Unerkannt Torrents im I2P-Netz herunterladen
Tutorial: Anonymes Filesharing mit I2PSnark
Moritz Zielenkewitz
I2P läuft die Kommunikation nicht über IP-Adressen, denn diese werden bewusst geheim gehalten. Stattdessen identifiziert sich jeder Tauschwillige über den Schlüssel seiner so genannten Destination, die Informationen entgegen nimmt und weiterleitet. So werden zum einen keinerlei Rückschlüsse auf den eigenen Rechner zugelassen, zum anderen ist die Destination ständig über neue Wege zu erreichen.
Ist ein Torrent erstmal in I2PSnark, läuft alles ab wie in einem normalen Filesharing-Client: Andere Peers werden gesucht und der Download beginnt. Im Gegensatz zu BitComet, Azureus und Co. kann es allerdings in Ausnahmefällen auch mal eine Viertelstunde dauern, bis tatsächlich die ersten Daten heruntergeladen werden. Sobald ein Torrent mit Status: OK in der Liste auftaucht, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das anonyme Filesharing beginnt. Solange nicht Auto Start angeklickt wurde, muss natürlich der Download noch von Hand gestartet werden.

I2PSnark: Webbasiert und minimalistisch (Klick vergrößert).
Hier ist es auch möglich, den Download anzuhalten, aus der Liste zu entfernen oder die Datei selbst wieder zu löschen. Galaktische Geschwindigkeiten sind verständlicherweise nicht zu erwarten: Das Umleiten und Verschlüsseln genehmigt sich einen guten Teil der Bandbreite. Da I2P aber der Anonymität den Vorrang gibt, ist hier wohl nur dann Besserung in Sicht, wenn die reine Menge an Nutzern ansteigt. Aber auch so lag die Download-Rate in Tests zwsichen fünf und 30 Kilobyte pro Sekunde - ein akzeptabler Wert.
Unter dem Eintrag Config in der Router Console kann noch etwas an der Geschwindigkeits-Schraube gedreht werden, indem maximaler Up- und Download manuell angepasst werden. Fertig heruntergeladene Dateien landen im I2PSnark-Ordner des Installationsverzeichnisses der I2P-Software. Solange sich der fertige Torrent noch in der Liste von I2PSnark befindet, gibt der eigene Client als Seeder die angeforderten Daten an weitere Tauschwillige weiter.
Unsichtbares Netz, sichtbare Erfolge
Wer bereit ist, zugunsten einer überzeugenden Anonymität auf Bandbreite zu verzichten, bekommt mit dem webbasierten Filesharing-Client I2PSnark ein praktisches Werkzeug an die Hand. Eine saubere Konfiguration der I2P-Software selbst vorausgesetzt, bleibt beim Datentausch die eigene Identität verschleiert. Und mit weiteren Versionen sowie einer steigenden Anzahl von Peers hat die Torrent-Alternative das Zeug dazu, sich als P2P-Freeware zu etablieren.
Sie wollen wissen, wie I2P genau funktioniert und weshalb die eigene Identität gewahrt bleibt? Ein netzwelt-Artikel erklärt, wo verschlüsselt wird und wie das anonyme Netz im Netz arbeitet.
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