Unerkannt im Gnutella-Netzwerk unterwegs
Tutorial: Anonymes Filesharing mit I2Phex
Wer per P2P seine Daten tauscht, verteilt automatisch seine eigene Identität unter die Leute. Doch es geht auch anders: Die Freeware I2Phex erlaubt unerkanntes Filesharing über das Gnutella-Netzwerk. Möglich wird das durch I2P, das anonyme Netz im Netz.
Inhaltsverzeichnis
- 1Reichst du mir mal das Gnutella?
- 2Anonymes P2P dank I2P
- 3Hex Phex: Daten auf den PC zaubern
- 4Die Einstellungen müssen angepasst werden, damit I2Phex einwandfrei läuft (Klick vergrößert).
- 5Mangelhaft: Mäßige Masse
Reichst du mir mal das Gnutella?
I2Phex, das ist ein modifizierter Ableger des Gnutella-Clients Phex. Die Freeware wurde speziell darauf angepasst, dass alle Teilnehmer des Tauschhandels unerkannt bleiben. Bei gewöhnlichen Filesharing-Clients werden per TCP/IP die Datenpakete verschickt - dadurch ist natürlich auch die IP-Adresse aller Peers bekannt und kann über den Internet Service Provider mit der tatsächlichen Identität verknüpft werden. Nicht immer müssen Klagen oder Abmahnungen der Grund sein, eine generelle Vorsicht bei der Weitergabe persönlicher Details im Netz ist angebracht.
Anonymes Filesharing mit I2Phex funktioniert deshalb, weil in I2P keine IP-Adressen weitergegeben werden. Stattdessen verläuft die gesamte Kommunikation verschlüsselt über mehrere Knotenpunkte in einem virtuellen Tunnel. An ständig wechselnden Gateways treten die Daten aus und hinein in den aufgebauten Tunnel des Empfängers. Um diesen Eintrittspunkt aber fehlerfrei lokalisieren zu können oder auch anderen den Kontakt zu ermöglichen, werden so genannte Destination Keys (64-stellige Codes) in einer dezentralen Datenbank des I2P-Netzes hinterlegt.
Anonymes P2P dank I2P
Diese Destinations geben keinerlei Auskunft über die Identität eines Teilnehmers, sondern weisen nur den Weg zu einem Gateway, das für einen begrenzten Zeitraum die Anfragen entgegen nimmt. Über den Tunnel gelangen die Daten dann zum eigentlichen User, der anonym bleibt. In der Tauschbörse I2Phex ersetzen die Destination Keys aller Beteiligten die normalerweise benötigten IP-Adressen und realisieren den Austausch.
Die Destination der Nutzer, quasi der Schlüssel, bleibt dabei immer gleich, nur die passende Tür in Form des korrekten Tunnels zum Empfänger wechselt. So entsteht eine geschlossene Gruppe anonymer P2P-Nutzer, die sich gegenseitig ohne Preisgabe der Identität Daten anbieten können. Wie genau I2P funktioniert und mit welchen Verschlüsselungen und Finessen das Projekt arbeitet, steht in einem I2P-Hintergrundartikel. Anonymes Filesharing mit I2P klappt auch über BitTorrent.


Abmahn- und Klagewellen der Unterhaltungsindustrie überziehen nach einem Rundumschlag in den USA auch Europa. Doch P2P-Nutzer haben durchaus Möglichkeiten, gegenzusteuern: Beim anonymen Filesharing kann die eigene Identität in Tauschbörsen so weit verschleiert werden, dass die eigene IP-Adresse nicht ins Visier genommen werden kann.
Filesharing ist und bleibt ein gefährliches Pflaster: Wer sich am Datentausch beteiligt, ohne Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, muss mit Abmahnungen oder Klagen rechnen. Eine Möglichkeit ist, unerwünschte IP-Adressen softwareseitig auszusperren. So bleibt im Dunkeln, welcher User sich mit wem wegen welcher Datei verbunden hat.
Abmahnwellen im Internet, Klagen gegen Tauschbörsennutzer, der Begriff Vorratsdatenspeicherung schwebt unheilvoll über der gesamten Computerwelt. Daher ist es Zeit, auch die zweite, virtuelle Identität nicht jedem unter die Nase zu binden. Anonymität im Netz liegt im Trend, auch I2P ist auf dem Vormarsch. Denn das Projekt strebt ein eigenes Internet im Internet an.
Vielen ist es nicht bewusst, wieder andere nehmen es notgedrungen in Kauf: Wer in Tauschbörsen Filesharing betreibt, ist kein Unbekannter. Mit jedem Datenpaket wandert auch die eigene Identität in Form der IP-Adresse mit durch das Netz. Wirklich anonymer Datentausch hingegen ist dank I2P möglich: Das Tool I2PSnark lädt Torrents herunter und lässt die Tauschwilligen dabei im Hintergrund.
Illegaler Datentausch über das Internet ist und bleibt riskant. Viele Nutzer wechseln deshalb auf anonyme Tauschbörsen, um ihre Identität zu verschleiern. Einen vollkommen anderen Ansatz verfolgt das Projekt OFF System: Hochgeladene Dateien werden in viele kleine Blöcke geteilt und mit anderen Informationen gemischt, sodass auf diese Zufallsblöcke kein Anspruch auf Urheberrecht mehr besteht.




