Chipgigant im Gespräch
CeBIT 2007: Intel-View - "Wir streben an, gut zu sein"
Benjamin Schnitzler
Noch in diesem Jahr will Chipgigant Intel seine nächste Prozessorgeneration an den Start bringen. Unter dem Codenamen "Penryn" sollen die "Core 2"-Erfolgsmodelle noch schneller und sparsamer werden, um den Konkurrenten AMD weiterhin auf Distanz halten. Fünf Protypen sind laut Intel bereits lauffähig, doch dies sind nur die Vorboten von satten 15 neuen CPUs. Von netzwelt erfahren Sie aus erster Hand, was "Chipzilla" außerdem noch alles in petto hat.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Basis der neuen CPUs, die 2008 das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollen. Dafür verkleinert Intel seine Fertigungsverfahren von 65 auf 45 Nanometer und macht damit gleichzeitig die größte Veränderung seit 40 Jahren durch: Während früher in erster Linie auf Silizium gesetzt wurde, wird das grundlegende "Baumaterial" zum ersten Mal mit Metall kombiniert. Jeder Prozessor basiert auf Abermillionen kleiner Schalter, den Transistoren. Beim Bestseller Intel Core 2 Duo E6600 bringen es die beide Kerne sind es 291 Millionen. Für PC-Besitzer bringt die Schrumpfkur der Transistoren wichtige Vorteile.
Inhalt
- Schneller und sparsamer
- "Die Gamer mögen es"
- "Verkleinerter Core 2 Duo"
- AMD: "Ernstzunehmender Mitwettbewerber"
- Gaming: "Das tun, was wir heute schon machen"
Durch die neuen Materialien und die dünneren Schichten der 45-Nanometer-Technologie lässt sich der Strom reduzieren, den die Transistoren zum Umschalten benötigen. Vergleichbar mit einer extrem kleinen Wippe, die nun weniger Elektronen braucht, um auf einer Seite herunter zu kippen. Dadurch lassen sich auf der selben Fläche deutlich mehr Transistoren unterbringen, die trotzdem nicht zwangsläufig mehr Strom verbrauchen müssen.
So bringen es die kommenden Penryn-Prozessoren mit zwei Kernen auf über 100 Millionen Prozessoren mehr als ihre Core-2-Vorgänger, die dementsprechend mehr Schaltvorgänge abarbeiten und höhere Leistung liefern. Zusätzlich erhalten die kommenden CPU-Sprösslinge einen Cache von bis zu zwölf Megabyte sowie 50 neue Multimedia-Befehle. Auch die eigenen Mainboard-Chipsätze haben künftig mehr drauf. Mitte 2007 kommt die nächste Generation namens "Bearlake" auf den Markt, die über einen flotteren Frontside Bus (FSB) von effektiv 1.333 statt 1.066 Megahertz verfügt.

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Im Interview: Hans-Jürgen Werner, Intels
Leiter für Unternehmenskommunikation
Dabei löst der P35 den 975X als Top-Chip ab. Neben dem schnelleren FSB ist allen neuen Chipsätzen die Unterstützung von DDR3-Arbeitsspeicher gemeinsam, die sich dennoch DDR2-Speicher als Übergangslösung vorbehalten. Zu den essenziellen Vorzügen der aktuelleren RAM-Technologie gehören die gesteigerte Bandbreite sowie der durch Absenken der Spannung erzielte, geringere Energiebedarf. Hans-Jürgen Werner, seines Zeichens Leiter für Unternehmenskommunikation, stand netzwelt Rede und Antwort zu Intels Vergangenheit, Zukunft und Konkurrenz.
netzwelt: Bis vor gar nicht allzu langer Zeit hatte die Konkurrenz in puncto Gaming noch klar die Nase vorn. Hat Intel geschlafen und ist erst mit dem Core 2 Duo wieder aufgewacht?
Hans-Jürgen Werner: Unser Engagement im Gaming ist sehr alt, in Deutschland beispielsweise jetzt schon fünf bis sechs Jahre. Wir hatten vorher eine andere Architektur, die Pentium-4-Architektur oder Netburst, die sich sehr gut für Multimedia-Anwendungen und Streaming eignete, aber im Gaming-Bereich nicht so effizient war. Mit der Core-Mikroarchitektur haben wir eine Umstellung gemacht, Netburst war mit sechs Jahren schließlich lange genug da. Jetzt ist es einfach eine sehr effiziente State-of-the-Art-Technologie geworden, die sehr schnell ist und sich auch skalieren lässt, - Dual Core, Quad Core - und die Gamer mögen es.
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