Mittelklasse-Modell mit 15,4-Zoll-Display. Optisch wurde es gewollt auffällig mit Kohlefaser-Optik, Alu-Einlagen und effektvoller Beleuchtung versehen. Außerdem bringt es neben farblich hervorgehobenen WASD-Tasten sogar noch ein zweites Mini-Display für Statusmeldungen mit.

Starke Notebooks für Computerspieler müssen nicht immer groß, klobig und verschwenderisch sein. Mit dem G1 verfolgt Asus einen anderen Ansatz und steckt leistungsfähige Hardware in ein Mittelklasse-Modell mit 15,4-Zoll-Display. Optisch wurde es gewollt auffällig mit Kohlefaser-Optik, Alu-Einlagen und effektvoller Beleuchtung versehen. Außerdem bringt es neben farblich hervorgehobenen "WASD"-Tasten sogar noch ein zweites Mini-Display für Statusmeldungen mit.

Vorab eine kurze Erklärung für diejenigen, die "WASD" für die "Wahlalternative des sozialen Durchbruchs" halten: Die Buchstabenkombination steht für die Standardbelegung eines Ego-Shooters à la "Half-Life" oder "Quake", mit welcher der meist schießwütige Protagonist vorwärts, rückwärts und seitwärts manövriert. Dank der grell-gelben Beschriftung müssen Zocker hier nicht mehr lange suchen, um ihr bevorzugtes Fortbewegungsmittel zu finden. Für ein gutes Gamer-Notebook reicht das natürlich noch lange nicht.

Asus G1 im TestInhalt

Nimm zwei

Leistungs-Luxus

Ganz schön helle

Audiovisuelles

Fazit

Alle Daten auf einen Blick

Nimm zwei

Beim Design haben die Taiwaner ganze Arbeit geleistet. Nur dem Kennerblick dürfte nicht entgehen, dass das G1 eigentlich einmal ein Vertreter von Asus Mainstream-Serie A6 gewesen ist. Die kosmetische Radikalkur lässt davon aber kaum noch etwas übrig. Kohlefaser-Optik auf dem Deckel erinnert an automobilen Leichtbau aus dem Motorsport, vier nietenförmige Schrauben und ein geriffelter Firmenschriftzug in Chrom geben ihr Übriges dazu. Im Innenraum geht es ebenfalls mit Kohlefaser-Imitat weiter, doch hier kommt zusätzlich noch echtes Aluminium zum Einsatz. Das gebürstete Leichtmetall erstreckt sich angefangen vom Touchpad über fast die gesamte Frontpartie.

Zwischen den beiden Touchpad-Tasten lugt ein beleuchtetes "Auge" in einer silber polierten Einfassung hervor. Völlig ohne Nutzen zwar, dafür zweifellos ein Hingucker. Seitlich im Deckel-Scharnier stecken zwei silberne Alu-Bolzen mit Karo-Muster, darunter liegt das sekundäre Display zur 15,4 Zoll messenden Hauptbildfläche inmitten einer verspiegelten Blende. Es ist etwa 3 x 0,8 Zentimeter groß und zeigt im Normalzustand ein angedeutetes Uhren-Ziffernblatt und die aktuelle Uhrzeit. Über die "Direct Console" sind auch eigene Texte und Smileys in Laufschrift möglich. Ansonsten soll es Informationen aus Instant Messengern und Programmen zur Hardware-Überwachung ausgeben, entsprechende Optionen waren zum Testzeitpunkt jedoch nicht verfügbar.

Selbst die mitgelieferte Gamer-Maus erstrahlt in Kohlefaser-Optik.

Das dicke Primär-Display hinterlässt einen stabilen Eindruck, im geschlossenen Zustand liegt es mit vertretbarem Abstand auf und wackelt nur leicht. Zum Öffnen muss zunächst ein Schieber betätigt werden, um die beiden Befestigungshaken zu lösen. Im breiten oberen Rand befindet sich die Linse der eingebauten Webcam mit 1,3 Megapixeln und eigenem Mikrofon. Im Interieur verläuft der Übergang von der vorderen Leichtmetallblende zur künstlichen Kohlefaser leider mit einem zu breiten, unregelmäßigen Spalt, in dem sich gerne Dreck ansammelt. Abgesehen davon ist die Verarbeitung durchweg wertig.

Leistungs-Luxus

Schon der Blick aufs Datenblätt verrät, dass Kompromisse woanders eingegangen werden, zumindest was Leistung und Ausstattung angeht: ein Intel Core 2 Duo mit satten zwei Gigahertz, üppige zwei Gigabyte RAM, eine mobile Nvidia-Grafikkarte mit 512 Megabyte eigenem Speicher, 160 Gigabyte Platz auf der Platte und ein DVD-Brenner mit LightScribe-Funktion. Außerdem bietet das G1 in puncto Anschlussmöglichkeiten so gut wie alles, was das technikversessene Herz begehrt. Ein DVI-Anschluss für Flachbildschirm ist ebenso vertreten wie ein Speicherkartenleser, TV-Ausgang und digitales S/PDIF.

Asus G1 im Test: Gamer-Notebook mal anders

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Schon der Blick aufs Datenblätt verrät, dass Kompromisse woanders eingegangen werden, zumindest was Leistung und Ausstattung angeht.

Netzwerken in Gigabit-Geschwindigkeit darf natürlich auf keiner LAN-Party fehlen, zudem konzentrieren sich vier USB-Ports für Gaming-Mäuse und andere Spielgeräte auf der Rückseite. Für die schnurlose Datenübertragung stehen die drei gängigen WLAN-Formate sowie schnelles Bluetooth 2.0 bereit. Absolut unverständlich finden wir hingegen den fehlenden ExpressCard-Einschub. Zumal Asus mit der "XG Station" ab Juni eine externe Spiele-Grafikkarte dafür anbietet, die aber nicht in den vorhandenen PCMCIA-Slot passen wird.

Dem eingesetzten Exemplar von Touchpad macht kaum ein anderes etwas vor. Mit seinen knackigen, satt klickenden Tasten und der sowohl feinfühligen als auch schnellen Oberfläche setzt es die Messlatte für viele andere Hersteller ein gutes Stück höher. Allerdings heizt es sich nach mehrstündigem Notebook-Betrieb spürbar auf, ebenso wie die rechts danebenliegende Sektion. Nicht minder lobenswert arbeitet die Tastatur, die der eher weichen und komfortablen Fraktion angehört, aber dennoch mit präziser Rückmeldung punktet.

Mit der eingebauten GeForce Go 7700 können zumindest Gelegenheits-Gamer durchaus glücklich werden. Mit den grafischen Höchstleistungen eines erheblich teureren Alienware Aurora m9700 oder Dell XPS M1710 kann diese verständlicherweise nicht mithalten, auch das Toshiba Satellite P100 mit GeForce Go 7900 GS geht bedeutend schneller zur Sache. Dennoch: Auf dem netzwelt-Prüfstand liefert das Asus G1 in der Riege der Mittelklasse-Notebooks die bisher beste Spiele-Performance. Größere Vorsprünge gegenüber einem Modell mit älterer GeForce Go 7600 sind jedoch nicht zu erwarten.

Eine Silhouette wie aus dem Star Trek-Universum

Ganz schön helle

Ein außergewöhnliches Verhalten legt das G1 beim Booten von Windows Vista an den Tag. Hier sehen wir das Auge des Touchpads auf dem Bildschirm wieder, gepaart mit einer hübschen Flammen-Animation und synthetischem Donnergrollen. Knapp 40 Sekunden später erscheint die mit Transparenzeffekten angereicherte Aero Glass-Oberfläche von Microsofts aktuellem Betriebssystem. Beim Anblick des Displays fühlen sich die Tester-Augen zwar nicht gleich wie vom Blitz getroffen, dafür kann es sich mit einer angenehm hohen Helligkeit sehen lassen - besonders in düsteren Spielewelten ein nicht zu verachtender Vorteil.

Hinter der spiegelnden Bildfläche wirken die Farben zwar weitgehend "echt" und im Zentrum gleichmäßig, könnten jedoch noch ein wenig mehr Kraft vertragen. Die leichten "Schleierwölkchen" an den Ecken und Kanten trüben die gute Darstellungsqualität dagegen kaum. Mit sehr dunklen Grautönen kommt das Display sichtbar besser zurecht als mit sehr hellen, Letztere gleiten mitunter gänzlich ins Weiße ab. Gegen die ordentliche Ausleuchtung und das satte Schwarz gibt es lediglich zwei hellere Streifen einzuwenden, eine schmaler am oberen und ein breiterer am unteren Rand.

Asus G1 im Test: Gamer-Notebook mal anders

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Schon der Blick aufs Datenblätt verrät, dass Kompromisse woanders eingegangen werden, zumindest was Leistung und Ausstattung angeht.

Bauartbedingt leidet der Kontrast bei einem Flachbildschirm, wie er auch in Notebooks verbaut wird, bei Abweichungen vom optimalen Blickwinkel. Im konkreten Beispiel reicht die entsprechende Toleranzgrenze fürs menschliche Auge, bei der das Bild noch ansehnlich bleibt, für zwei Zuschauer nebeneinander. Von weiter unten oder oben betrachtet erscheint die Anzeige jedoch recht schnell dunkler beziehungsweise heller.

Audiovisuelles

Über die für das Mini-Display zuständige Software lässt sich auch das so genannte Direct Flash aktivieren. Eine Option, deren Nutzen sich manchem Buntlicht-Liebhaber erschließen mag, uns aber nicht: Sobald ein Spiel gestartet wird, nehmen die beiden grellgrünen Blinker links und rechts im Deckel ihre Ablenkungsarbeit auf. Im schummrigen Ambiente einer LAN-Party dürfte diese Warnblinkanlage zwar Aufsehen erregen, aber auch den Unmut des gerade aktiven Gamers. Zudem trat die eher fragwürdige Visualisierung auch bei der Wiedergabe eines mit "Xvid" komprimierten Videos mit dem Windows Media Player in Aktion.

Asus G1 im Test: Gamer-Notebook mal anders

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Schon der Blick aufs Datenblätt verrät, dass Kompromisse woanders eingegangen werden, zumindest was Leistung und Ausstattung angeht.

Wer gerade keine Hi-Fi-Anlage zur Hand hat, kann das Gamer-Notebook auch als überteuerten CD-Player missbrauchen. Über eine Taste am vorderen Rand startet der "Audio DJ", der sich aber ausschließlich Audio-CDs genehmigt und bei MP3-Dateien stumm bleibt. Windows wird dafür zwar gar nicht erst bemüht, dennoch entspricht der Stromverbrauch mit 30 Watt dem eines komplett hochgefahrenen Notebooks im Leerlauf. Eher nach Low-Fi klingen die blechernen, übersteuernden Stereo-Lautsprecher, doch für soetwas wurden schließlich Kopfhörer erfunden. Videos präsentiert das G1 trotz seiner etwas grobkörnigen Wiedergabe in ansehnlicher Qualität.

Bei voller Auslastung entwickelt es ein gut hörbares Gebläsegeräusch mit einem leichten, unangenehm hochfrequenten Unterton, ist damit aber ein immer noch angenehmer Zeitgenosse. Im Normalbetrieb sind bedeutend ruhigere Töne angesagt, hier bleibt es bei einem leisen Rauschen ohne nervendes An- und Abschwellen der Lüfterdrehzahl. Sehr lange kann dem allerdings nicht gelauscht werden, denn schon nach knapp zweieinhalb Stunden lechzt der Akku nach der nächsten Steckdose. Beim Spielen sinkt die Laufzeit auf eine magere Stunde und elf Minuten.

Fazit

Hardcore-Zocker mögen von einem Gamer-Notebook zwar noch höhere 3D-Leistung erwarten. Doch für Gelegenheitsspieler mit gehobenen Ansprüchen, die noch dazu nach dem Außergewöhnlichen suchen, ist das Asus G1 erste Wahl. Mehr Spiele-Leistung bot bis dato kein anderes Mittelklasse-Notebook auf dem netzwelt-Prüfstand. Mit etwas mehr als drei Kilogramm ist es zwar nicht das leichteste, aber immer noch tragbarer als ein klobiger 17-Zoll-Kaventsmann. Zum leider hohen Kaufpreis gehört neben der leistungsstarken Hardware auch ein brauchbares Zubehör-Paket inklusive stylischem Transport-Rucksack und Logitechs hochwertiger Gamer-Maus MX 518 in Kohlefaser-Optik.

Award: Asus G1 im Test

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Kommentare zu diesem Artikel

Starke Notebooks für Computerspieler müssen nicht immer groß, klobig und verschwenderisch sein. Mit dem G1 verfolgt Asus einen anderen Ansatz und steckt leistungsfähige Hardware in ein Mittelklasse-Modell mit 15,4-Zoll-Display. Optisch wurde es gewollt auffällig mit Kohlefaser-Optik, Alu-Einlagen und effektvoller Beleuchtung versehen. Außerdem bringt es neben farblich hervorgehobenen WASD-Tasten sogar noch ein zweites Mini-Display für Statusmeldungen mit.

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  • Bentleman schrieb Uhr
    AW: Asus G1 im Test: Notebook für Gelegenheits-Gamer

    Wenn Du ein langsames Notebook-Display hast, sieht das eher schlecht aus. Was ein bisschen helfen kann, ist, wenn man im Grafikkartentreiber oder Spiel die "vertikale Synchronisierung" bzw. "Vsync" einschaltet. Dann produziert die Grafikkarte nicht mehr Bilder pro Sekunde als der Bildschirm. Erfahrungsgemäß würde ich allerdings sagen, dass man das Nachziehen bei größeren Bildschirmen viel besser sieht als auf kleinen.
  • hela schrieb Uhr
    AW: Asus G1 im Test: Notebook für Gelegenheits-Gamer

    Hallo Leute, Gamen mit dem Notebook mag seine Berechtigung haben, aber wie schafft man es, dass die Games auf einem 15,4-Display nicht verzogen dargestellt werden? Gruss hela

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Starke Notebooks für Computerspieler müssen nicht immer groß, klobig und verschwenderisch sein. Mit dem G1 verfolgt Asus einen anderen Ansatz und steckt leistungsfähige Hardware in ein Mittelklasse-Modell mit 15,4-Zoll-Display. Optisch wurde es gewollt auffällig mit Kohlefaser-Optik, Alu-Einlagen und effektvoller Beleuchtung versehen. Außerdem bringt es neben farblich hervorgehobenen WASD-Tasten sogar noch ein zweites Mini-Display für Statusmeldungen mit.
http://www.netzwelt.de/news/75453-asus-g1-test-notebook-gelegenheits-gamer.html
2007-04-19 15:30:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/asus_g1_test_intext1_1176971195.jpg
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