Deutlich mehr Anzeigen als geplant

Filesharing: Noch mehr Klagen gegen deutsche P2P-Sünder

Filesharing: Noch mehr Klagen gegen deutsche P2P-Sünder "Wir wollen niemanden kriminalisieren, aber die aktuelle Rechtslage zwingt uns dazu, den Weg der Strafverfahren zu gehen. Und wir wollen auch niemanden durch überzogene Schadensersatzforderungen ruinieren. Aber jedem muss klar sein, dass Internet-Piraterie kein Kavaliersdelikt ist und im Netz niemand anonym bleibt." - Klare Worte von Michael Haentjes, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Phonoverbände. Die Musikindustrie macht also ernst und ist sogar bereit, die Zahl der P2P-Klagen in den nächsten Monaten noch stärker auszuweiten.

Erst Ende letzten Jahres kündigte die deutsche Musikindustrie an, ab 2007 bis zu 1.000 Filesharer pro Monat zu verklagen. Nach dem ersten Quartal diesen Jahres konnte die deutsche Landesgruppe der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) eine erste Bilanz ziehen: Nicht die geplanten 3.000 P2P-Sünder wurden in den letzten drei Monaten verklagt - stattdessen bekamen ganze 15.000 Filesharer Post vom Staatsanwalt.

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Laut einer Studie der IFPI ging die Zahl der Musikdownloads aus Tauschbörsen in den letzten drei Jahren um fast 40 Prozent zurück. In der gleichen Zeit stieg die Anzahl der Breitbandanschlüsse um das Dreifache - eigentlich also beste Voraussetzungen für mehr Downloads aus P2P-Netzen. Dass die rechtlich bedenklichen Downloads in den letzten Jahren trotzdem so stark zurückgingen, ist nach Meinung der IFPI vor allem dem konsequenten rechtlichen Vorgehen gegen die P2P-Sünder zu verdanken. Entsprechend bestätigt sieht sich der Musikverband in seiner Arbeitsweise und hat somit kein Problem damit, weitere tausende Tauschbörsennutzer vor den Richter zu ziehen.

P2P-Sünder finanzieren Schulunterricht

Dabei enden die meisten Klagen gegen Filesharer gar nicht vor Gericht. Wer erwischt wird, hat in den meisten Fällen noch nicht einmal eine strafrechtliche Verfolgung zu befürchten. Stattdessen lässt der Staatsanwalt die von den Anwälten der Musikindustrie erstattete Anzeige meist fallen. Damit sind die erwischten P2P-Sünder jedoch noch nicht aus dem Schneider. Denn obwohl eine strafrechtliche Verfolgung nicht aufgenommen wird, fordert die Musikindustrie meist über den zivilrechtlichen Weg Schadensersatz. Und das kann teuer werden: Je nach Anzahl der getauschten Songs können mehrere tausend Euro fällig werden, die an die Plattenlabes gezahlt werden müssen.

Zukünftig will die Musikindustrie die so "erwirtschaftete" P2P-Beute nicht nur in die eigene Tasche stecken, sondern mit einem Teil des Geldes Musikunterricht in Schulen fördern, um jungen Menschen ein Bewusstsein für den Wert von Musik zu schaffen. Genau dieses Bewusstsein ist nach Meinung der IFPI in den letzten Jahren offensichtlich verloren gegangen - weshalb sich Tausende von jungen Internetnutzern täglich Millionen Songs aus Tauschbörsen laden würden. Ob die neue IFPI-Kampagne tatsächlich dazu beiträgt, illegale Downloads aus dem Netz zu reduzieren, wird sich zeigen.

Sicher ist hingegen, dass rechtlich bedenkliche P2P-Inhalte für viele Online-Nutzer nach und nach an Reiz verlieren. Zum Teil liegt dies sicher an den medienwirksam inszenierten Filesharing-Klagen der Musik- und Filmindustrie. Zum Teil sicher auch an den immer günstiger werdenden legalen Angeboten im Musik- und Filmbereich, die man per Download oder als CD oder DVD für immer weniger Geld kaufen kann. Und zum Teil könnte illegales P2P auch deshalb für viele Nutzer immer uninteressanter werden, weil sich langsam aber sicher in den Köpfen vieler Internet-User doch ein kleines bischen Unrechtbewusstsein beim Tauschen von urheberrechtlich geschützten Musik- und Filmdateien entwickelt hat.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Das ist ja schön und gut, dass man Kinder und Jugendliche verklagt. Immerhin ist der Rückgang von 40% in der Tat ein Erfolg, den ich allerdings nur auf die drohenden Konsequenzen und nicht auf das...

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