Spieletest: Command & Conquer 3 - Tiberium Wars
Kurze Ladezeiten, lange Leitungen
Auch die Missionen des neuen Tiberiumkrieges erinnern an das berühmte Vorbild. Sabotageeinsätze mit Kommandoeinheiten alternieren mit Basenbau, Rohstoffernte und anschließender Großoffensive. Ausgeklügelte Strategien sind selten notwendig. Brenzlig kann es allerdings werden, wenn ein Stützpunkt auf Sparflamme kocht und bis zum Eintreffen eines Baufahrzeugs gegen Feindwellen verteidigt werden muss. Ist das geschafft, lautet der nächste Befehl, die fest gesetzte Verstärkung am anderen Kartenende aus einem Hinterhalt zu befreien. Wer bei so viel Termindruck noch Militärmuse für (optionale) Sekundärziele hat, wird mit zusätzlichen Ressourcen und Auszeichnungen belohnt.
An der Menge und Zusammensetzung sowohl neuer wie alter Einheiten ist nichts auszusetzen, auch wenn vor allem das schon angesprochene Mammut bei voller Aufrüstung kaum zu stoppen ist und das Kräfteverhältnis zugunsten der GDI verschiebt. Die Aliens begnügen sich in der 37 Missionen starken Kampagne mit einer Gastrolle, im Gefechts- und Multiplayermodus stellen die Scrin jedoch eine vollwertige Fraktion. Ein Bewertungssystem ermöglicht die Beurteilung von Mitspielern hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Fairness.

Technisch ist "Command & Conquer 3" über jeden Zweifel erhaben. Nicht unbedingt weil die von Hitzeflimmereffekten beherrschte 3D-Grafik gut aussieht, sondern weil die Frameraten auch bei Massenschlachten relativ konstant bleiben, selbst auf Systemen, die das Haltbarkeitsdatum nach dem Verständnis vieler Spielemacher überschritten haben. Der abschließende Kommentar zur Technik klingt zu schön, um wahr zu sein: Die Ladezeiten von "Command & Conquer 3" sind oftmals so kurz, dass nicht einmal Zeit bleibt, währenddessen die Einsatzdaten zu überfliegen!
Vielleicht werden die Ladezeiten auch durch die langen Leitungen der Computergegner verkürzt, viel Intelligenz gibt es jedenfalls nicht zu laden. Auf Angriffe aus der Luft reagiert die KI traditionell langsam und oft überhaupt nicht. Auf der anderen Seite sind feindliche Initiativen auffallend häufig gegen strategisch belanglose Ziele gerichtet, sodass sich der Eindruck, eine unflexible Computerintelligenz zu bekämpfen, leider durch den kompletten Einzelspielermodus zieht. Dass es heutzutage anders geht, zeigt das Strategieschwergewicht "Supreme Commander", dem wiederum abgeht, was Kane & Co. seit je auszeichnet: Ausstrahlung.
"Command & Conquer 3 - Tiberium Wars" spielt sich nicht unbedingt frisch, aber durchweg fröhlich. Die Bedienung ist gleichermaßen einfach und durchdacht. Eine Lesezeichenfunktion zum Markieren unterschiedlicher Kartenausschnitte erleichtert den Militärdienst ebenso wie die Möglichkeit des Verkettens mehrerer Angriffsbefehle. Kurzum: Wer Spaß hatte mit dem Original, liegt mit der schmissigen Neuauflage richtig.

