CeBIT 2007: Intel-View - "Wir streben an, gut zu sein"

Gaming: "Das tun, was wir heute schon machen"

netzwelt: AMD will 2009 den "Fusion"-Prozessor mit integrierter Grafik auf den Markt bringen. Wie wird Intels künftiges Engagement im Grafik- und Gaming-Bereich aussehen?

Hans-Jürgen Werner: Im Gaming-Bereich wird es ganz stark in die Richtung gehen, dass wir das tun, was wir heute schon machen: Wir arbeiten wahnsinnig eng mit den Entwicklern der Game-Engines und auch der Spiele zusammen. Um ihnen beispielsweise Tools für Multithreaded-Applikationen an die Hand zu geben. Wir haben das unter anderem mit Paraworld und Splinter Cell: Double Agent gemacht, arbeiten mit Crytek zusammen. Wir wollen die Spiele mit dem zusammenbringen, was an Prozessorkapazität zur Verfügung steht. Dort wo es sinnvoll ist.

Natürlich schauen wir uns sowas wie AMDs Fusion an. Aber jetzt sind wir mal ganz ehrlich: Nehmen wir etwa einen Quad-Core-Prozessor, da rede ich von 582 Millionen Transistoren auf einer Fläche von Pi mal Daumen 250 Quadratmillimeter. Für die Halbleiter-Herstellung in 65 Nanometer ist das ok, das haben wir im Griff. Wir werden die ersten mit 45 Nanometer sein. Dann kann ich so ein Teil kleiner machen. Ich könnte es dann, wenn ich das exakt Identische nehme, wahrscheinlich so auf 100 bis 110 Quadratmillimeter reduzieren. Aber wenn ich jetzt eine GPU nehme, sind die in der Regel größer als der Prozessor, da rede ich schon von mindestens 500 oder sogar 700 Transistoren zusätzlich.

CeBIT 2007: Intel-View - "Wir streben an, gut zu sein"
Die Vorbereitungen für die nächste CPU-Generation laufen auf vollen Touren.

Ich glaube, erst mit 45 Nanometer oder gar vielleicht erst der Technologie danach ist es möglich. Weil alles andere ein übles Heizkraftwerk werden würde, in größeren Stückzahlen extrem schwierig zu bauen. Man sollte es dann tun, wenn man es vernünftig umsetzen und kostengünstig anbieten kann, es den thermischen Rahmen einhält und robust und verlässlich ist.

netzwelt: Schon einmal mit dem Gedanken gespielt, Ati und Nvidia mit eigenen Spiele-Grafikkarten Konkurrenz zu machen?

Hans-Jürgen Werner: Es gibt da ein Gerücht. Aber wir haben da keine offiziellen Bekanntmachungen, von daher können wir es auch nicht kommentieren.

netzwelt: Wann halten Sie davon, dass Microsoft DirectX 10 nur exklusiv für Windows Vista anbietet?

Hans-Jürgen Werner: Microsofts Entscheidung. Ich muss es nehmen, wie es ist.

netzwelt: Im Februar segnete die PCI-SIG die Spezifikation für externes PCI Express ab. Welche entsprechenden Lösungen wird Intel anbieten und wann?

Werbung

Hans-Jürgen Werner: Wenn unsere Kunden das als sinnvolle Erweiterungsmöglichkeit für Notebooks oder Desktops sehen, werden wir versuchen, es in unseren Referenzdesigns für die Mainboard-Hersteller zu berücksichtigen.

netzwelt: Wie schätzen Sie das Potenzial ein?

Hans-Jürgen Werner: Ich finde es ganz interessant. In ein Notebook zum Beispiel, wo ich eben nicht die hochperformante Grafik habe aber vielleicht einen sehr performanten Prozessor, 3D-Fähigkeiten hineinzubringen die vorher nicht da waren. Wenn die Kunden sagen, ich finde es supertoll, dann wird es da sein. Wenn der Kunde sagt, ich finde es gar nicht so witzig, dann wird es genauso schnell wieder verschwinden.

netzwelt: Wir danken Ihnen für dieses Interview.

Links zum Thema