Kommandeure im Größenwahn

Spieletest: Supreme Commander

Gewaltige Truppenaufmärsche, übergroße Schlachtfelder und ein Schwindel erregender Zoom-Modus. Bei der Verwirklichung seines neuesten Projekts dachte Gamedesigner Chris Taylor (Dungeon Siege) nicht in kleinen Maßstäben. Strategie der Superlative oder Überladenes mit Hardwareheißhunger? Die Wahrheit liegt nicht ganz in der Mitte.

Spieletest: Supreme Commander
Für die Dauer eines Upgrades bleibt die Armored Command Unit (ACU) inaktiv.

Gesetzt den Fall, ein 30-Meter-Lulatsch setzt sich im Kino direkt vor Ihre Nase. Wie reagieren Sie? Gut. Aber wie würden Sie reagieren, wenn der Störenfried in Stahl gehüllt wäre und statt Händen grausame Waffen im Kühlschrankformat trüge? Richtig, Sie tun das Ganze als Fiktion ab, denn schließlich gibt es keine Kinos; nicht mehr, zumindest im Universum von "Supreme Commander", wo alles in Trümmern liegt. Ursächlich dafür: 30-Meter-Lulatsche, die riesige Waffenhände haben.

Die Masse macht's

Im Jahr 3844 wird nicht mehr um Öl gekämpft. Masse heißt der Zankapfel, der neben Erdlingen und Mischwesen aus dem Labor, genannt Cybrans, auch außerirdisch geprägte Sektierer, die Aeon-Erleuchteten, in einen mörderischen Sog reißt. Seit mehr als tausend Jahren tobt zwischen den Fraktionen ein Krieg, der Milliarden Opfer forderte und ganze Planeten verglühen ließ.

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Jede der drei Rassen, für die der Spieler in der Kampagne je sechs Mal zu Felde zieht, verfolgt dasselbe Militärkonzept. Riesige, gepanzerte Kommandoeinheiten werden im Nu an Krisenherde verlegt, wo sie Ressourcen anzapfen und durch den Bau von Kraftwerken Energie erzeugen. Die gewonnenen Ressourcen fließen in den Bau diverser Boden-, Marine- und Lufteinheiten. Gebäude- und Truppenupgrades gibt es ebensowenig geschenkt. Masse, der alles bestimmende Rohstoff, wird mittels Pumpen automatisch gefördert oder durch das Aufsammeln von Schrott.

Ein Job einerseits für unbewaffnete Techniker, doch auch Kommandoeinheiten sind sich für solche Aufgaben nicht zu schade. Dank ihrer erweiterbaren Waffenmodule als Elitekämpfer eigentlich prädestiniert, sind sie hinter der Hauptkampflinie besser aufgehoben. Denn gehen die Stahlkolosse mit einer irrwitzigen Explosion zu Bruch, ist der Krieg für die betroffene Partie verloren.

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