Micro-Notebook oder Maxi-Handy?
T-Mobile Ameo im Test: Der imperiale Smartling
Superlative braucht das Land. So oder so ähnlich könnte die Devise bei T-Mobile gelautet haben. Folglich brachte die jüngste Einkaufstour beim taiwanesischen Hersteller HTC das zurzeit ausstattungsreichste Windows Mobile-Smartphone hervor. Im silbernen T-Mobile-Finish sammeln sich: acht-Gigabyte-Festplatte, ein integrierter GPS-Empfänger, WLAN, UMTS und HSDPA sowie eine Drei-Megapixel-Kamera einschließlich Autofokus. Die Schokoladenseite ziert ein hochauflösendes und kolossales Fünf-Zoll-Display.
Inhaltsverzeichnis
- 1Magnetisch: Tastatur und Ameo ziehen sich an
- 2Weltenbummler: Integriertes GPS
- 3Unterhaltungskünstler: Kräftige MP3-Wiedergabe und scharfe Videos
- 4Im Alltag: Schwergewichtig, aber händelbar
- 5Schnappschuss: Gute Aufnahmen mit Schwächen in der Schärfe
- 6Einer für alles: Nicht für alle
Man kann suchen, solange man will - kein derzeit technisch machbares Ausstattungsmerkmal fehlt. Der komplett in Aluminium gehüllte Ameo vereint alles, wovon Technik-Enthusiasten träumen. Der fein auflösende VGA-Bildschirm (640 x 480 Pixel) präsentiert Internetseiten fast so wie vom großen Bruder zu Hause gewohnt. Dank WLAN und vor allem HSDPA treffen Inhalte beinahe überall mit rasender Geschwindigkeit ein. Wahlweise hält die mobile Version des Internet Explorers von Microsoft her oder man nimmt die Hilfe vom bereits vorinstalliertem Opera-Browser in Anspruch. Beide erledigen ihren Job sehr gut und stellen Internetseiten scharf und formatfüllend dar.
Magnetisch: Tastatur und Ameo ziehen sich an
Dem regen Gedankenaustausch schiebt T-Mobile unverständlicherweise einen Riegel vor: Der sonst bei Windows Mobile 5.0 serienmäßige MSN Messenger fehlt. Wem es angesichts der vollwertigen QWERTZ-Tastatur in den Fingern juckt, installiert entweder das Chat- und Videotelefonie-Tool Skype oder behält seine Gedanken für sich und nimmt die mobilen Versionen von Word oder Excel in Anspruch.
Auf dem Tisch: Hier fühlt sich der Ameo am wohlsten.
Die nur 4,5 Millimeter dünne Tastatur ist - anders als beim Vorgänger MDA Pro - nicht fest mit dem Gerät verbunden und lässt sich daher getrennt aufbewahren. Kontakt nimmt sie nicht über ein Kabel oder per Bluetooth auf, sondern über eine gewöhnliche Steckerleiste. Wer jetzt fragt: "Wie soll das halten?" weiß nicht, dass der Hersteller sehr starke Magneten verbaut hat. Die Magnetfelder sind so ausgerichtet, dass die Tastatur, sobald sie weniger als 20 Millimeter vom Ameo entfernt ist, automatisch in die richtige Position rutscht.
Woher nehmen, wenn nicht stehlen: Die flache Bauweise liefert keinen Tastenhub.
Die dünne Bauweise bringt Nachteile mit sich: Aufgrund der fehlenden Höhe fehlt es den Tasten schlichtweg an vertikalem Spielraum, der für einen fühlbaren Druckpunkt nötig wäre. Horizontal huschen locker vier Finger übers Tastenfeld, die sich anlässlich des nicht verspürbaren Hubs aber nicht recht wohlfühlen möchten. Wenn eine Eingewöhnung stattfindet, dann im Kopf: Das flache Ding gibt keine Rückmeldung. Gerade im Dunkeln würde man sie gerne vernehmen, denn beleuchtet ist das Eingabefeld nicht. Ein weiterer Tribut an die geringe Bauhöhe.
Multitalent Tastatur: Umgedreht schützt sie das Display.
Entfernt und umgedreht lässt sich die Klaviatur zum schützenden Displaydeckel zweitverwerten. Abermals kommt der gewiefte Magnet-Mechanismus zum Einsatz. Einmal richtig angesetzt, legt sie sich wie von Geisterhand passgenau über das Display. Clever: der bisher nur formalästhetisch interpretierte Plexi-Glas-Fortsatz der Tastatur hat nun auch eine Funktion. Die Kunstoffscheibe gibt die Sicht auf einen verkleinerten Ausschnitt des Displays frei. Durch den schmalen Spalt schimmern mehrere Status-Anzeigen, wie Akkustand oder Uhrzeit.
T-Mobile Ameo
Die integrierte Kamera macht gute Bilder, die allerdings etwas Schärfe vermissen lassen.
Über den VGA-Out-Anschluss gibt der Ameo Bildschirminhalte an Beamer aus.
Der kleine Joystick lässt sich dank der gummierten Haube sicher bedienen.
Im mobilen Einsatz empfiehlt es sich den Ameo in die hochwertige Tasche zu klemmen.
Geschlossen in der Tasche sieht der Ameo nicht nur gut aus, sondern ist auch gut geschützt.
Ein kleines Symbol verrät die magnetischen Eigenschaften der Tastatur.
Durch einen kleinen Spalt sind unter anderem Akkustand und Empfangsstatus ersichtlich.
