There: Die andere Parallelwelt
Katina und Profi-Racer Rapboy zeigen mir ihre Buggys (Klick vergrößert).
Autorennen und Flugbereitschaft: Virtuelle Verdienstmöglichkeiten
Katina lädt mich auf einen Parcours für Strandbuggys ein. Als ich per Teleport dort erscheine, steht bereits ein schwarzer Buggy neben uns. Am Steuer sitzt Rapboy, der uns zu einer Probefahrt mit seinem 28.000 Bucks teuren Viersitzer einlädt. Nach dem ersten Überschlag bevorzugt Rapboy die Sitzecke an der Zielflagge für unsere Unterhaltung. "Zuviel Gewicht auf der Rücksitzbank." Sein Gefährt hat keinen Kratzer abbekommen.
"Auf der letzten Rennveranstaltung habe ich den ersten Platz belegt," berichtet Rapboy. Der Schüler aus den USA hat für sein Fahrkönnen lange üben müssen, doch für die Preisgelder hat es sich gelohnt: "1.000 Bucks bekommt der Gewinner einer Runde. Gewinnt man alle zwölf, gibt es noch ein hübsches Preisgeld." Den Gewinn hat Rapboy in neue Autos investiert. Eines davon ist ein Polizei-Fahrzeug. "Damit fahre ich gelegentlich auf Streife in einer Siedlung."
Ebenso gehört Rapboy zu den Piloten einer kleinen Fluggesellschaft. "Hier verdiene ich pro Schicht etwa 1.000 Therebucks." Rundflüge mit dem Hover-Schlauchboot gibt es kostenlos. Das Chartern von Flugzeugen funktioniert dagegen nur gegen Gebühr. Während wir den Flughafen inspizieren, verschwindet der Tower. "Da hat wohl jemand vergessen, die Miete zu bezahlen," kommentiert Rapboy. Die Anwesenden kugeln sich vor Lachen.
Ingenieur und Besucher, Jung und Alt
Neben Wettbewerben und Dienstleistungen gibt es noch einen dritten Weg, um an Geld zu kommen: Alle Gegenstände, die There-Teilnehmer in dem externen 3D-Editor entwerfen, können verkauft oder versteigert werden. Bevor die Kreation in der virtuellen Welt verwendet werden darf, muss sie jedoch erst einmal ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Das gilt für Modeschöpfungen genauso wie für jegliches Fluggerät. Je nach Objekt wird dafür eine Gebühr zwischen einem halben und zehn US-Dollar fällig.
Mit dieser manuellen Prüfung durch eigene Mitarbeiter will Makena Technologies Copyright-Verletzungen, pornographische Darstellungen sowie beleidigende Inhalte aussperren. Damit spart sich der Betreiber eine letztendlich nicht kontrollierbare Trennung nach Altersbegrenzungen, wie etwa bei Second Life der Fall: Dort geht es in der Ab-18-Jahre-Welt nicht immer jugendfrei zu. There dagegen ist nach US-Altersfreigaben komplett für Benutzer ab 13 Jahren zugelassen.
Innerhalb von There tummeln sich sämtliche Altersgruppen. "Ich habe schon Neunjährige hier getroffen, der älteste Teilnehmer dagegen war 66 Jahre alt", berichtet Katina und zwinkert. "Soweit man den Angaben überhaupt glauben kann." Letztlich weiß ich ja auch nicht, welcher realen Person mein Avatar gerade gegenüber steht. Real ist dagegen das Geld, das man in There genau wie in Second Life verdienen kann.
Ganz wie in echt: Banken und Immobilien
Wie Therebucks in US-Dollar zurückverwandelt werden, weiß Mr. Bonbon: "Bei Makena Technologies kann man ausschließlich Dollars gegen Therebucks eintauschen, nicht umgekehrt. Wer sich verdiente Bucks auszahlen lassen möchte, kann das bei verschiedenen Vereinen tun, die ganz ähnlich wie Banken oder Wechselstuben arbeiten. Einige davon sind von Makena Technologies als vertrauenswürdig eingestuft worden. Oft gibt es dort auch bessere Therebucks-Wechselkurse."


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"Da im weltweiten Netz aber kaum etwas absolut ist, wird There als eine andere Parallelwelt trotzdem weiterexistieren." Leider nicht. Am 9.3.2010 hat There die Pforten dichtgemacht. Die Krise hat auch...