Sie sind hier:
 

Ratgeber: Navigationssystem ab Werk oder Navi-Portable?
Festeinbau gegen tragbare Geräte

von Dirk Ellenbeck Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Navigationsgeräte erleben einen beeindruckenden Boom. Allein im vergangenen Jahr 2006 gingen über zwei Millionen Navis über deutsche Ladentheken. Dabei machen die portablen Geräte à la Tomtom, Garmin, Falk & Co. den Löwenanteil aus. Weniger als fünf Prozent der genannten zwei Millionen (also unter 100.000 Geräte) sind klassische Festeinbauten. Und diese Zahl teilt sich wiederum auf: Einerseits auf Navi-Systeme, die mit einem Neuwagen als Werks-Option bestellt wurden, sowie andererseits auf nachgerüstete, aber fest ins Auto eingebaute Bildschirm- und Radio-Navigationssysteme.

Navigationsgeräte erleben einen beeindruckenden Boom. Allein im vergangenen Jahr 2006 gingen über zwei Millionen Navis über deutsche Ladentheken. Dabei machen die portablen Geräte à la Tomtom, Garmin, Falk & Co. den Löwenanteil aus. Weniger als fünf Prozent der genannten zwei Millionen (also unter 100.000 Geräte) sind klassische Festeinbauten. Und diese Zahl teilt sich wiederum auf: einerseits auf Navi-Systeme, die mit einem Neuwagen als Werks-Option bestellt wurden sowie andererseits auf nachgerüstete, aber fest ins Auto eingebaute Bildschirm- und Radio-Navigationssysteme.

Der Grund für diese Entwicklung ist leicht zu erkennen: die portablen Navis sind erheblich günstiger als die klassischen Festeinbau-Geräte und bieten trotzdem vergleichsweise gute Leistungen und umfangreiche Ausstattung. Also mittelfristig schlechte Karten für Festeinbau-Navis?

Günstiger und flexibler als Festeinbauten: Tragbare Navigationsgeräte

Beim Blick auf den Gesamtmarkt vermutlich ja. Trotzdem muss nicht für jeden individuellen Käufer das 200-Euro-Schnäppchen-Navi aus den Elektronik-Markt die beste Lösung sein. Auf den folgenden Seiten wägt netzwelt die Argumente pro und contra der unterschiedlichen Varianten ab.

Technische Vorteile von Festeinbauten

Auch für die ab Werk angebotenen Systeme sprechen einige gute Argumente: Werks-Navis sind perfekt ans Fahrzeug angepasst. Das gilt bereits optisch - bei fast allen Herstellern ist der klassische Radioschacht eher auf dem Rückzug, und im Cockpit finden sich modellspezifische Einbauplätze für Radios oder Navigationssysteme. Eine Werks-Lösung fügt sich optisch perfekt ins Cockpit ein und erfordert keine störenden Aufbauten oder Halterungen.

Auch fest eingebaute Systeme bieten Vorteile, etwa die optisch nahtlose Integration in das Fahrzeug

Für die Erstausrüstung spricht auch die bessere technische und elektronische Integration ins Fahrzeug. Funktionen wie das automatische Absenken der Radiolautstärke bei Navigationsdurchsagen oder die Steuerung der Systeme über zusätzliche Tasten oder Bedienelemente am Lenkrad funktionieren am besten und unkompliziertesten, wenn der elektronische Wegweiser vom Autohersteller spezifisch für das betreffende Fahrzeug entwickelt und ab Werk installiert wurde.

Werks-Navis können die Pfeil-Symbole ihrer Routenempfehlungen zudem üblicherweise nicht nur auf ihrem eigenen Bildschirm, sondern auch in den heute weit verbreiteten Cockpit-Displays anzeigen. So genügt während der Fahrt häufig ein schneller Blick auf diese Anzeige, um etwas herauszufinden, welche Abbiegespur oder welche Ausfahrt aus einem Kreisverkehr das System gerade per Sprachanweisung empfohlen hat.

Mehr Komfort durch Handy-Anbindung

Ist im Fahrzeug auch noch eine Freisprechanlage fürs Handy eingebaut, die ebenfalls ab Werk mitbestellt wurde, sind Werks-Navigationssysteme auch für die Zusammenarbeit mit diesen Systemen vorbereitet. So quatscht die Navigations-Stimme nicht in laufende Telefonate hinein ­- es sei denn, der Besitzer hat ihr dies vorher in den Audio-Einstellungen des Systems ausdrücklich gestattet.

Bei manchen Geräten wie den MFD-Systemen von VW lassen sich sogar im Navi-System abgespeicherte Rufnummern von Sonderzielen wie Hotels oder Veranstaltungsorten direkt vom Bildschirm aus per Handy anwählen. Oder, wie im Fall der von Becker entwickelten APS-Systeme in Mercedes-Modellen, ankommende SMS-Kurznachrichten lassen sich auf dem Navigationsdisplay anzeigen. Solche Funktionen können den Fahrer erheblich entlasten und gerade für geschäftliche Vielfahrer Gold wert sein.

Hinzu kommt noch ein anderer Aspekt: "Große", fest eingebaute Navigationsgeräte sind nicht nur mit den Kommunikations- und Unterhaltungs-Komponenten im Auto vernetzt, sondern meistens auch mit zusätzlichen Fahrzeugsystemen und Datenbussen. Das macht sich beispielsweise bemerkbar, wenn man durch einen Tunnel fährt, in dem es eine Abfahrt gibt. Nachrüstsysteme müssen sich zur Ortung in vielen Fällen allein auf die Signale der im Orbit kreisenden GPS-Satelliten verlassen.

Die sind aber in Tunnels nicht zu empfangen. Werks-Lösungen können häufig zusätzlich auch auf die Daten von Radsensoren oder den Einschlagwinkel des Lenkrads zugreifen, was die Positionierungs-Genauigkeit stark verbessert. Davon profitiert wiederum die Zielführung - das Navigationsgerät kann Angaben wie "Bitte abbiegen in 300 Metern" exakter vorsprechen und die Position des Fahrzeugs in der Kartendarstellung auf dem Bildschirm genauer anzeigen.

Großes oder kleines System ab Werk?

Häufig müssen sich Besteller von Neufahrzeugen allerdings bei der Auswahl eines Werks-Navigationssystems zwischen verschiedenen Ausbau- und Komfortstufen entscheiden. Gern bieten die Hersteller eine "größere" Lösung mit Bildschirm- und Kartenanzeige und ein "kleineres" System an, das statt der Kartenanzeige den Weg nur mit Pfeilsymbolen weist. Vielfahrer sollten - falls es ihr Budget irgendwie hergibt - nach Möglichkeit ein System mit Kartendarstellung wählen. Denn die Anzeige einer zwei- oder dreidimensionalen Straßenkarte sorgt in unübersichtlichen Verkehrssituationen oder bei Zweifelsfällen für mehr Klarheit.

Die Anzeige einer zwei- oder dreidimensionalen Straßenkarte sorgt in unübersichtlichen Verkehrssituationen oder bei Zweifelsfällen für mehr Klarheit.

In manchen Fällen nimmt der Fahrzeughersteller seinen Kunden die Entscheidung aber auch ab, weil er auf seiner Sonderausstattungsliste ohnehin nur ein System anbietet. Oder es gibt für das gewünschte Fahrzeug überhaupt keine Navi-Ausstattung ab Werk. Dann ist die Entscheidung für eine Nachrüstlösung ohnehin klar, und die Frage beschränkt sich auf den Typ des nachträglich einzubauenden Navis.

Portables sind flexibler einsetzbar

Doch auch abgesehen vom offensichtlichsten Argument - dem wesentlich günstigeren Preis ­- können auch portable Navis einige stichhaltige technische Argumente für sich ins Feld führen. Das Wichtigste: Portables à la Tomtom und Co. lassen sich von einem Fahrzeug ins andere mitnehmen. Man kann ein und dasselbe Navi nach Bedarf in mehreren Fahrzeugen einsetzen - zum Beispiel in den Zweitwagen, einen für den Umzug gemieteten Transporter oder abwechselnd im Firmen- und Privatfahrzeug.

Passt im einen und im anderen Fahrzeug: Portables Navi-System

Auch wenn Portables mittlerweile die höchsten Verkaufszahlen vorweisen können, bietet der Nachrüstmarkt auch Radio-Navigationssysteme, die man an Stelle eines "normalen" Autoradios in einen entsprechenden DIN-Schacht einbauen kann, oder komplette Bildschirm-Systeme, die in Bedienung und Funktionsumfang mit den entsprechenden Werks-Geräten vergleichbar sind.

Mehr Funktionen bei Nachrüst-Geräten

Oft ist der Funktionsumfang von Nachrüst-Navis sogar noch größer als bei den Festeinbau-Systemen. Das gilt übrigens gleichermaßen für Portables wie für Radio- und Bildschirm-Geräte. So können viele dieser Lösungen neben der eigentlichen Zielführung zum Beispiel auch Musik-Dateien im MP3-Format abspielen oder Digitalfotos anzeigen. Oder sie informieren mit speziellen Reiseführer-Funktionen über besuchenswerte Sehenswürdigkeiten am Zielort.

Der elektronische Reiseführer gibt Tipps für lohnenswerte Ziele in der Umgebung

Dass Nachrüst-Geräte häufig mehr Funktionen und oft auch modernere Technik bieten, hat einen einfachen Grund: Während die Entwicklungs-Zyklen in der Automobil-Branche vor dem Marktstart eines neuen Fahrzeuges fünf bis sieben Jahre Vorlauf erfordern, entwickelt die Elektronik-Branche ihre Produkte in wesentlichen kürzeren Zeiträumen. Nachträglich gekaufte und eingebaute Navi-Geräte sind schlicht um mehrere Jahre jünger als ihre ab Werk erhältlichen Verwandten.

Von diesem Vorsprung profitieren nicht nur Spielereien wie die genannten Multimedia-Funktionen, sondern auch die Grundausstattung der Geräte. So sorgt eine neue Generation hochempfindlicher GPS-Empfangschips für präzisere Ortung und zusätzliche Ausstattungsmerkmale wie ein Mini-Kreiselkompass, der auch in Tunnelfahrten die grundsätzliche Bewegungsrichtung des Fahrzeugs erkennt, können die systembedingten Nachteile zum Teil aufwiegen.

Dennoch können vor allem die populären Navi-Portables beim GPS-Empfang und der Genauigkeit der Zielführung nicht ganz mit ihren Festeinbau-Pendants mithalten. Zusätzliche Probleme kann es zudem in manchen Fahrzeugtypen geben, deren Frontscheiben metallbedampft sind, wie es vor allem bei einigen französischen Auto-Marken der Fall ist. Solche Beschichtungen stören den GPS-Empfang und erfordern in der Regel den Anschluss einer separaten GPS-Außenantenne ans Navigationsgerät. Entsprechende Einbauten erledigt der qualifizierte Kfz- oder Autoradio-Fachhandel.

Kommentare zu diesem Artikel

Navigationsgeräte erleben einen beeindruckenden Boom. Allein im vergangenen Jahr 2006 gingen über zwei Millionen Navis über deutsche Ladentheken. Dabei machen die portablen Geräte à la Tomtom, Garmin, Falk & Co. den Löwenanteil aus. Weniger als fünf Prozent der genannten zwei Millionen (also unter 100.000 Geräte) sind klassische Festeinbauten. Und diese Zahl teilt sich wiederum auf: Einerseits auf Navi-Systeme, die mit einem Neuwagen als Werks-Option bestellt wurden, sowie andererseits auf nachgerüstete, aber fest ins Auto eingebaute Bildschirm- und Radio-Navigationssysteme.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
  • Kretaner schrieb Uhr
    AW: Ratgeber: Navigationssystem ab Werk oder Navi-Portable?

    Einzig die Diebstahlproblematik fällt zu ungunsten der mobilen Navigationssysteme aus. Man muss sich eben angewöhnen das Navi nicht im Auto zu lassen. Die fest eingebauten werden auch geklaut, wenn auch nicht von "Gelegenheitsdieben". Viele Grüße vom Kretaner
  • johan23 schrieb Uhr
    AW: Ratgeber: Navigationssystem ab Werk oder Navi-Portable?

    Ich denke das sich der Trend hin zu mobilen Navigationssystemen weiter fortsetzen wird, da mobile Navigationssysteme zum einen sehr flexibel einsetzbar sind und auf der anderen Seite wesentlich günstiger als ihre festeingebauten Brüder. Einzig die Diebstahlproblematik fällt zu ungunsten der mobilen Navigationssysteme aus.

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
19169
Ratgeber: Navigationssystem ab Werk oder Navi-Portable?
Ratgeber: Navigationssystem ab Werk oder Navi-Portable?
Navigationsgeräte erleben einen beeindruckenden Boom. Allein im vergangenen Jahr 2006 gingen über zwei Millionen Navis über deutsche Ladentheken. Dabei machen die portablen Geräte à la Tomtom, Garmin, Falk & Co. den Löwenanteil aus. Weniger als fünf Prozent der genannten zwei Millionen (also unter 100.000 Geräte) sind klassische Festeinbauten. Und diese Zahl teilt sich wiederum auf: Einerseits auf Navi-Systeme, die mit einem Neuwagen als Werks-Option bestellt wurden, sowie andererseits auf nachgerüstete, aber fest ins Auto eingebaute Bildschirm- und Radio-Navigationssysteme.
http://www.netzwelt.de/news/75417-ratgeber-navigationssystem-ab-werk-navi-portable.html
2007-04-09 11:45:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/navi-portable_garmin_1175947726.jpg
News
Ratgeber: Navigationssystem ab Werk oder Navi-Portable?