Ratgeber: Navigationssystem ab Werk oder Navi-Portable?
Portables sind flexibler einsetzbar
Doch auch abgesehen vom offensichtlichsten Argument - dem wesentlich günstigeren Preis - können auch portable Navis einige stichhaltige technische Argumente für sich ins Feld führen. Das Wichtigste: Portables à la Tomtom und Co. lassen sich von einem Fahrzeug ins andere mitnehmen. Man kann ein und dasselbe Navi nach Bedarf in mehreren Fahrzeugen einsetzen - zum Beispiel in den Zweitwagen, einen für den Umzug gemieteten Transporter oder abwechselnd im Firmen- und Privatfahrzeug.

Auch wenn Portables mittlerweile die höchsten Verkaufszahlen vorweisen können, bietet der Nachrüstmarkt auch Radio-Navigationssysteme, die man an Stelle eines "normalen" Autoradios in einen entsprechenden DIN-Schacht einbauen kann, oder komplette Bildschirm-Systeme, die in Bedienung und Funktionsumfang mit den entsprechenden Werks-Geräten vergleichbar sind.
Mehr Funktionen bei Nachrüst-Geräten
Oft ist der Funktionsumfang von Nachrüst-Navis sogar noch größer als bei den Festeinbau-Systemen. Das gilt übrigens gleichermaßen für Portables wie für Radio- und Bildschirm-Geräte. So können viele dieser Lösungen neben der eigentlichen Zielführung zum Beispiel auch Musik-Dateien im MP3-Format abspielen oder Digitalfotos anzeigen. Oder sie informieren mit speziellen Reiseführer-Funktionen über besuchenswerte Sehenswürdigkeiten am Zielort.

Dass Nachrüst-Geräte häufig mehr Funktionen und oft auch modernere Technik bieten, hat einen einfachen Grund: Während die Entwicklungs-Zyklen in der Automobil-Branche vor dem Marktstart eines neuen Fahrzeuges fünf bis sieben Jahre Vorlauf erfordern, entwickelt die Elektronik-Branche ihre Produkte in wesentlichen kürzeren Zeiträumen. Nachträglich gekaufte und eingebaute Navi-Geräte sind schlicht um mehrere Jahre jünger als ihre ab Werk erhältlichen Verwandten.
Von diesem Vorsprung profitieren nicht nur Spielereien wie die genannten Multimedia-Funktionen, sondern auch die Grundausstattung der Geräte. So sorgt eine neue Generation hochempfindlicher GPS-Empfangschips für präzisere Ortung und zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie ein Mini-Kreiselkompass, der auch in Tunnelfahrten die grundsätzliche Bewegungsrichtung des Fahrzeugs erkennt, können die systembedingten Nachteile zum Teil aufwiegen.
Dennoch können vor allem die populären Navi-Portables beim GPS-Empfang und der Genauigkeit der Zielführung nicht ganz mit ihren Festeinbau-Pendants mithalten. Zusätzliche Probleme kann es zudem in manchen Fahrzeugtypen geben, deren Frontscheiben metallbedampft sind, wie es vor allem bei einigen französischen Auto-Marken der Fall ist. Solche Beschichtungen stören den GPS-Empfang und erfordern in der Regel den Anschluss einer separaten GPS-Außenantenne ans Navigationsgerät. Entsprechende Einbauten erledigt der qualifizierte Kfz- oder Autoradio-Fachhandel.
