Wahlkampf 2.0: Politiker in der digitalen Welt

Links das politisch motivierte Remake und rechts das Original (Klick vergrößert).

So sorgt seit einige Zeit ein Video in YouTube für besondes Aufsehen: Ein Remake eines Apple TV-Spots aus den Achtzigerjahren. Damals war die Botschaft sich nicht von Apples übermächtigem Konkurrenten Microsoft vereinnahmen zu lassen. Heute heißt die Übermacht Clinton, die in dem Clip metaphorisch zerschlagen wird. Am Ende des Videos wird die Web-Adresse von Barack Obama eingeblendet. "Das ist die Demokratisierung des Wahlkampfes", sagte er zu diesem Thema und bestreitet jedwede Kenntnis über die Produktion eines solchen Clips. Mittlerweile ist klar: Einer seiner Berater hat das Video erstellt und veröffentlicht, angeblich ohne Wissen des Senators.

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Mehr als zweieinhalb Millionen Menschen haben sich den Spot mittlerweile angesehen. Die meisten Spots im Channel des demokratischen Kandidaten Obama erreichen nicht einmal Tausend Klicks, das meistgesehene wurde rund 80.000 Mal geklickt - ein Klacks im Gegensatz zu den fast drei Millionen Aufrufen des Anti-Hillary-Spots.

Web 2.0 voll augeschöpft

Die Communityplattform MySpace darf bei einem kompletten Web-Wahlkampf natürlich auch nicht fehlen. Doch nachdem mehrere Hillary Clintons eine MySpace-Seite hatten, die ganz unterschiedliche Bilder von Frau Clinton zeichneten, hat sich das Portal entschlossen, Politikern einen abgetrennten Bereich zur Verfügung zu stellen. Dort soll man dann auch sicher die Seite der richtigen Kandidaten finden. Vorher konnte man auf einer gefälschte Seite von Hillary Clinton lesen, dass sie den amtierenden Präsidenten "ins Exil ins All" schicken wolle.

Deutsche Politik nur in Second Life

Deutsche Politiker halten sich aus YouTube und MySpace weitestgehend heraus, abgesehen von vereinzelten Mitschnitten und Parodien auf einige deutsche Abgeordnete, darunter die mittlerweile berühmte Rede von Minister Stoiber über den Bau einer Transrapidstrecke zwischen der Münchner Innenstadt und dem Flughafen. In Second Life treten einige deutsche Politiker allerdings bewusst auf, in der letzten Woche trafen sie sich zu einer Sitzung mit Vertretern der Presse zum Thema: "Web 3D - Neue Chancen für die politische Kommunikation?".

Links das Video zur ersten deutschsprachigen politischen Diskussion in Second Life und rechts der Mittschnitt Stoibers Rede zum Münchner Transrapid.

Die politischen Gäste kamen ausschließlich aus der Opposition: Steffi Lemke, Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen, und Hans-Joachim Otto (FDP), der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien. Der Andrang war groß und für die nächste politische Runde hat sich bereits Ulrich Kelber von der SPD angekündigt. Die amerikanischen Wahlkämpfer halten wenig von politischen Diskussionen mit ihren Gegnern, sie lieben vielmehr den großen Auftritt, auch in der digitalen Welt. Und so ist es kein Wunder, dass der Wahlkampfstand von Hillary Clinton eher protzig als seriös wirkt.

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Hillary Clinton präsentiert sich amerikanisch großspurig, während John Edwards für Second Life-Verhältnisse eher vorsichtig auf Stimmenfang geht.

Angela Merkel auf dem iPod

Wer Bundeskanzlerin.de ansurft, landet auf der offiziellen Homepage von Angela Merkel und findet dort den Video-Podcast der Kanzlerin. Einmal in der Woche wendet sie sich darin direkt an das junge Publikum und spricht aktuelle Themen an.

Langsam aber sicher erobern Politiker aus verschiedenen Ländern die Möglichkeiten des Online-Wahlkampfes. Dabei sind die Methoden sehr unterschiedlich. Die einen setzen auf die Präsentation der eigenen Person und Ziele, andere setzen auf Negativwahlkampf und rücken die Konkurrenten in ein schlechtes Licht, wieder andere erfreuen sich der neuen Möglichkeiten, die erst durch das Medium Internet geschaffen wurden: die direkte und schnelle Kommunikation mit den Wählern.

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Der Artikel von Fabian Parusel über die digitale Welt der Politik ist sehr interessant, greift aber leider zu kurz. Das Ziel digitaler Kommunikation für die Politik im Web 2.0 ist es, die Kommunikation zwischen...

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