Fototipp: Grundlagen zur Blitzfotografie
Blitzen und Verschlusszeit
Der Sensor einer Kamera wird von einem Verschluss vor Licht geschützt, der sich nur für die Dauer der Belichtung öffnet. Damit die Belichtung gleichmäßig erfolgt, besteht der mechanische Verschluss aus zwei Verschlussvorhängen (meist aus Metalllamellen), die nacheinander abgefahren werden.
Der erste Vorhang öffnet den Verschluss und gibt die Sensorfläche frei, der zweite fährt nach Ablauf der eingestellten Belichtungszeit hinterher und schließt so die Öffnung wieder. So erhalten alle Bildbereiche gleichmäßig viel Licht. Bei sehr kurzen Belichtungszeiten muss der zweite Verschlussvorhang bereits folgen, bevor der erste den Sensor vollständig freigegeben hat. Das Resultat ist eine so genannte Schlitzöffnung vor dem Bildsensor. Beim Blitzen muss der Sensor an allen Stellen gleichmäßig viel Licht erhalten.
Daher bezeichnet die kürzeste Verschlusszeit, bei welcher der Sensor gleichzeitig vollständig offen liegt, die Synchronzeit für den Blitz. Meist liegt diese Zeit zwischen 1/125 und 1/250 Sekunde. Hochpreisige Kameras mit aufwändig gearbeiteten Verschlüssen bieten auch kürzere Synchronzeiten an. Um auch mit kürzeren Verschlusszeiten arbeiten zu können, bieten einige Blitzgeräte die Möglichkeit einer High-Speed-Synchronisation an.

Hier wird mit einem Trick gearbeitet: Der Blitz simuliert durch schnell hintereinander gefeuerte Blitze ein Dauerlicht, um den Sensor trotz der unvollständigen Öffnung gleichmäßig zu belichten. Dabei ist die Blitzleistung je nach Verschlusszeit abgeschwächt, da mehr Blitzsalven über einen vergleichsweise längeren Zeitraum gezündet werden müssen als bei einem einzelnen Blitz. Bei Verschlusszeiten, die länger als die Blitzsynchronzeit sind, kann mit Umgebungslicht die Aufnahme beeinflusst werden.
Die Lichtstimmung bleibt so trotz des Blitzlichts erhalten. Speziell wenn der Blitz zum Aufhellen des Vordergrunds bei Nacht oder Gegenlichtporträts genutzt wird, ist diese Funktion interessant. In der Nachtfotografie werden je nach Synchronisation des Blitzes auf den ersten oder zweiten Verschlussvorhang (Zeitpunkt der Blitzzündung) verschiedene Effekte erzielt.
Fazit
Die Lichtführung ist ein essentieller Teil der Bildplanung. Nicht nur die Lichtmenge, auch die Richtung des Lichts ist entscheidend für ein gutes Foto. Hier kann eine richtig eingesetzte künstliche Lichtquelle dem Fotografen eine große Hilfe sein. Blitzgeräte können bildwichtige Partien aufhellen und in den Vordergrund rücken. Schatten können durch eine gezielte Gegenbeleuchtung gemildert werden. Gekoppelt mit einer Langzeitbelichtung können Blitze spannende Nachtfotografien schaffen. Auch wenn die Sensoren heute mittlerweile den Mangel an Licht überholt haben, wird eine flexible Bildsprache erst durch das Können des Fotografen möglich. Er formt das Licht und damit das Foto, nicht umgekehrt!
Im Allgemeinen ist das Fotografieren mit Blitzgeräten eine Sache der Übung und der Technik. Einmal sicher im Umgang mit der persönlichen Kombination von Blitzgerät und Kamera, kann der Blitz eine hervorragende Ergänzung und kreative Hilfe sein. Unbefriedigende Ergebnisse mit Pop-Up-Blitzen kann der Fotograf meist schon durch das Beachten von Hinweisen in der Bedienungsanleitung seiner Kamera vermeiden. Die Brennweite und der Blendenwert müssen dabei durch den Fotografen manuell überprüft werden, damit die Ergebnisse befriedigend sind. Es gilt: Nicht immer ist das Maximum an Licht gefragt. Die Tiefenwirkung wird erhalten, indem dosiert aufgehellt wird - egal ob mit Blitzlicht oder Reflektoren.
Die Nutzung moderner Blitzgeräte ist mittlerweile sehr stark automatisiert und für den Fotografen vereinfacht worden. Die Kompatibilität zwischen Digitalkamera und Zubehör erleichtert die Arbeit und erspart viel Rechnerei.

Sagen Sie Ihre Meinung!