CeBIT 2007: Verschärft - HDTV für den PC
PC- statt Heimkino
Zweifellos ist ein HDTV-fähiger PC die finanziell günstigere Alternative zur hochauflösenden Heimkino-Ausrüstung, bestehend aus HD Ready-Bildschirm und passendem Receiver. Teuer kann es allerdings werden, wenn der Rechner nicht den entsprechenden, hohen Ansprüchen genügt. Für ausreichend leistungsstarke Computer reichen hingegen bereits eine TV-Karte oder -Box, ein freier PCI- oder USB-Steckplatz sowie eine digitale Satellitenschüssel auf dem Dach oder Balkon. Im Grunde genommen lohnt es sich kaum, schon jetzt von Standard-TV auf HDTV umzusatteln, denn die Infrastruktur befindet sich noch mitten im Aufbau.
Lediglich die ProSiebenSat.1-Gruppe sendet in den gleichnamigen Kanälen bereits die verschärften Fernsehbilder. Allerdings in erster Linie zur Prime-Time und auch dann nur vereinzelt bei Serienhits wie "Lost", "Grey's Anatomy" sowie Hollywood-Blockbustern und Eigenproduktionen. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern müssen sich anspruchsvolle Zuschauer voraussichtlich bis 2010 gedulden, obwohl zum Teil schon in HDTV produziert wird. Ein erster Vorbote des kommenden Umstiegs ist der beschlossene Wechsel auf das Breitbild-Format 16:9.
Interview mit Hauppauge-Geschäftsführer
Netzwelt sprach auf der CeBIT mit Klaus Mähleke, dem Geschäftsführer von Hauppauge, einem der größten Hersteller von TV-Karten.
netzwelt: Eines vorweg: Wie wird "Hauppauge" eigentlich richtig ausgesprochen?
Klaus Mähleke: Es gibt ganz viele Leute, die wissen wie es ausgesprochen wird, nur die kommen alle nicht aus Deutschland. Es wird "Hapag" ausgesprochen, wie Hapag-Lloyd.
netzwelt: Hauppauge-Karten für HDTV unterstützen nur Stereo-Sound, obwohl Dolby Digital ein klares Kaufargument darstellt. Aus welchem Grund?
Klaus Mähleke: Die Hauppauge-Produkte für HDTV oder DVB-S werden alle mit Dolby-Digital-Unterstützung ausgeliefert. Ab sofort, das haben wir geändert mit der neuen Vista-Software, damit ist die Integration gesichert. Die Hardware konnte es sowieso, weil Dolby-Digital-Informationen mit im Transport-Stream liegen, der vom Sender ausgestrahlt wird. Es fehlte nur noch an der Umsetzung, und die hat jetzt in der Software stattgefunden. Ab 1. Januar sind die Lizenzen für Dolby 5.1 und 2.1 identisch, das heißt es ist keine reine Kostenfrage mehr so wie früher.
netzwelt: Es sind bereits TV-Karten für PCI Express auf dem Markt. Welche Vorteile bieten diese gegenüber gängigen PCI-Karten?
Klaus Mähleke: Für die Qualität des Fernsehens bietet PCI Express überhaupt keine Vorteile für den Endkunden. Das Produkt kommt deshalb auf den Markt, weil immer mehr PC-Hersteller, ob das nun die großen Global Player sind oder lokale Produzenten, Motherboards mit PCI-Express-Schnittstelle integrieren. Oft sind einfach nicht genug normale PCI-Steckplätze frei. Im Prinzip ist dieses Produkt entstanden aus unseren Beziehungen mit den großen OEM-Kunden. Für Endkunden mit neueren PC-Systemen ist dies besonders interessant, weil diese auch eine PCI-Express-Schnittstelle besitzen. Die beiden Bus-Architekturen haben null Einfluss auf die Prozessorgeschwindigkeit im TV-Bereich oder beim Digitalisieren von Videos.
Links zum Thema
- Hauppauge
- Pinnacle
- KNC One
- H.264: Das Kompressionsverfahren der Zukunft vorgestellt
- Nachgefragt: Die HDTV-Pläne von ARD, ZDF und RTL
- HDTV vorgestellt: Fernsehen der nächsten Generation
- TechnoTrend
- TechniSat
