Unerkannt im Gnutella-Netzwerk unterwegs
Tutorial: Anonymes Filesharing mit I2Phex
Moritz Zielenkewitz
Die Freeware I2Phex ist schnell installiert, das Verzeichnis spielt in der aktuellen Version keine Rolle mehr. Genau wie I2P selbst ist auch der Filesharing-Client in Java geschrieben, das Java Runtime Environment muss sich also auf dem Computer befinden. Wichtig: I2Phex sollte erst dann gestartet werden, wenn der Software-Router von I2P bereits seit ein paar Minuten läuft, damit genügend Verbindungen für erste Tunnel vorhanden sind.
Hex Phex: Daten auf den PC zaubern
Im Grundzustand funktioniert I2Phex noch nicht im I2P-Netz, deshalb führt der erste Weg in Settings > Options: Unter Network bei General Settings muss der Listening Port auf den Wert 14680 eingestellt werden. Unter Firewall/Proxy sollte sichergestellt werden, dass der HTTP Proxy aktiviert ist und auf dem localhost 127.0.0.1 mit Port 4444 steht. Unter Bandwidth kann je nach eigener Bandbreite angepasst werden, welchen Durchsatz I2Phex haben darf.
Unter Download/Sharing Settings kann im Menüpunkt Download noch die Anzahl gleichzeitiger Downloads festgelegt werden; individuelle Verzeichnisse für unfertige und komplette Dateien sind bei Directories möglich. Ein Klick auf Apply speichert die Änderungen und ein Neustart von I2Phex ist jetzt angebracht. Mit den modifizierten Einstellungen im Gepäck beginnt der Client über Network > Connect, im I2P-Netz möglichst viele Peers zu finden.
Die werden im Register Gnutella Net mit ihren Destinations aufgelistet. Nach und nach trennt sich die Spreu vom Weizen und nur die tatsächlich in I2P aktiven User werden grün angezeigt. Der eigene 64-stellige Schlüssel ist hier ebenso einsehbar wie eine Favoritenliste, in die geschätzte I2Phex-Teilnehmer eingetragen werden können. Beim ersten Verbinden ist Geduld gefragt - bis erste Peers gefunden sind, können durchaus zehn Minuten vergehen. Ab dem zweiten Start läuft diese Prozedur aber deutlich schneller ab.

Die Downloadrate schwankt - Preis der Anonymität (Klick vergrößert).
Die restliche Bedienung von I2Phex ist altbekannt: Über Search können freigegebene Dateien gesucht werden, der Filter hilft dabei, nur bestimmte Datentypen anzuzeigen. Ein doppelt angeklickter Eintrag landet daraufhin im Register Download; hier wird die Datei mit Übertragungsrate und voraussichtlicher Fertigstellung angezeigt, kann gestoppt, entfernt oder einfach nur beobachtet werden. Die Geschwindigkeit reißt verständlicherweise keine Bäume aus: Zwar tauchten im Test zwischenzeitlich Spitzenwerte von fast 200 Kilobyte pro Sekunde auf, im Schnitt muss allerdings mit einer ein- bis zweitstelligen Rate gerechnet werden.
I2Phex hat trotz des noch nicht komplett ausgereiften Beta-Status das Zeug, eine anonyme Alternative zu normalen Filesharing-Clients auf Basis das Gnutella-Netzwerkes zu werden. Die extrem niedrige Anzahl an Peers sorgt derzeit aber noch für ernüchternde Geschwindigkeiten und eine begrenzte Auswahl an Inhalten. Da die Bedienung mit einem funktionierenden I2P-Router aber kein Hindernis ist, können die Bedingungen für das anonyme Filesharing mit I2Phex eigentlich nur besser und erfolgsträchtiger werden.
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